Ich bringe in der Kritik meine subjektive Meinung zum Ausdruck. Ich versuche dabei auf Spoiler und Fehler zu verzichten.Grob zur Story: Die junge Protagonisten möchte in ihrer Bank Karriere mäßig aufsteigen. Um den stellvertretenden Filialleiter Posten zu ergattern, soll sie zeigen harte Entscheidungen treffen zu können. Bei der nächsten Gelegenheit tut sie dieses und wird prompt von der abgewiesenen Person mit einem Fluch belegt. Es beginnt für die Protagonisten die Hölle auf Erden...Die Story glänzt mit einem Verhältnis aus Horror, aber auch witzigen Momenten. Mit den witzigen Momenten meine ich teilweise die Situationskomik, wie beim Besuch der eventuell zukünftigen Schwiegereltern, aber auch die teilweise extrem animierten Momente, wie das herausquellen der Augen von der „Hexe“ (Um nicht alle Stellen zu verraten belasse ich es bei den Beispielen).Die Spannung finde ich im Film auch gut gewählt. Der Film bekommt es immer wieder hin diese mystischen und unheimlichen Momente zu schaffen. Der Kampf den Fluch zu brechen und dabei den „normalen“ Alltag mit den ganzen Problemen/Stress zu meistern, hat für mich eine solides Grundgerüst ergeben. Dämonen, Blut, Aktion, Spannung und gute Kulissen (also alles was in einem Horror-Streifen nicht fehlen darf) waren vorhanden. Das Ende, welches ein Film auch ruinieren kann, finde ich gut umgesetzt und ist auch nicht so zu erwarten gewesen.Ich gebe dem Film 5Sterne. Der Film hat mich mit seinen zahlreichen Spannungsmomenten, aber ebenfalls mit seinen witzigen Momenten sehr gut unterhalten. Die Charaktere und auch die Story bilden ein schlüssigen Bild. Das der ganze Film keine Logikfehler besitzt möchte ich dabei aber nicht behaupten.
Christine (Alison Lohman) arbeitet in einer Bank als Kundenberaterin. Als sie eines Tages einer alten Frau den Aufschub ihrer Kreditschulden verweigert, dreht die alte Zigeunerfrau durch und belegt Christine, mit dem schlimmsten aller Flüche. Christine bleiben jetzt nur noch wenige Tage, ihrem drohenden Schicksal in der Hölle zu entkommen...Nach 20 Jahren Horror-Abstinenz kehrt Regisseur Sam Raimi (Spider-Man Trilogie (3 DVDs)) in das Genre zurück, welches in einst mit der Evil Dead-Reihe berühmt gemacht hat. Mit "Drag Me to Hell" erschafft Raimi einen wunderbaren Genrefilm, serviert mit der richtigen, ihm bekannten Mischung aus Witz und ordentlich Grusel.Dabei kann man durchaus eine gewisse Ironie entdecken, dass die Protagonistin ausgerechnet in einer Bank arbeitet und Christines Hauptaufgabe Immobiliengeschäfte sind ;o) Diese Form des subtilen feinen Humors, der schon Filme wie Armee der Finsternis ausgezeichnet hat, liefert die perfekte Balance zur ansonsten sehr düsteren und gruseligen Atmospähre des Films. So wird der Spannungsbogen angenehm in die Höhe geschraubt und durch den gezielten Einsatz klassischer Stilelemente, schafft es Raimi die Spannung und die Unterhaltung bis zur letzten Minute hochzuhalten.Fazit:"Drag Me to Hell" ist mein persönliches Horror-Highlight in diesem Jahr. Abseits des schon fast üblichen Splatter-Kinos, liefert Regisseur Sam Raimi mit "Drag Me to Hell" noch richtig gruselige und sehr unterhaltsame Handarbeit ab. Viele gelungene Wendungen und unterhaltsame, überzogene, wie auch sehr spannende und gruselige Filmmomente, machen diesen Film absolut sehenswert - 5 Sterne.
