★★★★★
k.A.
20.08.2026
ean-shopping.de
Dieses Blu-ray von 'die überleben wollen' ist eine fantastische Wahl, ich habe die gesamte Erfahrung sehr genossen. Die Qualität der Darstellung ist hervorragend und die Filmqualität ist beeindruckend.
WAS IST DAS GEHEIMNIS VON SOYLENT GREEN ??? ...... so ertönt es mehrfach im Trailer zu dem Film, der ebenso wie zwei interessante kurze Specials (knappe 5 und 10 Minuten) auf der DVD enthalten ist. 97 Minuten ist das Filmwerk lang. Bild- und Tonqualität sind gut. Es wurde durchgängig synchronisiert.Mit herrlichen nostalgisch anmutenden Bildern aus dem 19. und 20. Jahrhundert beginnt "Soylent Green". Doch die Musik wird allmählich schneller, hektischer und lauter. Und plötzlich werden wir in das Jahr 2022 katapultiert."Soylent Green" wurde 1973 gedreht und befasst sich mit schaurigen gesellschaftlichen Entwicklungen im Jahr 2022, vorwiegend in New York. Zur Zeit der Dreharbeiten lagen die geschilderten Ereignisse somit satte 50 Jahre in der Zukunft. Zum Stand dieser Rezension (Herbst 2020) haben wir das Jahr 2022 beinahe eingeholt -- und werden es auch sehr bald überschritten haben. Somit können wir heutige Realität und damalige Fiktion vergleichen. Das heutige tatsächliche New York misst etwas über acht Millionen Einwohner. Voraussichtlich wird dieser Trend noch weiter aufwärts gehen. Die Stadt mit den meisten Einwohnern auf unserer Welt ist übrigens Tokio. Dort sollen sogar 38 Millionen Menschen leben.Und fast ebenso viele Menschen, nämlich 40 Millionen, leben lt. "Soylent Green" im fiktiven New York des Jahres 2022. Die Verhältnisse sind verheerend: Die Stadt ist völlig überbevölkert. Das Wasser wurde durch die Industrie vergiftet, der Erdboden verseucht, die Tier- und Pflanzenwelt erheblich dezimiert. Die meisten Menschen finden keinen Platz. Sie müssen in großen Hallen oder sogar auf Treppenstufen schlafen.Ein reicher Industrieller wird ermordet. Er war Aufsichtsrat der Produktionsfirma "Soylent Green" und wusste offensichtlich viel zu viel. Doch ein wackerer Polizist hat Blut geleckt und macht sich auf die Fährte nach den Hintergründen des nicht ganz schlüssig erscheinenden Mordes."Soylent Green" ist ein düsterer, zugleich aber auch wunderbarer Film. Er schockt und rüttelt auf, bewegt, berührt und macht sogar auch Hoffnung. Es ist ein -- besonders für damalige Verhältnisse -- Science Fiction- Film, darüber hinaus ein Kriminalfilm, sogar Thriller, umfasst handfeste Action, ansatzweise Horror und vor allem gegen Ende eine Verfolgungsjagd mit Schießerei, von der so mancher Western träumen mag. Vor allem aber besticht er durch seine gnadenlose Psychologie. Ein alter Mann ist verzweifelt. Er möchte sich einschläfern lassen. "Ich habe viel zu lange gelebt", wird er zu seinem Freund, dem Polizisten, sagen. "NEIN!" wird dessen entschlossene und überzeugte Antwort lauten.CHARLTON HESTON (1923- 2008) ist genau der richtige Typ, um sich auf die Spur nach dem Geheimnis von Soylent Green zu machen. In einer verzweifelt- oberflächlichen Welt agiert er unbequem, markant und kantig. Er ist neugierig geworden und findet einen neuen Lebensinhalt. Er kämpft für seinen selbstauferlegten Auftrag -- obwohl oder vielleicht gerade weil ihm sein eigenes Leben nicht besonders lebenswert erscheint.Edward G. Robinson (1893- 1973) ist kaum wiederzuerkennen unter seinem dichten graumelierten Rauschebart. Beinharte Filmfans kennen ihn noch als eine Art Gangster mit Herz oder etwas später als Komödiant mit gangsterhafter Vergangenheit. Das Berührende ist: In "Soylent Green" beschäftigt er sich mit seinem Tod. In Wirklichkeit sollte er zwei Wochen nach Beendigung des Filmes an Blasenkrebs sterben.Regisseur Richard Fleischer (1916- 2006) hatte schon jahrzehntelang Western, Krimis, Horror und Science Fiction- Filme gedreht. Wohl auch deshalb hat er selbst Kleinstrollen von "Soylent Green" (in der Bibliothek, im Krematorium) noch mit Darstellern besetzt, die bereits in den 1930er Jahren Filme drehten, die beispielsweise schon mit Errol Flynn gesegelt waren. In den etwas größeren Nebenrollen besonders hervorzuheben ist natürlich Joseph Cotten als reicher Mann und Aufsichtsrat von Soylent Green. Leigh Taylor- Young, als seine Mäträsse ziemlich hübsch, sollte beispielsweise später in "Dallas" weitere Karriere machen. Die farbige Paula Kelly, recht erotisch, galt als eines der gefragtesten Fotomodelle jener Zeit. Brock Peters, der ebenso farbige Chef von Charlton Heston, hatte beispielsweise schon den Verurteilten in "Wer die Nachtigall stört" verkörpert. Chuck Connors, der muskulöse Gegenspieler von Charlton Heston, war damals ein sehr erfolgreicher Baseball- und auch Basketball- Star.Charlton Heston selbst befand sich in jener Zeit nach frühen Western wie "Der weiße Sohn der Sioux" (1952) und Monumentalfilmen wie "Ben Hur" (1959) in einer sogar etwas länger anhaltenden Comeback- Phase als Action Star in hoffnungsarmen Welten. Ich kenne und liebe ihn in "Planet der Affen" (1968), "Die Rückkehr zum Planet der Affen" (1970) und "Der Omega- Mann" (1971).Zurück zu "Soylent Green". Das Wichtigste zum Schluss: Der Film gilt als einer der ersten Öko- Thriller in der Filmgeschichte. Tja, was ist denn nun das Geheimnis von Soylent Green -- bzw gibt es eines?!? Jedenfalls zeigt der Film schon mal sehr klar, dass das, was in den Medien lauthals propagandiert wird, zwar durchaus den Tatsachen entsprechen kann, es aber keineswegs muss. Und, lieber Filmfreund, spätestens nach Beendigung dieses Filmes werden Sie, sofern Sie nicht gerade Abstinenzler sind, folgende (noch) "selbstverständliche Dinge" überaus zu schätzen wissen: echtes Papier, fließendes Wasser, duftende Seife, frische Erdbeermarmelade, ein großes, saftiges Steak, sogar einen Schluck echten Whisky .... bis hin zu wunderschönen Natur- Landschaften, die uns umgeben und umgeben sollten!