Es wird ein sehr guter Überblick über die alte Geschichte Israels gegeben. Unterschiede zwischen dem, was als weitestgehend (nach heutigem Stand des Wissens) gesichert angesehen werden kann, und dem, was umstritten ist und unterschiedliche Deutungen zuläßt, werden deutlich herausgearbeitet. Neu für mich war, daß sich die heutige Forschung von der Dominanz befreit hat, biblische Darstellungen bestätigen zu wollen, wie das noch bis Anfang der 1990-er Jahre der Fall war. Die flächendeckenden Forschungen auch zum Teil weit über das israelische Gebiet hinaus mit all den dazugehörigen Zusammenschauen und Darstellungen der Gesamtentwicklungen sind sehr plausibel und geben einen ganz deutlichen Hinweis darauf, wie tendenziös die biblische Darstellung ist, die eine Absicht dahingehend erkennen läßt, politisch-religiöse Ziele des Südreiches Juda im späten achten und dann siebenten Jahrhunderts vor Christus zu legitimieren, zu fördern, Expansionsbestrebungen zu ermöglichen, und eine Eingott-Staatsreligion bzw. Jahwe-Alleingott-Staatsreligion zu etablieren, die dafür als Stütze dienen sollte. Die Glaubwürdigkeit der Darstellung der Geschichte in der Bibel wird dadurch auf‘s Stärkste erschüttert und als ganz stark Juda-tendenziös herausgestellt, was sich durch zunehmende Forschung, denke ich, auch immer besser belegen lassen wird.Wer sich seinen biblischen Glauben nicht nehmen lassen will, wer weiter an der Glaubwürdigkeit hinsichtlich der geschichtlichen Darstellung der Bibel festhalten will, der sollte dieses Buch nicht lesen, denn dieses Buch ist die weitestgehendste Widerlegung dieses Sachverhaltes nach der Darstellung Israel Finkelsteins in seinem Buch „Keine Posaunen vor Jericho“.Ein sehr empfehlenswertes Buch für geschichtlich interessierte Leser und ein Fundament für ein Gesamtbauwerk (in literarischem Sinne), das langfristig den Kirchen und christlichen, auch jüdischen Religionsgemeinschaften den Boden unter den Füßen wegziehen wird, da die Möglichkeit der biblischen Begründung von Glaubensaussagen mit den geschichtlichen Darstellungen der Bibel dann so nicht mehr möglich sind, weil sie einfach nicht wahr sind. Die biblische Darstellung ist dann nur noch Literatur, eine Novelle, ein Roman oder dergleichen, fast ohne realhistorischen Bezug. Man kann nicht jetzt zu glaubende Glaubenswahrheiten mit unwahrer biblischer Geschichtsdarstellung begründen, das ist unredlich.Also nochmal, dieses Buch ist sehr empfehlenswert, hier spricht ein Autor mit einem enormen Fachwissen.
Hierbei handelt es sich um eine sehr gute und ausführliche Darstellung der Geschichte Israels von ihren Anfängen bis ins 1.Jahrhunder nC, die für das Studium perfekt geeignet ist.Jedoch mag der hohe wissenschaftliche Anspruch des Buches nicht unbedingt für jeden Leser die geeignete Wahl sein.