**** Worum geht es? ****Großartige Menschen verbunden in ihrer Demenz, sich ansonsten gänzlich unbekannt, mit ganz eigenen Geschichten. Dennoch Teil des großen Ganzen, dem was uns ausmacht, der Gesellschaft.**** Mein Eindruck ****Die Erzählungen haben mich in ihren Details erschüttert und zutiefst berührt. Mir Demut gelehrt und mir neues Wissen gegenüber der Krankheit Demenz geschenkt. Der Schreibstil des Autors hat mich den einzelnen Schicksalen der beschriebenen Menschen unglaublich nahe gebracht. Ob aufgrund der eigenen Nähe dazu oder einfach aufgrund des Könnens des Autors ist hier nebensächlich, die Tränen flossen, mein Herz öffnete sich und schaffte Platz für mir völlig unbekannte Menschen, vor Anteilnahme, Rührung und Respekt. Vielleicht auch, weil deren Schicksale zwar einzigartig, aber nicht gänzlich entfernt von bereits bekannten Situationen sind. Individuell und doch gänzlich nahbar. Den Einstieg in die Thematik fand ich ebenfalls sehr gut gelungen. In der Kürze wirklich informativ, aber auch leicht nachzuvollziehen. Ein Aufwärmen auf das was folgte und Worte, deren Wiederholung umso mehr Verständnis für das Gelesene erzeugte. Besonders bedeutsam fand ich auch, dass weder der Autor selbst wertete, noch seine Worte eine Wertung in mir über die Schicksale hervorrufte. In Memoriam, in Gänze, eine Stimme für andere, eine Stimme für uns alle. Ein bedeutsames Unikat und ein absolutes Highlight! Du muss nicht berühmt sein um Geschichte zu schreiben, in jedem von uns steckt Geschichte und es liegt an uns zuzuhören.**** Empfehlung? ****Lest es! Um zu verstehen und echten Respekt zu spüren! Eine Erzählung, die man so kein zweites Mal finden wird.
"Für ein Nichtvergessenwerden."Ich hatte "Memoriam" von @der_pflegende_schriftsteller zwar auf dem Schirm, aber nicht als Buch, das ich gerne lesen würde. Ich habe noch nie Kontakt mit Demenzkranken gehabt und weiß nur von Erzählungen, wie es meiner Urgroßmutter damit ging.Und dann habe ich es eben doch gelesen. Ich kümmere mich täglich um meine Großmutter, die in diesem Jahr 80 wird. Auch sie vergisst Dinge. Auch sie hat Angst vor der Demenz."Memoriam" balanciert auf dem feinen Grad zwischen Biographie und Wissenschaft. Rebers erklärt einfach und verständlich, wie Demenz funktioniert und zeigt an vier Beispielen, wie Menschen langsam und gegen ihren Willen vergessen. Gleichzeitig setzt er der Frau Doktor, dem Herrn W., der Weltenbummlerin und der Literaturbegeisterten ein Denkmal, in dem er ihre einzigartigen Geschichten dokumentiert. Seine persönlichen Erfahrungen im Pflegebereich werten das Buch zudem auf. Es hinterlässt das Gefühl, dass niemand verdient, vergessen zu werden. Und das wir den Menschen, die uns nahe stehen, so viele schöne Erinnerungen wie möglich bescheren sollten.Ein Buch, das mich überrascht und berührt hat und das ich jedem ans Herz legen möchte, dem diese Krankheit Angst macht.