★★★★★
k.A.
13.05.2026
ean-shopping.de
Ein zeitloser Klassiker, der mich mit seiner winterlichen Atmosphäre fesselte, wird durch die Ergänzung mit der Geschichte aus \"Inferno im Hotel\" noch spannender. Obwohl ich die Geschichte sehr mochte, war die Gesamtleseerfahrung etwas dicht.
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Kommerzienrat Schlüter, seines Zeichens Millionär aus Berlin, der bei einem Preisausschreiben, das von einer seiner eigenen Firmen veranstaltet wird, den zweiten Preis gewinnt - nämlich einen Aufenthalt in einem sehr noblen Wintersport-Hotel. Und nun beginnen die Verwicklungen, die der Autor der Geschichte, nämlich kein geringerer als Erich Kästner, ersonnen hat:Hilde, die Tochter des Millionärs Schlüter, erfährt, dass ihr liebenswerter, etwas naiver Vater in dem Grandhotel als armer Mann auftreten will. Sie ruft den Direktor des Hotels an und schildert die Situation. Aber - eine Panne, mit weitreichenden Folgen passiert. Der Preisträger des 1. Preises, ein wirklich armer Schlucker, der mit von der kargen Rente seiner Mutter lebt, weil er, trotz all seinen Bemühungen, keine Arbeit finden kann (man sieht, alles hat es schon einmal gegeben, denn der Roman spielt in der Zeit der Weimarer Republik, als viele Menschen arbeitslos und sehr arm waren). Und dieser wirklich arme Mann, wird nun irrtümlich für den verschrobenen Millionär gehalten.Der Roman, wie viele Werke des großen deutschen Erzählers, Erich Kästner, zeigt sehr humorvoll, mit vielen Gags, aber auch sehr nachdenklich stimmend, auf, wie Geld die Menschen verändert. Wer den Roman nur als Unterhaltungsliteratur verstehen will, na gut!!!Aber Kästner möchte, wenn auch hier auf eine eher schlichte Art, auf die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen in unsicherer Zeit aufmerksam machen. Doch auch, wer einmal herzlich lachen möchte, kommt auf seine Kosten.Schon als Kind habe ich mit Begeisterung die Romane für Kinder von Erich Kästner gelesen. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie tieftraurig, entsetzt und verwirrt ich war, als mir meine Mutter erzählte, dass Kästners Bücher während der Nazizeit verboten waren und sogar verbrannt wurden.Doch zurück zu dem Buch "Drei Männer im Schnee". Prima finde ich, dass der Titel jetzt als Kindle-Edition bestellt werden kann. Den Untertitel "Inferno im Hotel" finde ich persönlich einfach scheußlich!