Mir hat die filmische Inszenierung des Musicals gefallen. Zuvor kannte ich den Film mit Charles Dance, der 1990 das Phantom in dem BBC-Zweiteiler gespielt hat. Gesungen wurden die Opernarien hier von echten Opern-Sängern, im Gegensatz zum Musical von Andrew Loyed Weber.Jetzt zur Verfilmung mit Gerald Butler. Schauspielerisch ist sie hervorragend. Es wirkt alles ein wenig überzeichnet, aber doch wiederum harmonisch, denn die Kostüme, die Hauptdarsteller und die Kulissen sind nahezu perfekt in ihrer Ausstattung, Farbenpracht und Schönheit, auch das Phantom, das unter einem Toupet, Schminke und Maske sein entstelltes Gesicht verbirgt.Ich habe mir beide Fassungen des Musicals angesehen, die englische und die deutsche. Jede für sich hat ihre Stärken und vielleicht auch die ein oder andere Schwäche. Mir persönlich hat die deutsche Synchronisation besser gefallen als das Original. Gerald Butler hat extra Gesangsunterricht genommen und singt den Part des Phantoms ähnlich wie Antonio Banderas in Evita. Es kann einem dies gefallen, denn über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber für mich war die Interpretation von Uwe Kröger klarer, verführerischer und brachte die Intelligenz und emotionale Bandbreite des Phantoms heraus, wohingegen die Interpretation von Butler eher derber und fordernder ist. Was einem besser gefällt, das muss man selbst entscheiden.Der Part von Christine und Raoul hat mir in der deutschen und in der englischen Fassung fast gleich gut gefallen, genauso wie die Direktoren und Minnie Driver, die die Carlotta hervorragend und humorvoll umsetzt.Die Lautstärke des Films ändert sich manchmal abrupt, vor allem in der Szene, in der am Anfang von der Schwarz-weiß-Aufnahme in die farbenprächtige Vergangenheit gewechselt wird. Einer schrieb hier, dass seine Anlage das nur schwer verkraftet hätte.Die Szene, in der der Kronleuchter von der Decke ins Theater stürzt, ist tontechnisch und visuell ein Erlebnis.Einige Szenen wurden dem Original-Musical hinzugefügt, was Raoul eine größere Rolle gibt, die, wie ich finde, dem Charakter mehr Tiefe verleiht, damit man besser versteht, warum Christine zum Schluss ihn wählt. Beim Phantom hätte sie Abhängigkeit, ein Leben zwischen Genie und Wahnsinn und keine Freiheit erwartet.Fazit:Ein Film, der einen in eine märchenhafte Welt entführt, die man sich immer wieder gerne ansehen und anhören kann.Anmerkung zu einer Filmszene, die einige nicht ganz nachvollziehen konnten:In der Szene, in der Christine dem Phantom im Theater die Maske vom Gesicht zieht, zieht sie ihm das Toupet gleich mit aus. Deshalb sieht man danach das volle Ausmaß der Entstellung, im Gegensatz zu einer früheren Szene, in der sie ihm nur die Maske wegnimmt. An einer kurz zuvor gezeigten Stelle im Film überprüft das Phantom seine Haare noch einmal im Spiegel und man sieht, dass er Toupets in der Nähe seines Toilettentischs stehen hat. Also ist da alles richtig gelaufen und nicht, wie manche meinen, ein Fehler der Maske. Nur das eine entstellte Auge, das hätte man auch mit Phantom-Maske sehen können.
Nicht nur die Besetzung des Filmes mit Minny Driver, Emmy Rossum, Patrick Wilson und Gérard Butler ist ideal sondern auch Dramaturgie und Szenerie. Spannend und dramatisch erzählt. Ich liebe diesen Film. Wunderbar gesungen. Am besten auf englisch schauen.