"Drag me to Hell" polarisiert die Betrachter, wie unschwer auch an den sehr unterschiedlichen Reaktionen hier bei amazon und anderswo abzulesen ist. Aber mal ehrlich: War das jemals anders? Sam Raimi hat eigentlich immer polarisiert. Ich kann mich noch sehr gut an seinen ersten "Evil Dead" erinnern, der von einer, zunächst noch kleinen Schar von Horror-Enthusiasten begeistert aufgenommen wurde aber von einer breiteren Öffentlichkeit als "kranke Phantasie" und die Grenzen des guten Geschmacks verletzend, aufs Vehementeste abgelehnt wurde und letztlich auf dem Index landete. "Darkman" oder "Schneller als der Tod" konnte dann wiederum vor vielen Fans der ersten Stunde nicht bestehen. Und erst recht nicht die "Spider-Man"-Trilogie, die viele als Verrat empfanden, da Raimi damit den Durchbruch in den "verteufelten" Mainstream erreicht hatte. Andere hingegen sahen in "Spider-Man" eine der ersten gelungenen Comic-Verfilmungen überhaupt... zumindest in den ersten beiden Teilen - der dritte wurde wiederum von vielen Fans der ersten beiden Teile abgelehnt. Ein Schicksal, dass er mit Peter Jackson und anderen teilt. Ich persönlich kann mit diesem Schubladendenken wenig anfangen, denn jeder soll doch die Chance haben, sich weiter zu entwickeln.Um Raimis Werk zu verstehen, sollte man wissen, dass er, sehr viel mehr als andere Regisseure, von Comics beeinflusst wurde. Wer die alten EC-Horrorcomics kennt, wird wissen was ich meine. Ausserdem ist er ein Fan von Slapstick-Filmen der alten Schule wie z.B. The Three Stooges, was immer wieder durchscheint - sehr deutlich bei "Armee der Finsternis". Einfach gehaltene Handlungsstränge, Humor, Slapstick-Einlagen und Kameraeinstellungen, die an Bilder aus Comics erinnern sind seit jeher Raimis Markenzeichen - und im Laufe der Zeit variierte er diese Grundthemen immer wieder."Drag me to Hell" ist, im Sinne meiner Vorrede, also nichts Neues: Eine einfache, nicht besonders tief gehende Handlung, die mit Klischees des Genres herumspielt. Eine Raimi-typische Geisterbahnfahrt - nicht so groß wie "Spider-Man", nicht so klein wie "Evil Dead", sondern irgendwie "dazwischen"... möglicherweise wollte Raimi sich einfach nur mal vom Blockbuster-Erfolgsdruck erholen... wer weiss. "Drag me to Hell" hat ein paar großartige Momente wie z.B. die Prügelei von Christine Brown und Sylvia Ganush im Auto in der Tiefgarage oder der Besuch bei Justins Eltern - das ist einfach typisch Raimi und das macht ihm so schnell niemand nach. Einige Sequenzen sind etwas müde z.B. die Seance mit einem besessenen Nebendarsteller, der einen Tanz in der Luft vollführt - das war in "Evil Dead 2" besser zu sehen. Und viele - ich finde zu viele - Schockmomente sind "billige Horrorfilm-Tricks" (wie John Carpenter sie bezeichnet), wo plötzlich, von Soundeffekten untermalt, irgendetwas aus dem Nichts auftaucht und man zwar einen gehörigen Schreck bekommt, aber keine Substanz dahinter steckt.Hat der Film eine tiefer gehende Bedeutung? Manch einer will sogar eine Parabel auf die Mentalität die zur Wirtschaftskrise geführt hat ausmachen - na ja, ich finde nicht... da hat der Zeitgeist ein wenig seine Finger im Spiel. Egal, beim Betrachten der Filmtagebücher kann man jedenfalls erkennen, das der Film mit Liebe zum Detail gemacht wurde. "Drag me to Hell" ist eine Verbeugung vor dem Old-School-Horror der 80er Jahre - hier steht weniger CGI im Mittelpunkt... viele Effekte sind richtig handgemacht und wie ich finde auf sehr hohem Niveau - eine sehr sympathische Seite des Films. Die Darsteller sind gut aufgelegt, Lorna Raver als Sylvia Ganush ist perfekt besetzt, Alison Lohman als Christine Brown schafft es nicht ganz, die Betrachter auf ihre Seite zu ziehen, Molly Cheek als Christines Mutter und David Paymer als Christines Vorgesetzter sind auf alle Fälle sehenswert und auch Justin Long macht seinen Job als Christines Freund und "Skeptiker vom Dienst" gut.Noch ein paar Worte zum Sound: Musik und Sounddesign sind hervorragend - für einen Horrorfilm. Christopher Youngs (Hellraiser) Score ist wirklich gruselig und auch die Soundeffekte tragen sehr viel bei zu den effektiven Schockmomenten - nur der komödiantischen Seite des Films wird beides nicht gerecht - hier wurde meiner Meinung nach zu sehr auf Horror gesetzt. Und leider zieht das den Film insgesamt runter - DAS hätte Raimi m.M.n. auffallen müssen! Wie viel lustiger wäre der Film wohl mit Musik von Denny Elfman geworden - für mich nach wie vor DER Filmkomponist, der das lustige bzw. skurrile Potenzial eines Films auch musikalisch perfekt umsetzen kann... schade, das er und Raimi sich überworfen haben.Sam Raimi gebührt Respekt für sein bisheriges Werk: Er hat das Horror-Genre erneuert und steht damit in einer Reihe mit den ganz Großen. Und er hat gezeigt, dass man Comics mit eigenem Stil aber dem nötigen Respekt vor dem Original-Stoff verfilmen kann - die "Spider-Man"-Trilogie ist weitaus besser als die meisten anderen Umsetzungen.Zur Blu-Ray: "Drag me to Hell" ist qualitativ absolut ok. Keine Referenz aber Bild und Ton sind gehobenes Niveau. Leider sind die lauten Passagen der Musik und der Soundeffekte zu laut im Verhältnis zu den Dialogen - das nervt, wenn man, zur späten Stunde, Rücksicht auf Mitbewohner nehmen muss... man hat immer die Hand an der Fernbedienung - unnötig! Die Extras beschränken sich auf ein Produktions-Tagebuch, das zwar einige Einblicke gewährt, aber mit besseren Making-Ofs nicht mithalten kann. Leider gibt es keinen Audio-Kommentar.Fazit: "Drag me to Hell" ist ein solider Horror-Film mit einigen komödiantischen Einlagen aber keine Horror-Komödie wie man sie von Kult-Regisseur Sam Raimi erwarten würde. Aber wie auch bei anderen, z.B. John Carpenter oder Peter Jackson sollte man nicht den Fehler machen, jeden Film am jeweils besten zu messen - das ist wie bei Otto-Normalverbraucher auch: Wir machen unseren Job mal besser und mal schlechter. "Drag me to Hell" ist gute Unterhaltung mit einigen Mängeln aber weit besser als der Durchschnitt. Trotzdem hoffe ich, der nächste Raimi wird besser.Abspielgeräte:Sony BDP-S760Sharp Aquos LC-40LE700E