Dieses Knobel- und Geschicklichkeitsspiel hebt sich durch seinen inhaltlichen Bezug auf die Mechanik zunächst vom üblichen Spieleangebot ab.Im Spiel geht es um kleine mechanische Konstrukte, nicht um "Maschinen". Die meisten Level funktionieren nach dem gleichen Grundschema: Per Maus, d. h. mittels eines kleinen Magneten, bewegt bzw. zieht man wie an unsichtbarem Gummiband (= sehr elastisch infolge fummelig!) einige wenige magnetische Metallelemente wie vor allem Hebel, Zahnräder, Zahn- und Pleulstangen, einen Schraubenzieher, Schlüssel und Schlösser. Mit deren Hilfe benutzt man wiederum einige unterschiedlich bewegliche Holzteile, um eine konkret vorgegebene Aufgabe zu lösen. Die Holzteile sind so gestaltet, dass man ihre (wiederkehrenden) Bewegungsmöglichkeiten erkennt. Die Anzahl der verwendeten bzw. zu kombinierenden Elemente und deren Funktionsprinzipien sind eng begrenzt und deshalb überschaubar. Die grafische 3D-artige Grundgestaltung ist mechanisch nüchtern. Ein paar eingestreute, andersartige Level sind vom Schwierigkeitsgrad her sehr unterschiedlich. Insgesamt erscheint das Ganze überaus unausgewogen.*Hilfetipps werden in den sehr leichten, tutoriellen Anfangsleveln automatisch angezeigt, dafür muss ein Kind lesen können bzw. braucht Dritthilfe. Die Hilfe zu den nachfolgenden Leveln ist immer erst nach rund drei Minuten aufrufbar und lediglich für wenige Sekunden sichbar. Verpasst man diese Zeit/Anzeige, muss man bis zur nächsten Aufrufmöglichkeit warten. Solches Warten erfordert viel Geduld, die Kinder bestimmt nicht haben, und baut Frust auf. Außerdem gibt es die Tipps später zumeist nur noch als Pfeile oder Platzierungsanzeigen und sind nicht immer wirklich hilfreich. Z. B.: Die ausnahmsweise animierte Hilfeanzeige zum Level "Die Steine" läuft so schnell ab, dass sie kaum zu verfolgen ist. Bleibt man hier hängen, muss man die stets gleich lautende Hilfe mehrfach in Anspruch nehmen, das dauert dementsprechend ewig und letztlich bewegen sich die Steine von allein in die Lösungsstellung. Beim Level "Die Stütze" ist die letztlich relevante Hilfestellung mit Hinweis auf die Platzierungsstelle des Totems, die eh bekannt ist, ebenfalls nicht hilfreich. Nur mit gelöstem Level kommt man weiter.*Jedes gespielte Level ist beliebig neu startbar und kann jederzeit unterbrochen werden. Die erledigten Levelsind über eine Übersichtskarte aufrufbar (von insgesamt 50). Mehrere Spielernamen können eingegeben werden. Einen Wettbewerbs- oder auch Wiederspielanreiz gibt es nicht, weil nur jeweils ein Lösungsweg möglich ist. Man spielt ohne Zeitbegrenzung, was für Kinder in jedem Fall begrüßenswert ist und ggf. für Erläuterungen Raum lässt. Die Hintergrundmusik ist entspannend und etwas jazz-popig angelegt, aber relativ gleich. Das laut pfeiffende Aufjaulen des Feuerwerks zur Feier eines geschafften Levels will dazu weniger passen.*Altersempfehlung laut Herstellerangabe ist ab 3 Jahre(UDK 0). Obwohl es in den Anfangsleveln so aussieht, dürfte das Spiel doch eher erst für etwas ältere Kinder geeignet sein, denn es erfordert doch eine gewisse Kombinationsgabe, Geschicklichkeit und Ausdauer.Ob das Spiel Kindern tatsächlich Spaß macht? Eher nicht - siehe allein schon die nüchterne Gestaltung. Wenigstens ein lustig animierter, optional auch sprechender Magnet oder Hilfegeber könnte Kinder mehr ansprechen. Die auf wenige Text-Bilder beschränkte Rahmenstory ist mehr als dürftig und total unspannend. Mechanik in Verbindung mit Magie und Totemkult zu setzen, ist sowieso der falsche Ansatz - wir sind nicht im Mittelalter.Aus einer solchen im Grunde netten Spieleidee hätte man ein echtes "Lernen mit Knobelspaß"-Spiel machen können. Wirklich etwas über Mechanik lernen, was man bei einem solchen Spiel durchaus unterstellen sollte, werden Kinder dabei wohl kaum, schon gar nicht von sich aus. Hierfür wäre ein erwachsener Spielbegleiter gefragt, der die verwendeten grundlegenden mechanischen Elemente und deren Wirkungprinzipien erklären kann. In der Praxis lassen sich darüber hinaus durchaus anschauliche Beispiele in realen Maschinen oder z. B. beim nächsten Besuch eines Technikmuseums finden. Mechaniken des Spiels mit Mechanikbaukästen gemeinsam nachzubasteln, ist vorstellbar. Das würde vor allem Logik und motorischen Fähigkeiten weit mehr entwickeln als am PC mit so einem Spiel anzupappen! Es kommt halt darauf an, was man für Kinder aus einem Spiel macht.Für Erwachsene ist das Spiel Pipifax. Bei diesem unausgegorenen Spiel will mir Preis-Leistung nicht recht passen, obwohl der Preis seit Erscheinen bis zum derzeitigen Stand um ein Drittel herabgesetzt wurde.
Von diesem Spiel erwartet hatte ich eine Art Crazy Machines, doch leider kommt dieses Spiel an die besagte Reihe längst nicht heran. Die Beschränkung auf das Phänomen des Magnetismus ist dabei weniger tragisch, doch fallen die Präsentation des Spiels insgesamt und die der einzelnen Aufgaben doch sehr trocken und auch optisch eher zweckmäßig aus. Die Steuerung geht in Ordnung, aber der Sound nervt bald und Abwechslung gibt es nur wenig. So will hier einfach kein Spielspaß aufkommen, zumal die Rätsel fast alle überaus leicht sind und das Spiel auch insgesamt recht kurz ausfällt. Als kurzzeitig ansprechendes Kinderspiel mag es geeignet sein, darüber hinaus kann ich das Spiel nur bedingt empfehlen.