Sie lieben Schuberts letztes Streichquartett? Die Aufnahmen des Hagen Quartetts, des Leipziger Streichquartettes oder des Alban Berg Quartettes (weniger des Emerson String Quartets, zu "kühl") gefallen mir durchaus und gehen mir auch zu Herzen. Und die Aufnahme des Tetzlaff Quartetts eröffnet neue Räume und Hörerfahrungen, meine Referenzaufnahme) Was das Vegh-Quartett hier bietet, hat eine etwas andere, ganz eigene Qualität: überaus emotional, fließend, die Strukturen offenlegend, zahllose Facetten dieses wunderschönen Werkes erfassend, mit durchaus subjektivem Ansatz, ... , ich bin begeistert. Dringende Empfehlung!Auch das dritte Streichquartett von Bartok ist grandios. Ich höre gerade die Veghs im Vergleich zu den Juilliards (1963): Zwei unterschiedliche Zugänge, beide faszinierend, wobei ich den fließenderen Ansatz der Veghs bevorzuge, der einen ungeheuren Tiefgang beinhaltet. Die Emersons auch hier meines Erachtens nicht ganz konkurrenzfähig, auch wenn hier die Gegensätze und Strukturen klar, teils spektakulär herausgearbeitet werden. Aber ich habe bei den Emersons auch hier den Eindruck, dass die einzelnen Elemente nicht ausreichend narrativ in Sinnzusammenhänge eingebunden sind. Dann höre ich eher das Takacs Quartett, das auch den Geist der Musik durchdringt und trotzdem die dynamischen und expressionistischen Inhalte offenlegt. Die Veghs hier im Ausnahmezustand, auch im Vergleich zur eigenen 1972er Aufnahme. Höchst empfehlenswert!