Sie glauben ein Hörbuch von sage und schreibe knapp 18 Stunden könnte doch eine recht zähe und langwierige Angelegenheit werden?Dann lassen Sie sich vom Gegenteil überzeugen.Die Komplett-Lesung eines der ganz grossen Horror Klassiker von Bestseller -Autor Stephen King ist einfach nur eines:Unfassbar spannend, so hypnotisch und fesselnd, daß Sie Zeit und Raum vergessen.Löschen sie das Licht und die Stimme von Dietmar Wunder entführt sie in ein unvergessliches Hörerlebnis.Natürlich habe ich das Buch als Jugendlicher , wie so viele Andere verschlungen, bin bis heute begeistert von der Verfilmung ,die für sich eigentändig etwas andere Wege geht, und so dachte ich beim Kauf hier erst einmal nur kurz hineinzuhören und es mir für einen späteren Zeitpunkt aufzuheben.Das nächste Mal, als ich des nachts auf die Uhr schaute waren vier Stunden vergangen."Und der rote Tod hatte sie alle in seiner Gewalt"."Shining" ist auch wenn man die Geschichte schon kennen sollte ein Monument des unfassbaren Grauens.Stephen King montiert in seinem dritten Roman die einzelnen Spannungsmomente auf so geniale Weise zusammen, erzählt so intensiv dicht und kraftvoll, daß wirklich die Nerven des Lesers/Hörers schon zerüttet sind bevor die kleine Familie überhaupt das gigantische verlassene "Overlook Hotel" hoch in den Bergen von Colorado betritt.Wendy, Sohn Danny und Vater Jack Torrance, eine einsame Schicksalsgemeinschaft, die über den klirrenden Winter als Hausmeister das Luxushotel in Stand halten sollen.Und was für eine dunkle Geschichte hat das alte Overlook-Hotel.Schreckliche Selbstmorde gab es da, die Mafia hatte dort Anfang des Jahrhunderts einen geheimen Treffpunkt, illustre Gäste aus der hohen Gesellschaft, Maskenbälle.... ein Ort durchtränkt von bösen unheilvollen Schwingungen seiner Vergangenheit..". .und jedes mal zur vollen Stunde ließ der Klang der grossen Uhr die Tanzenden erstarren...!"Hatte nicht der Vorgänger des jetzigen Hausmeisters im grauenvollen Lagerkoller im Winter seine ganze Familie mit einer Axt hingerichtet ?Stephen Kings Buch ist so erschreckend, so verstörend durch die tiefen, detaillierten Charakterzeichnungen ,die er hier zustande bringt.Es ist eigentlich das Drama einer zerütteten Familie, die von Anfang an keine wirkliche Chance auf einen Neubeginn hat.Jack Torrance , gezeichnet von der Krankheit Alkoholismus, der mühsam versucht trocken zu bleiben, während rings um ihn dieser Ort des Schreckens nur auf ihn zu warten scheint.So genau wie Stephen King die furchtbaren ,seelischen Verstrickungen der Familie zwischen Co-Abhängigkeit, Hoffen auf Besserung, langsames Übergleiten wieder in Gedanken an die Sucht, Schuldgefühle, Verdächtigungen, eiskalte Wut zeichnet, ist hier ganz klar eigenes Erleiden, Erleben zugrunde liegend.Stephen King hatte selbst zu dieser Zeit massiv mit Alkoholismus und allen daraus resultierenden, zerstörerischen, massiven Beinträchtigungen des gesamten sozialen Umfeldes zu kämpfen.Das ist es , was gerade dieses Buch über den übernatürlichen Horror und den hervorragend dramaturgisch konzipierten Storyplot hinaus so bewegend und erschütternd, so beklemmend macht.Wie in einem gigantischen Schraubstock eingezwängt befindet sich der Hörer hier.Und Stephen King dreht die Schraube immer weiter an. Sie werden nach ein paar Minuten nicht mehr dem Sog der tragischen Ereignisse entfliehen können.Herausragend die Einbindung klassischer märchenhafter Gruselelemente.Da ist die übernatürliche Fähigkeit Dannys in die Zukunft zu sehen, da sind die unheimlichen Garten und Heckenformationen, die schallenden unendlichen Gänge, totenstillen Speisesäle, die monumentale Küche.Verloren sind wir selbst in den unwirklich bedrohlichen, labyrinthischen Zimmerfluchten.Und draussen der heulende Wind, der nicht endende Schneefall und keine Verbindung zur Außenwelt während die Familie langsam in gnadenloser Intensität dem Wahnsinn anheim fällt.Shining" ist einer von Kings unblutigsten Romanen und gerade deshalb ein schockierender Psychoterror ,der den Atem raubt.Phantastisch wie King sich in das Denken jeder der drei Personen, ihre Panik, ihre psychischen Zerüttungen hineinversetzt.So kommen uns die drei Ausgelieferten über die gesamte Laufzeit unendlich nah, was den Schrecken ihres Schicksals ins Unermessliche steigert.Das Buch zu lesen ist ein fesselndes Erlebnis. Das Buch zu hören ist einfach nur einmalig mitreissend.Dies liegt vor allem an dem grandiosen Sprecher Dietmar Wunder (deutsche Synchronstimme von Daniel Craig) der hier ein opernhaftes Hörerlebnis kreiert, daß das normale Lesen des Buches noch bei weitem übersteigt.Es ist als würden Sie aus der Sie umgebenden Realität hinaustreten. Die Atmosphäre zum Schneiden gespannt.Hinein in die Abgeschiedenheit der verschneiten Berge, der ungewissen Ahnungen, der irrationalen, fast fühlbaren Bedrohung.Dietmar Wunders präzise Betonung, sein Flüstern, Raunen, Keuchen, Explodieren, seine betörende hypnotische Stimmfärbung lassen die Haare zu Berge stehen.Als wir mit seinen leise lauernden Worten mit dem kleinen Danny vor der unheilvollen Hotel-Zimmertür 317 stehen, gefriert uns das Blut in den Adern.Die Tür öffnet sich ohne Knarren, dahinter das Badezimmer, ein zugezogener Duschvorhang, den Danny langsam aufzieht und....Unglaublich wie diese Lesung die Spannung ins Unermessliche steigert.Dazu erleben wir von Andy Matern genau plazierte Musik, -Geräuscheffekte, die ihr übriges zur knisternden Stimmung beitragen.Fazit:"Shining" ist ein Monument des langsamen schleichende Entsetzens, der tragischen ausweglosen Tragödie einer ganzen Famile, gnadenlos bis zum schockierenden Finale.Durch den Erzähler Dietmar Wunder erlebt der Klassiker , obwohl sicherlich den meisten bekannt, noch einmal eine neue nie gekannte Dimension der Spannung.18 Stunden ohne Unterlaß eine schweisstreibene Erfahrung in Sachen Nervenzerrüttung.Das "Overlook Hotel" erwartet Sie.
