★★★★★
k.A.
23.05.2026
ean-shopping.de
Ich habe dieses Stück für eine kleine Veranstaltung benutzt. Mir ist aufgefallen, wie es sich anfühlt, wenn man damit arbeitet. Ich frage mich, aus welchem Stoff das genau ist und ob man es später noch reparieren kann. Es ist gut, dass man darüber nachdenkt, woher die Teile kommen.
Als ein vollbesetzter Achterbahnzug aus der Spur und in die Zuschauermenge getragen wird, fällt der Verdacht auf den technischen Inspektor Harry Calder, der das Karussell einige Wochen zuvor auf seine Sicherheit getestet hatte. Bald jedoch stellt sich heraus, das ein mysteriöser Fremder mithand einer Bombe ein Gleis sprengte. Nun droht er dies nochmals zu tun und fordert 1 Million, damit es nicht dazu kommt. Fieberhaft suchen die Polizei und Calder nach dem Täter. Als die Übergabe schiefgeht, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Menschenleben dran glauben müssen.ACHTERBHAN ist aus dem Jahre 1977 und ist einer von vielen Katastrophenfilmen die in den 70ern Hochkultur hatten, so das dies fast zu einem eigenen Genre wurde. Oft waren diese Streifen aber auch grottenschlecht.Nicht so ACHTERBAHN. Obwohl ich mich zu Bewertungen von so alten Filmen eigentlich zurückhalte, und nur die technische Seite bespreche. möchte ich hier eine Lanze brechen, denn der Film ist auch 40 Jahre nach Erscheinungstermin noch sehr gut anzuschauen und durchaus spannend inszeniert.Dazu gibt es eine geradezu unfassbare Besetzung: George Segal, Richard Widmark, Susan Strassberg, Timothy Buttoms, sowie die junge Helen Hunt, in ihrerm ersten Auftrirr auf der Leinwand, hat man hier aufgefahren. Zudem spielt Henry Fonda noch eine kleine Nebenrolle und die schräge Band SPARKS hat einen längeren Auftritt.Die Technik der Blu Ray ist exzellent. Von ganz wenigen Passagen abgesehen bietet der Streifen ein fantastisches Bild, insbesondere wenn man das Alter zu Grunde legt. Blitzer und grieseln sind wirklich nur ganz selten zu sehen und im überwiegenden Teil könnte man fast meinen, es handele sich um eine aktuelle Produktion. Dazu gesellt sich ein sehr guter Ton, der bei den Achterbahnszenen recht ordentlich durch die Boxen brettert.Fazit: Gelungene Umsetzung eines Klassikers mit überragender Besetzung. Fans des Streifens können bedenkenlos zugreifen. (videotie.de)
Ein Rollercoaster steht für Nervenkitzel, flaues Gefühl im Magen und unter der Fontanelle wenn uns die Loopings steil nach oben oder unten, mitunter kopfüber durch die Luft wirbeln lassen. Er erzeugt Adrenalin pur und so sollte man meinen, dass auch der gleichnamige siebziger Jahre Klassiker mit dramaturgischen Kurven, halsbrecherischen Einfällen und schweisstreibendem Suspense in Atemlosigkeit versetzen könnte.Leider fühlt man sich hier eher wie bei Oma Bimbes auf der Kaffeefahrt. Stützstrumpfalarm statt -Bitte anschnallen-, weil alles so vorhersehbar seicht , geradlinig und dürftig ist . Von einem packenden Katastrophenthriller ist das bunte, müde einfallslose Spektakel weit entfernt. Nicht alles was in nostalgischer Patina erglänzt ist eben automatisch spannend und gut. " Achterbahn" ist bei aller Freude an Siebziger Art Deco, an Frisuren, Schlaghosen und Ästhetik dramaturgisch gesehen ein echter Rohrkrepierer, der sattsam bekannte Zutaten in einer faden nur scheinbar originellen Rezeptur vermischt.Die Grundidee ist an Fiesheit und Zynismus kaum überbietbar und treibt mir als Freund hurtiger Fahrgeschäfte den kalten Angstschweiß auf die Stirn.Ein junger Attentäter und Terrorist ( Timothy Bottons) installiert Sprengsätze auf Achterbahnen, um riesige Geldbeträge von den Betreibern zu erpressen.Da kann man nur die Luft anhalten, dass nicht die falschen Leute sich durch einen solchen Film inspiriert fühlen. Die ersten fünfzehn Minuten brennt dann auch gleich die Luft vor Anspannung, Nägelkauen und Perfidie, denn wir begleiten eine Schar junger Leute beim Einstieg in die Achterbahn auf einem grossen Vergnügungspark und wissen, dass auf der Schienenstrecke eine Bombe angebracht wurde. Im ständigen Schnitt/ Gegenschnitt der Kamera rasen wir nun einerseits im Achterbahnwagen aus subjektiver Sicht mit den Fahrgästen johlend in halsbrecherischem Tempo durch die schwindelerregenden Kurven und sehen andererseits den Täter unscheinbar in der Menge stehen, wie er per Fernsteuerung den Sprengsatz scharf macht, zündet.... und nun an einem bestimmten Punkt der Strecke der Gleisstrang aufgebogen und zerstört ist .Immer schneller sausen die Wagen nach oben und unten, in Berge und Täler der Schienenstrecke. Die Menschen brüllen, lachen, reissen die Arme in die Höhe und wissen nicht, dass in Sekunden der Tod auf sie wartet. Noch drei Kurven,...zwei.... bis der verhängnisvolle Punkt passiert wird und die Wagen mit voller Wucht aus dem Gleis springen