Ich bin nicht jemand, der dies leichtfertig sagt; im Gegenteil beäuge ich überschwängliche Empfehlungen meist skeptisch (Und unterstelle dem Befürworter stillschweigend schlechten Geschmack). Hier haben wir allerdings ein Ausnahmewerk vor uns, und obwohl ich in den ersten Kapiteln schlicht davon angetan war, wie gut _ich_ angesprochen werde, wurde mir mit späteren Kapiteln klar, dass _absolut jeder_ von diesem Buch profitieren kann. Diese Realisation war unerwartet, und ich möchte erklären, warum ich zu diesem Schluss kam:------------------------------- Grundsätzliches-------------------------------Dies ist die Originalfassung, d.h. das Buch ist vollständig in Englisch. Ich kann jedem nur empfehlen, diese Fassung zu lesen, denn mehr noch als in vielen anderen Werken, ist dieses nicht verlustfrei übersetzbar. Jordan Peterson hält sich das meiste Buch hinweg streng an seine eigene 10te Regel: "Be precise in your speech". Es ist schnell klar, dass er seine Worte mit großer Sorgfalt wählt; dies ist kein Roman. Zweitere leiden nicht derart unter Übersetzungen in andere Sprachen.Das Buch hat 409 nummerierte Seiten, und das Hardcover ist attraktiv wie widerstandsfähig; die Schriftgröße ist angenehm groß und leicht lesbar. Ich fühle mich in meiner Entscheidung für diese Version bestätigt.Wichtig: Die in meinen Augen beste Art das Buch zu lesen, ist ein Kapitel, und danach eine Woche zu pausieren, bevor man zum nächsten geht. Das gibt einem Zeit über die Inhalte zu reflektieren, und den Inhalt in kleinen Arten in sein Leben zu integrieren. Außerdem läuft man andernfalls Gefahr, auszubrennen; und ich kann mir keinen schlimmeren Bärendienst vorstellen, als das Buch in einem Zug durchzulesen.------------------------------- Inhalt ("Spoilerfrei")-------------------------------Nicht, dass man den Inhalt spoilern könnte.Eine Freundin fragte mich, worum es in dem Buch geht, und ob ich ihr den Inhalt zusammenfassen könnte; nachdem ich ihr von einigen Ideen aus einem Kapitel erzählte. Wieder gilt: Dies ist kein Roman. Es sind 12 Kapitel (Zuzüglich eines lesenswerten Vorwortes), die jeweils eine der titulären Regeln darstellen.Manchmal beginnen die Kapitel mit einer Geschichte/einem Mythos (Dies kann aus einer Weltreligion, aber auch einem Disneyfilm gegriffen sein), manchmal sind es wissenschaftliche Statistiken/Fakten (Das erste Kapitel befasst sich rasch mit dem territorialen Verhalten von Hummern), manchmal sind es persönliche Erlebnisse des Autors. Sie alle haben den selben Zweck: Das Erklären der Wichtigkeit der Regel.Manche Leser werden womöglich vor den Kopf gestoßen sein, 15 Seiten lang von Geschehnissen und philosophischen Ideen zu lesen, bevor sie "an den Kern" der Sache kommen; denn in der Tat kulminiert jedes Kapitel am Ende zu der titulären Regel. Doch jede Regel ist nur so sinnvoll, wie das Ziel, das sie hat; und es muss zunächst etabliert werden, welches dieses ist; oft, indem der Verlauf konsequenten Nichtbeachtens betrachtet wird. Eine Regel ohne "Warum" ist sinnlos, und dafür wird mitunter weit ausgeholt.Sei es aufgrund dieser Abstraktionsebene, der messerscharfen aber dennoch bodenständigen Sprache, oder schlicht der vorliegenden Thematik: Mein Gehirn brummte nach jedem Kapitel, ich fühlte mich wie berauscht, und als würde ich die Welt ein wenig besser verstehen. Und tatsächlich ist es die Welt, die man besser versteht; und das war ein Anspruch, den ich beim Kauf nicht einmal hatte. Ich wollte mich besser verstehen. Doch wenn es "klickt", klickt es oft nicht nur lokal; und Peterson ist stets erpicht darauf, größere Zusammenhänge aufzuzeigen.Als illustratives Beispiel nehme ich Regel 5 ("Do not let your children do anything that makes you dislike them"). Dieses Kapitel diskutiert die Beziehung zwischen Eltern und Kind, und kann auf 3 Arten gelesen werden:1) Als (werdender) Elternteil.2) Als "Kind", d.h. als die Dinge, die man in seiner Kindheit und Erziehung erfahren hat (Speziell wenn sie negativ war).3) Als "unbeteiligter" Erwachsener, der in fremden Kindern oder Erwachsenen Defizite sieht und versteht.Dabei schränkt sich Peterson nicht auf eine Perpektive ein, und ein aufmerksamer Leser nimmt alle 3 während des Lesens ein. Dies ist exemplarisch, und andere Kapitel sind ähnlich ergiebig; auch, wenn zweifellos manche Kapitel stärker in Erinnerung bleiben als andere.Die 12 Kapitel versuchen jeweils für sich zu stehen; gekapselte Teile innerhalb des Buches (Auch wenn es unweigerlich Überlappungen gibt). Sollte jemand daher auf die Idee kommen, die Kapitel in anderer Reihenfolge zu lesen, möchte ich aber dennoch davon abraten.