★★★★★
k.A.
05.06.2026
ean-shopping.de
Ein sehr spannender und packender Roman, der mich von Seite zu Seite fesselte, auch wenn manche Passagen etwas zu düster sind.
★★★★★
k.A.
05.06.2026
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Super!
Wer ist Jaime Ramón Mercader del Río, kurz Ramón Mercader? Und wer ist Lew Dawidowitsch Bronstein? Oder wer ist Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili? Letzter ging als Massenmörder in die Geschichte ein. Bekannter ist er unter dem Namen Josef Stalin. Der Zweite ist bekannter unter dem Namen Leo Trotzki. Trotzki war russischer Revolutionär und Wegbegleiter von Lenin und Stalin, Volkskommissar des Auswärtigen, für Kriegswesen, Ernährung, Transport, Verlagswesen sowie Gründer und einer der Organisatoren der Roten Armee. Nachdem Stalin die Macht an sich riss, entmachtete er 1927 Trotzki und ließ ihn 1940 in seinem mexikanischen Exil ermorden.Sein Mörder war der Katalane und Sowjetagent Ramón Mercader.Leonardo Padura erzählt meisterhaft die Geschichte dieser schicksalshaft miteinander verwobenen Biografien. Am Ende steht der Mord an Trotzki, so viel ist bekannt. Doch wer war Ramón Mercader? Wie wurde er zum Mörder? Wie konnte er einen Menschen ermorden, der sich der steten Gefahr des Mordkomplotts gegen ihn bewusst war, sich deshalb von mehreren Personenschützern bewachen ließ und sein Haus in eine Festung verwandelte?Leonardo Padura schreibt nicht nur einen überwältigenden historischen Roman, eine Kriminalgeschichte und eine Täter- wie Opferbiografie, er beschreibt zugleich die Geschichte einer Idee, die zur Ideologie verkommt. Auf der Bühne persönlicher Erlebnisse spielt sich die Weltgeschichte ab. Es ist eine Erzählung vom Bürgerkrieg in Spanien, vom Kampf der Internationalen gegen die Faschisten, vom Sozialismus und Kommunismus, von Machtstreben und politischen Morden.Es ist zugleich auch eine persönliche Abrechnung des Autors mit der Pervertierung sozialistischer Grundsätze. Stalins Gewaltherrschaft reicht in die Biografien seiner Protagonisten und verändert sie für immer. Leonardo Padura ist dabei immer äußerst exakt, was die historischen Tatsachen betrifft. Lediglich die weißen Stellen in den bekannten Biografien und Geschehnissen, füllt Padura mit seinen Ideen. Ohne Zweifel hätte es genauso sein können. Ohne Zweifel werden die Personen so lebendig und ihre Gefühls- und Gedankenwelten so plastisch, dass man meint, Padura hätte nichts hinzugedichtet, sondern alles den Archiven entnommen. Das geht soweit, dass ich mich zwischendurch fragen musste, wer denn nun alles erfunden und wer reale Persönlichkeiten waren.Leonardo Paduras „Der Mann, der Hunde liebte“ ist ein grandioser Roman, der nicht nur wegen seiner realen Begebenheiten und seiner welthistorischen Relevanz vollends überzeugt.
Leonardo Padura hat ein Stück Zeitgeschichte geschaffen: In drei Handlungssträngen verwebt er die Geschichte vom Exil Leo Trotzkis, den Werdegang von dessen Mörder Ramón Mercader und das Leben eines kubanischen Schriftstellers, der, vom historischen Stoff des Trotzki-Attentats gebannt, ein historisches Epos erschafft.Paduras vielschichtiger Roman ist gut recherchiert und gleicht manchmal eher einer historischen Monographie denn einem fiktiven Roman, wenngleich er selbst betont, dass sein Werk nicht als Geschichtsbuch missverstanden werden soll. Vor allem jener Handlungsstrang, bei dem Leo Trotzkis Arbeit im Exil im Vordergrung steht, driftet ins essayistische ab und erfordert einiges Vorwissen des Lesers. Nichtsdestotrotz bleibt Paduros Buch leicht lesbar.Der Autor prangert das stalinistische System an und enttarnt den Missbrauch einer großen Utopie aufgrund individueller Machtbesessenheit. Individuen werden zu desillusionierten Schachfiguren der stalinistischen Perversion des Sozialismus.Abseits des durchaus politischen Inhalts glänzt Paduras Roman durch Beschreibungen vom Spanien der Bürgerkriegszeit, vom Europa der Zwischenkriegszeit, von Trotzkis mexikanischem Exil, von der Sowjetunion der späten 1960er und dem Havanna der Spezialperiode in den 1990ern.
Padura ist ein Zauberer; wahrhaftig Literatur der Oberklasse. Dazu noch spannend und gut übersetzt. Wer noch Freude an der alten Art Bücher zu schreiben hat, sollte hier unbedingt zugreifen! Viel Spaß garantiert!