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Produktfakten auf einen Blick zur EAN 4000127163660
Hersteller
Various - 1000 Nadelstiche
EAN
4000127163660
Hersteller-Artikelnr.
BCD16366
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Preise aktualisiert
16.10.2026 14:02 Uhr
Produktbeschreibung
1-CD mit 28-seitigem Booklet, 31 Tracks. Spieldauer ca. 80 Minuten. "Warten und hoffen", so tönte Dusty Springfield schon 1964. Abgesehen davon, daß sich lange Zeit kaum jemand an germanisches Liedgut der großen Sängerin erinnern konnte, faßte sie damit ungewollt den Seelenzustand vieler Plattensammler in Worte. Besonders von denjenigen, die rares Single-Vinyl jagen, auf dem sich anglo-amerikanische Interpreten der 50er, 60er und 70er Jahre nach Stimmbandkräften an "huppsche Frauleins" oder "grunen Waldern" versuchten. Denn seit ein paar Jahren sind diese Ergüsse in deutscher Sprache zu echten Rennern auf dem Sammlermarkt avanciert. Die Preise, noch in den 80ern auf relativ moderatem Niveau, explodierten. Daß erst 1999 in einer Auktion die Merseybeats-Single Nur unsere Liebe zählt für schlappe 1005 (e i n t a u s e n d u n d f ü n f) Mark den Zuschlag erhielt, ist ein Indiz dafür, auch Roy Orbisons tränentreibende Mama, Mein Girl von den Temptations, Nimm mein Herz ("geh die Schtresse enlä-häng" / The Sorrows), Marvin Gayes Wie schön das ist oder Am Abend auf der Heide von den Everly Brothers erzielen locker Preise im (hohen) dreistelligen Bereich. Wenn sie überhaupt einmal in akzeptablem Zustand angeboten werden. Vor rund 30 bis 35 Jahren war das alles noch ein wenig anders. In den Schallplattenabteilungen der einschlägigen Elektrofachgeschäfte oder der Kaufhäuser setzten diese Singles im Regal konsequent Moos an: Selbst populärste Tonsetzer wie etwa die Searchers (Tausend Nadelstiche), die Spencer Davis Group (Det war in Schöneberg), Helen Shapiro (Ich such' mir meinen Bräutigam alleine aus), Johnny Cash (Wer kennt den Weg?) oder Gene Pitney (Bleibe bei mir) mutierten in deutschen Kinderschuhen zu staubfangenden Ladenhütern. Von echten Nobodys wie Benny alias Paul Murphy (Michael, Marc und Christian), den Liverpool Beats (Memphis Tennessee) oder den Flamingos (Mein Beatle Baby) ganz zu schweigen: Sie und viele andere waren damals ungefähr so angesagt wie ein Freibad im Februar. Als große Leidensgemeinschaft fanden sich arrivierte Stars und strampelnde Eintagsfliegen alsdann gemeinsam in den bundesweiten Grabbelkisten wieder – mit dem berüchtigten Remittenden-Stempel auf dem Papierumschlag. Doch sogar für den Dumpingpreis von gerade mal zehn müden Groschen behielten Cracks und Kleinvieh ihr Restposten-Abo, beinharte Beat-, Rock 'n' Roll-, Country-, Soul- und Sonstwas-Fans faßten diese Fremdkörper nicht einmal mit spitzen Fingern an. Sie von Manfred Mann? Brian Hylands Schön war die Zeit? Das ist prima aus den Hälsen der Swinging Blue Jeans? Sinnlose Tränen, abgetropft von Paul Anka? Oder gar Baby, Baby, wo ist unsere Liebe von den seelenvollen Supremes? Und wer wollte sich schon von den gelernten Locken-Wicklern The Honeycombs in eine Diskussion um die Frage Hab ich das Recht? verstricken lassen? Nee, danke, das dann lieber doch nicht. Damit nahm bereits vor über drei Jahrzehnten das Schicksal seinen Lauf. Die verwaisten Tonträger – ohnehin in nur kleinen Auflagen exklusiv für den deutschsprachigen Raum gefertigt – blieben so gut wie unverkäuflich, wurden folglich im Schredder final entsorgt und gerieten auf diese Weise zu den klingenden Antiquitäten von morgen bzw. heute. Etwa Mitte der 50er Jahre hatte die Schallplatten-Industrie erste, noch zaghafte Anstrengungen unternommen, US- und UK-Interpreten gezielt für den absatzträchtigen deutschen Markt zu polen. Sänger(innen) wie der Amerikaner Bill Hayes oder die Anglo-Amsel Vera Lynn gaben die Vorreiter, und schon wenig später trabten zahllose Verfolger hinterher. Ab Mitte der 60er erlebte dieser bis heute gaaanz hinten links liegen gelassene Teilbereich der Popmusik dann seine Hoch-Zeit. Dank enormer Promotion-Bemühungen (und der wirklichen Beliebtheit einiger Künstler) setzte es sogar strichweise Treffer: Wenn du lachst, lacht das Glück, Sally Sunshine (hier als LP-Fassung mit den Shadows vertreten) von Cliff Richard, Connie Francis' Schöner fremder Mann, Pat Boones Baby Sonnenschein oder Santo Domingo von Wanda Jackson schafften (neben einigen anderen) den Einstieg in die bundesdeutschen Hitlisten – mehr als ein Strohfeuer, gemessen an der Menge des kollektiven Ausstoßes, war dies jedoch kaum. Als sich gegen Ende der 60er und zu Beginn der 70er Jahre die internationale Popmusik stilistisch teilweise dramatisch veränderte, wurden auch die deutschsprachigen Versuche der anglo-amerikanische Interpreten merklich weniger. Daß dennoch unverhofft ein lange Zeit unveröffentlicht gebliebener Titel wie Ganz allein von den Beach Boys auf einer LP-Compilation auftauchte, war die seltene Ausnahme. Generell gilt: Trotz eines Phil Collins, der erst im Spätherbst 1999 mit einem ganzen Fuder solcher Titel auf einer CD überraschte und trotz bekannter Stars wie Peter Gabriel, Nazareth, Helen Schneider, David Bowie oder Frank Zappa (die sämtlich dann und wann in unserer Sprache dilettierten) – das Thema ist abgelegte Musik-Geschichte. Daß sich aber über die Jahre gl...
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Letzte Aktualisierung: 16.10.2026 14:02 Uhr.