★★★★★
k.A.
17.07.2026
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Dieses Buch ist ein faszinierendes und sehr informatives Werk, das die bemerkenswerte Nachkriegskarriere von Klaus Barbie detailliert darstellt und mich tief beeindruckt hat. Die Darstellung ist sehr gut recherchiert und fesselnd.
★★★★★
k.A.
17.07.2026
ean-shopping.de
Das Buch bietet einen interessanten Einblick in die erwähnten historischen Ereignisse und die Biografie von Klaus Barbie, ist aber in der Darstellung der Details etwas zu dicht.
★★★★★
k.A.
17.07.2026
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Interessant!
Reinhard Gehlen war und ist beileibe kein Einzelfall gewesen. An sich sind ja bereits Heerscharen ehemaliger kleinerer und mittlerer „Würdenträger“ nahtlos in die neue Bundesrepublik integriert worden, aber auch bis ganz nach oben reicht die Palette derer, die zumindest von härteren Sanktionen verschont geblieben waren aufgrund ihres, zumindest geglaubten, „Wertes“ für die westliche Welt nach dem zweiten Weltkrieg.Peter Hammerschmidt hat sich in diesem Buch nun eines ganz besonders auffälligen und, letztlich, schwer zu rechtfertigenden Falles angenommen.Klaus Barbie.Mitglied der Gestapo.Chef der Gestapo in Lyon nach Stationen in den Niederlanden und Dijon.Verantwortlich für Gewalt und Terror nach innen. Folter inbegriffen, das Verschwinden lassen „unbeliebter“ Personen zudem als einfache Übung.„Der Schlächter von Lyon“ war ein durchaus zutreffender Titel für Barbie.Eine der „Schattengestalten“ des dritten Reiches und ohne weiteres Nachdenken eigentlich reif für die Anklagebank in Nürnberg samt zu erwartendem Todesurteil.Ab 1948 dann bereits im Sold der USA unter Übernahme des Agentennetzes „Büro Petersen“, welches Barbie im Vorfeld bereits aufgebaut hatte.Von den Franzosen als Kriegsverbrecher gesucht, wurde Barbie bereits 1947 von den USA als Informant angeworben und „vor den französischen Ermittlern versteckt“. Ein Sachverhalt, der erst 1983 offiziell durch das CIC bekannt gegeben wurde. Mitsamt der „Schleusung“ Barbies auf geheimen Wegen durch eben jenes CIC aus Europa nach Bolivien.Wobei Hammerschmidt minutiös (wenn auch in Teilen langatmig und zu kleinteilig) aufweist, dass hier nicht ein einzelner Dienst einen „Fehler“ begangen hat, sondern durchaus einerseits beim CIC die Vergangenheit Barbies nicht unbekannt war, wie auch verschiedene andere europäische „Dienste“ sich Barbies je zu Zeiten bedienten. Nicht zuletzt, und dies ist tatsächlich so zu verurteil, wie Hammerschmidt es rigide vollzieht, der BND (und das noch Mitte der 60er Jahre von Bolivien aus unter dem Decknamen „Adler“, worauf der Titel des Buches sich bezieht).Mittels bis vor Kurzem unter Verschluss stehender Akten und neuem Material aus Barbies Nachlass geht Hammerschmidt sehr gründlich und detailliert zwei Grundfragen im Buch nach, neben der konkreten Beschreibung seines „Befundes“ über Klaus Barbie (dem er biographisch von Kindheit an nachgeht).Zum ersten legt er die „kontinuierliche Protektion des NS-Kriegsverbrechers Barbie“ durch drei verschiedene Dienste dar.Zum zweiten beschäftigt sich Hammerschmidt mit der Frage, ob und ja welche „individuellen Voraussetzungen NS-Täter als nachrichtendienstliche Verbindung westlicher Dienste prädestinieren“.Nicht einfach zu lesen ist das Buch auf sprachlicher Ebene. Wiederholungen, eine eher „trockene“ Sprache, die allgemein wissenschaftliche Ausrichtung, die eher einer Dissertation als einer populärliterarischen Darstellung entsprechen, erfordern eine doch spürbare Konzentration beim Lesen.Die Auswertung lange Jahre verschlossener Akten (gerade beim BND) und die Aufarbeitung von biographischen Details (vor allem bisher nicht bekannter Briefe Barbies) entschädigen dann durchaus für manche Mühe bei der Lektüre.Alles in allem eine sehr fundierte und sehr intensiv recherchierte Aufarbeitung des „Falls Barbie“, in der Hammerschmidt auch den Bogen zum weiteren protegierenden Umgang mit ehemaligen NS-Schergen nach 1945 durch die westlichen Geheimdienste schlägt.Eine interessante Lektüre.
DECKNAME ADLER von Peter Hammerschmidt bietet eine Überfülle an Informationen über Klaus Barbie, die westlichen Geheimdienste und das Chaos der Nachkriegsjahre. Diese Überfülle muss der Leser erst einmal verarbeiten. Die zahlreichen Quellenangeben machen es notwendig, regelmäßig in den Anhang zu schlagen.Wie wurde es möglich, dass der gesuchte Kriegsverbrecher Klaus Barbie, auf die Soldliste der amerikanischen Dienste kam? Man muss fairerweise sagen, auf die Soldliste von einem Teil der amerikanischen Dienste (CIC = Counter Intelligence Corps). Anschaulich schildert Hammerschmidt, wie zum Teil eine Stelle der amerikanischen Dienste nicht wußte, was die andere machte. Ein Teil forderte dazu auf, Barbie nach Frankreich auszuliefern, ein anderer Teil (der Amerikaner) schützte ihn vor möglichen Zugriffen. "Das CIC wußte, dass es sich bei Barbie um den Chef der Gestapo in Lyon handelte, der im Rahmen des Automatic Arrest hätte festgenommen werden müssen.", Seite 177.Das Chaos der direkten Nachkriegszeit eben. Recherchen waren schwierig, Post- und Dienstwege lang......... auch das hat Klaus Barbie geholfen. Als es dann zu Beginn der 1950er Jahre organisierter wurde, hat man Barbie geholfen, nach Südamerika zu entkommen.In den 1960er Jahren kommt dann der BND auf Klaus Barbie, drückt ebenso beiden Augen zu, will alles nicht so genau wissen, der Waffenhandel blüht, die deutsche Wirtschaft will Geschäfte mit Südamerika machen, man braucht Informanten. Hammerschmidt schreibt dazu: "Bereits 1963 hatte die Bundesrepublik von den Amerikanern Gebrauchtwaffen im Gesamtwert von rund 700 Millionen Dollar übernommen, darunter auch M-41, die von der Thyssen_Henschel und der Firma Wegmann in Kassel generalüberholt wurden. (...) Von der `deutschen Wertarbeit `erfuhren die bolivianischen Generäle dank `Don Klaus` (= Barbie)..........", Seite 268.Erstaunlich auch, dass amerikanische Behörden hilfreicher waren, bei der Arbeit an diesem Buch, als deutsche Stellen: "Da sich im Gegensatz zu den USA in der Bundesrepublik noch keine entsprechende Infrastruktur etablieren konnte, die die systematische Öffnung und Überführung von Dokumenten des In- und Auslandsnachrichtendienstes an öffentliche Archive ermöglicht, war ich besonders hier auf die Kooperation von Einzelpersonen angewiesen (...)", schreibt Hammerschmidt am Ende seines Bandes.( J. Fromholzer )