★★★★★
k.A.
22.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Weihnachts-Edition von Neil Gaiman ist ein wahrhaft magisches und fesselndes Erlebnis, das mich tief beeindruckt hat. Die Geschichte über Erinnerung, Magie und Überleben ist wunderschön erzählt und perfekt für die Weihnachtszeit.
Liza Hempstock kam als Geist schon in "The Graveyard Book" vor, in "The Ocean at the End of the Lane" geht es um drei Frauen aus der Hempstock Familie, die zudem viel Ähnlichkeit mit den Schicksalsgöttinnen aus "The Sandman" und den drei Schwestern aus "American Gods" haben. Wer Gaiman kennt, weiß, dass der Autor so gern an seinen eigenen Mythen oder zumindest an seiner eigenen Auslegung von Mythen spinnt.Die Hempstocks beschützen mit allen magischen Mitteln einen Jungen und dessen Familie, der durch ein Missgeschick in das Beuteschema einer finsteren Gestalt geriet. Und wie man Gaiman kennt, geht das nicht ohne Opfer und am Ende ist manches wieder gut, aber eben nicht alles.Ich liebe Gaimans Stil und fast alles, was er schreibt. Damit bekommt er schon immer Bonuspunkte. Hätte die Story jemand anders geschrieben, wäre sie für mich wahrscheinlich nicht so spannend gewesen, denn irgendwie ist sie, anders als frühere Meisterwerke Gaimans, nicht sonderlich originell. Sorry, aber ich kann es nicht anders behaupten, auch wenn mich andere Gaiman-Fans dafür nicht lieben werden. ;-)Distanziert betrachtet finde ich, dass Gaiman schon immer Höhen und Tiefen hatte, auch im "Sandmann" nicht manche Stories nicht so gut wie andere, aber bis zu "American Gods" fand ich ihn zumindest immer einzigartig und innovativ. Mittlerweile fällt mir zum wiederholten Mal auf, dass Gaiman anfängt, sich selbst und andere zu stark zu wiederholen. ("The Graveyard Book" war eine nette Kindergeschichte, aber bot nur ein bekanntes Handlungsschema, angelehnt am "Dschungelbuch" und Harry Potter. "Anansi Boys" hätte man auch als Feel-Good-Movie mit einem US-Komiker verfilmen können.)Dennoch weiß ich, dass ich weiterhin so gut wie alles von ihm lesen werden, denn, wie schon gesagt, ich liebe einfach seine Schreibe. Und hoffe nun innigst, dass der Meister bald wieder einen Geniestreich wie "Neverwhere" oder "American Gods" schafft.