Familie Torrance wird die Wintermonate eingeschneit im Overlook-Hotel in den Bergen von Colorado verbringen, da Jack Torrance dort als Hausmeister angestellt ist. Danny, der Sohn, besitzt die Gabe Gedanken erahnen und zukünftige Geschehnisse vorhersagen zu können. Wendy Torrance ist offenbar nicht viel mehr als Hausfrau und Mutter. Sie legt ihre Hoffnungen in den monatelangen Aufenthalt in der Abgeschiedenheit, denn es kriselt deutlich in der Ehe. Jack hat seinen Job als Lehrer verloren, da einem Schüler gegenüber gewalttätig wurde und auch Danny hat bereits seine alkoholgetränkte Wut zu spüren bekommen. Es dauert auch nicht lange bis das sich seltsame Geschehnisse im Hotel ereignen, die das Familienleben auf eine harte Probe stellen. Jack, ein vermeintlich trockener Alkoholiker, verschanzt sich im Keller und studiert in alten Dokumenten die Geschichte des Overlook, driftet darüber nach und nach in den Wahnsinn ab, so dass Miss Torrance irgendwann das Fleischermesser nicht mehr zur Seite legt und Jack alles dafür unternimmt, dass seine Familie das Anwesen nicht klammheimlich verlassen oder Hilfe herbeirufen kann. Zudem entsteigen scheinbar halb verweste Leichen einer Badewanne und erwachen Heckentiere schlecht gelaunt zum Leben. Es bleibt zu hoffen, dass Mr. Halloran, der Koch des Hotels, aufgeschreckt durch Dannys telepathischen Rufe, aus dem fernen Florida noch rechtzeitig eintrifft, um das Schlimmste zu verhindern.Gleich vorweg: Dies ist mein fünftes Buch von Stephen King und ich halte es ihm Rahmen dessen für das schwächste von ihm. Zu keiner Zeit kam während des Lesens echte Spannung auf, zu sehr konzentriert King sich auf eine Versinnbildlichung der Alkoholabhängigkeit der Hauptfigur. Das Hotel frisst Jack Torrance geradezu auf, so wie es die Sucht bereits im Vorfeld getan hat. Der Wahnsinn, in den er verfällt, kommt erst schleichend, verschwindet kurzzeitig wieder und meldet sich dann unversehens zurück. Das ist teilweise überraschend, wirkt oft aber aufgesetzt. Die Figur Wendy Torrance ist durchweg blass und dient nur als Zielscheibe von Jacks Blutrausch, so dass Passagen mit ihr in der Regel wenig Substanz haben. Am besten gefiel mir Danny, denn er wurde vom Autor gut ausgearbeitet, ist als kleiner Junge oftmals selbst überrascht, was gerade geschieht, dennoch aber sehr weise in seinen Handlungen. Das vermag zuerst komisch zu klingen, ergibt aber im Buch ein durchaus rundes Bild und Szenen mit ihm treiben die Handlung in jeder Sekunde nach vorne. Ebenfalls gut gefiel mir das Setting des verlassenen Hotels und die Atmosphäre, die King in diesem Umfeld heraufbeschwört. Der Gruselfaktor hält sich in Grenzen, aber das verrät dem Leser ja schon das Wort „Thriller“, das auf dem Cover beinahe versteckt unter dem übergroßen Namen des Autors zu lesen ist. Die Geschichte eines Mannes, der vom Wahn ergriffen seine tiefsten, abscheulichsten und geheimsten Wünsche freien Lauf lässt, geboren aus einem Selbsthass und bodenloser Unzufriedenheit und bestärkt durch die unheimlichen Kräfte des Hotels ist eine Geschichte vom Kampf gegen eine Sucht, die übermenschliche Kräfte hat. Tolle Idee, großartiges Setting, mit dem kleinen Danny eine größtenteils interessante Figur, und dennoch nur 3 Sterne, da mir die Spannung und die Sogkraft anderer King Bücher fehlte.