und zerbersten.Als das mit ohrenbetäubendem Krachen geschieht, könnte das Grausen nicht furchtbarer sein . Es sind die dramatischsten und stärksten Momente des Films , die beklemmendsten und unangenehmsten sowieso.Mehr Suspense geht nicht, und diese Worte stimmen leider. Denn " Achterbahn" setzt die absoluten Nervenfetzer Momente gleich an den Anfang und wird nun nicht mehr während der gesamten Laufzeit eine ähnliche Spannungskurve erzeugen können. Das nenne ich dramaturgisch auffällig ungeschickt. Was nun folgt ist eine 0815 Mörderhatz, die wir schon dutzendfach ähnlich sahen. Die wenig überraschungsvolle Jagd auf den Erpresser, die abgekaut , routiniert und staubtrocken zelebriert wird.Man kann " Achterbahn" nun im folgenden zugute halten, dass er das verstörende Thema, welches wirklich urbane Angst macht, weil es uns einmal wieder in unserem Sicherheitsgefühl trifft und jedem von uns ähnliches widerfahren könnte auf Festen, Veranstaltungen, Konzerten nicht weiter in letzter blutiger Konsequenz brutal reisserisch ausbeutet, allerdings in der Alternative dann so derart konventionell auf Sparflamme eine durchschnittliche ausgefranste Tätersuche ohne Esprit und eigene Idee zu verfriemeln, kann nun auch nicht gewollt sein.Sehr rational, nüchtern in vorgefertigten Klischees und mageren Dialogen schleppt sich nun das Ermittlungsprozedere dahin. Man hat den Eindruck Regisseur Goldstone hat mit den ersten Szenen alles Pulver verschossen und fährt ab jetzt mit angezogener Handbremse.Natürlich ist der Erpresser den ermittelnden Beamten immer einen Schritt voraus. Selbstverständlich ist er in gewisser Weise zwar balla-balla aber auch ein Superhirn, das Katz und Maus mit den Polizisten veranstaltet und süffisant seine Überlegenheit ausspielt, in aller Öffentlichkeit jederzeit auf einem Jahrmarkt wieder einen Bombe zünden zu können . Das ist dann auch der Red Hering des Films , doch eine ähnliche Katastrophenszene wie am Anfang wird es nicht mehr geben. Es fehlt dann aber auch durchweg die erzählerische Intensität , die solch einen weiteren derart explosiven Schaueffekt aus sich heraus schon überflüssig machen würde.Nur dem technischen Inspektor Harry Calder ( George Segal) gelingt es im weiteren bei Telefonaten das Vertrauen des Attentäters zu gewinnen und er ist es auch mit dem der Erpresser den Ort der Geldübergabe verhandelt. Wieder ein Rummelplatz soll es sein. Der Versuch dabei den Täter zu fassen misslingt, weswegen FBI Mann Hoyt ( Richard Widmark) sich ein ums andere Mal die Haare rauft vor Zorn.Gerade diese Geldübergabe ist wohl als ultimative lang ausgedehnte Spannungsszene gedacht, verpufft aber wie ein Kolbenfresser, weil sie im Kern doch ideenlos ist und ins dramaturgische Nichts führt. Timothy Bottoms darf da mit seinem Geldkoffer, schwer wichtig und staatstragend beobachtet vom FBI knapp 15 Minuten ein Fahrgerät nach dem anderen benutzen , es geht hin, es geht her, es wird getuschelt und eingekreist und schwupps .. am Ende ist der Psycho doch unbehelligt weg.Es fällt schon auf, wie sehr der Film einfach nur die Faszination und den Nervenkitzel den rasante Fahrgestelle auf Rummelplätzen sowieso ausüben nun eben für die Leinwand als effektvollen Kinogag und reinen Selbstzweck instrumentalisiert. Das ist schon äusserst verkopft und gewollt und hinter dem wortwörtlichen Budenzauber ist es ziemlich hohl. Da beweist Regisseur James Goldstone, wenn mal kein Geblinke von Autoscootern und Rollercoastern im Bild ist, inhaltlich und dramaturgisch wenig gesteigerten Einfallsreichtum.Zwei Stunden wird uns die Bedrohung eines neuerlichen Achterbahn Crashs wie die Rübe dem Esel vor die Nüstern und die Augen gehalten; letztendlich bleibt nur müde , unspektakuläre Ermittlerarbeit mit ebenso sattsam bekannten typisch hölzernen Figurenzeichnungen. Calder hat zuhause natürlich Eheprobleme , ist immer pleite, qualmt eine Fluppe nach der anderen, obwohl er sich sogar per Elektrotherapie das Rauchen abgewöhnen wollte ( wie neu und interessant.....gähn..) und Richard Widmark braucht man nur als Hutständer irgendwo in die Ecke stellen, schon wirkt er automatisch mit seinem Granitgesicht und den stechenden Augen,.. na und mehr tut er dann hier auch nicht.Selbiges gilt für Henry Fonda, der wie viele andere Stars früherer Film-Jahrzehnte im siebziger Jahre Kino noch einmal verheizt wurde als fossiles Brennstöffchen ohne erneuerbare Energie und dabei noch etwas Rampenlicht tanken durfte.So ist " Achterbahn" ein rostig lauer Zeitvertreib, mit sehr wenig Looping und noch weniger Bumms und Speed, aber im stets schönen Seventy Look . Eine Sensation oder ein wirklich mitreissender Hit aus dieser Zeit ist er mitnichten. Und da es da ganz andere tolle Siebziger Knaller gibt , bleibt es bei zwei Gratis Sternen.