★★★★★
k.A.
15.08.2026
ean-shopping.de
Ein absolut faszinierendes und bewegendes Buch, das mich tief berührt hat; die Geschichte von Atonement ist meisterhaft erzählt und packt sofort mit.
★★★★★
k.A.
15.08.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk und eine großartige Lektüre, die mich tief in die Geschichte eintauchen lässt. Die Geschichte von Atonement ist unglaublich fesselnd und emotional berührend.
Packend und kunstvoll gearbeitet fand es eine Auswahl von hochrangigen Kritikern, die für die BBC die besten englischsprachigen Romane seit 2000 auswählen sollten und setzten es unter über 150 Büchern auf Platz 9. Ich bin froh, der Empfehlung gefolgt zu sein, auch wenn ich mich etwas plagen musste. Nur Muttersprachler oder echte Zweisprachler lesen anspruchsvolle Literatur ohne Mühe, ich bin weder das eine noch das andere. Ich schätze die Arbeit von Übersetzern, aber eine noch so gute Übersetzung kann die Begegnung mit dem Original nicht ersetzen, zumal wenn es sich in diesem Fall um ein stilistisch herausragendes Werk handelt. Selten hat sich die Mühe so gelohnt.Der Roman bietet fein ziselierte Porträts von Individuen und gesellschaftlichen Verhältnissen in Friedens- und Kriegszeiten über einen Zeitraum von 100 Jahren, wenn man einige Rückblenden und den langen Epilog dazurechnet. Dazu ein atemberaubendes Bild der Fratze des Krieges im Vorfeld der Evakuierung der britischen und französischen Truppen bei Dünkirchen 1940. Als Infanteristen treffen wir dort einen unschuldig Verurteilten und seines Lebenstraumes Beraubten und zur gleichen Zeit in einem Londoner Hospital die Schuldige als Schwesternschülerin Briony (Nurse Tallis) auf der Suche nach Vergebung für eine Schuld, die sie 1935 auf dem Landsitz ihrer Eltern auf sich geladen hatte, als sie den Geliebten ihrer älteren Schwester Cäcilie durch ihre Falschaussage ins Gefängnis brachte. Wird das Paar die Belastung überstehen, wird sie warten können wie versprochen, wird er überleben?So auf das Handlungsgerüst reduziert, könnte man meinen, man könnte dergleichen auch woanders lesen. Vielleicht, aber nicht auf diesem Niveau. Familienbande (nach Karl Kraus hat das Wort einen Beigeschmack von Wahrheit), Freund- und Feindschaften, Standesdünkel (Robbie ist der Sohn einer Hausangestellten, ein hochbegabter Medizinstudent), Schuld und Sühne, Treue und Vergeltung. Das erfordert einen Stilisten von Gnaden. McEwan trifft unter vielleicht fünfzig englischen Ausdrücken für Reden oder Fortbewegen den jeweils in der Situation einzig Richtigen, er hält die Balance zwischen Stimmungsbildern, ruhigen Beschreibungen und unbarmherzig vorangepeitschten Handlungen. Da ist kein Wort zuviel, eine verzogene Tür im Elternhaus und ein heruntergekommener viktorianischer Tempel in einem See stehen für die Risse in einer dekadenten Zwischenkriegsgesellschaft, die erst in der Gefahr einer drohenden Invasion zu sich selbst und zu den alten Tugenden findet.Liebhaber schriftstellerischer Rafinesse werden einen ausführlichen Brief goutieren, in dem der Herausgeber einer Zeitschrift, m.E. unverkennbar das Alter Ego McEwans, der Schwesternschülerin Briony erklärt, warum er ihre autobiographisch gefärbte Erzählung wegen gewisser Schwächen nicht veröffentlichen kann, sie aber gleichzeitig zum Weitermachen ermutigt. McEwan taucht noch einmal auf, in anderer hier nicht zu verratender Gestalt im Epilog, wo es um Fiktion und Realität geht. Hat sich nicht auch mancher Leser gefragt, wie es wirklich war?Auf Niveau B2 bzw. C1 und Leseerfahrungen mit anspruchsvoller Literatur lässt sich die Herausforderung mit Gewinn bestehen, meine ich. Notfalls hilft die Wörterbuchfunktion des Kindle, ganz Eifrige können eine Vokabelsammlung aufbauen und nochmals Revue passieren lassen, sogar im Kontext der Originalstellen, außerordentlich hilfreich.