------------------------------- Fazit-------------------------------Dieses Buch verdient sämtliches Lob, das es bekommt. Es ist ein "Lebensratgeber", ohne ein Lebensratgeber zu sein. Es ist nicht esoterisch, vage, oder beschönigt Dinge. Es lies mich mehrmals laut auflachen, verlor aber nie an Seriösität. Es zeigt dem Leser auf, dass _er_ schuld an seinem Leid ist, und es erklärt warum; und zeigt konkrete Auswege. Auch wenn der Leser oft schlucken muss, denn die Wahrheit ist bekanntlich eine bittere Medizin, geht der Autor sorgsam mit dem Leser um, und bleibt bei aller Härte (Und unterschätzt nicht die Härte) fair.Wenn Ihnen die Rezension gefallen hat, bitte ich um ein "Upvote", um sie für andere sichtbarer zu machen.~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Zielgruppe / Meine Person~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~Ich sagte eingangs, dass ich überzeugt bin, dass jeder Mensch etwas aus diesem Buch mitnehmen kann. Ich stehe dazu, aber möchte auch nicht verleugnen, dass einige Personen eher in die "Zielgruppe" fallen, als andere. Daher möchte ich kurz über mich persönlich sprechen:Ich bin 27 Jahre alt, männlich, studiere Technische Physik, arbeite im weitesten Sinn als Programmierer, bin in Wien geboren und aufgewachsen. Ich habe seit meinem 13ten Lebensjahr wiederkehrende Selbstmordgedanken, habe schwere Verlustängste und Angst vor sozialer Ausgrenzung, kämpfe viele Jahre mit der empfundenen Sinnlosigkeit meines Lebens, gehe seit 2 Monaten (auf eigenen Wunsch) in Psychotherapie; und leide seit durchgehend 2 Jahren unter der Krebserkrankung meiner Mutter, die in den kommenden Monaten daran versterben wird.Mancher Leser wird sich nun denken, dass das ein schweres "Packerl" ist; aber die offensichtliche Wahrheit ist, dass ein erheblicher Anteil der modernen Bevölkerung ähnliches (oder Schlimmeres) erzählen könnte. Auch wenn Frauen und Männer wohl zahlenmäßig ähnlich betroffen sind: Wenn Sie ein Mann sind, haben Sie vermutlich mit kaum jemanden jemals darüber gesprochen. Vielleicht wollen Sie stark sein, vielleicht wollen Sie andere nicht belasten; vielleicht wollen Sie sich auch einfach nur nicht damit auseinandersetzen, in der Hoffnung, die Probleme verschwinden von alleine. Womöglich sind Sie einsam (Auch hier sind Männer deutlich stärker betroffen), und haben gar nicht die Möglichkeit, sich Rat und Trost von anderer Stelle zu holen.Ich kann und konnte nie etwas mit Esoterik anfangen. Ich glaube nicht an Hokuspokus, ich glaube nicht an einen Gott. Ich bin kopflastig, fühle mich in Tatsachen und Pragmatismus wohl, aber bin keine herzlose Maschine. Ich will nicht belogen werden, um mich in den Augen des Lügenden besser zu fühlen; ich will die Wahrheit - so hart sie auch sei - damit ich meine Fehler verringern, und als Persönlichkeit wachsen kann. Und ich fühle mich oft leer, fühle einen Hunger nach etwas, dass ich oft selbst nicht deuten kann.Wenn Sie sich in dem obigen Text wiederfinden können, dann kann ich Ihnen das Buch ohne Vorbehalte empfehlen.Wenn Sie lieber alle Dinge durch die Blume hören, wenn es Ihnen schwer fällt, zu differenzieren (Ich habe Rezensenten gesehen, die meinen, Peterson sei ein konservativer Christ. Selbige Leute würden wohl auch sagen, Schindler war ein Nazi), oder viele(!) festgefahrene Überzeugungen haben, die Sie auf keinen Fall aufgeben wollen, sind Sie bei diesem Buch wohl falsch.
Das Buch "12 Rules for Life" von Jordan Peterson ist ein Bestseller, der darauf abzielt, Lesern praktische Ratschläge zu geben, wie sie ein erfüllteres Leben führen können. Die 12 Regeln sind:1.Stellen Sie sicher, dass Ihr Haus in perfekter Ordnung ist, bevor Sie die Welt verändern.2. Behandle dich selbst wie jemand, den du verantwortlich bist, zu helfen.3.Machen Sie Freundschaft mit Menschen, die Ihnen helfen möchten, das Beste zu sein.4.Vergleichen Sie sich nicht mit anderen.5.Lassen Sie Ihre Kinder nicht tun, was Sie nicht tun würden.6.Stellen Sie sicher, dass Ihre Worte wahr sind.7.Verfolgen Sie das, was bedeutungsvoll ist, nicht das, was oberflächlich ist.8.Sagen Sie die Wahrheit oder zumindest seien Sie nicht unaufrichtig.9.Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben.10.Sei präzise in deiner Sprache.11.Ziehen Sie Nutzen aus dem Leiden anderer nicht.12.Betrachte dich als ein kleines Rädchen in einem großen System.Peterson argumentiert, dass diese Regeln auf einer tiefen, psychologischen Ebene universell anwendbar sind und dass das Befolgen dieser Regeln dazu beitragen kann, ein erfüllteres und sinnvolleres Leben zu führen. Er betont auch die Bedeutung von Tradition, persönlicher Verantwortung und Individualität.Zusammenfassend bietet "12 Rules for Life" von Jordan Peterson praktische Ratschläge für Leser, die ihr Leben verbessern möchten. Die Regeln betonen die Bedeutung von Ordnung, Ehrlichkeit, Verantwortung, Präzision und persönlichem Wachstum. Das Buch fordert die Leser auf, ihre Handlungen und Entscheidungen bewusst zu hinterfragen und ihre Werte zu definieren, um ein erfüllteres Leben zu führen.