★★★★★
k.A.
10.05.2026
ean-shopping.de
Dieses gebundene Buch ist ein echter Klassiker und der Inhalt ist hervorragend. Ich bin sehr begeistert von dieser Ausgabe!
"Operation Schneewolf" von Glenn Meade habe ich mit grossem Interesse gelesen. Es handelt sich um einen atemberaubenden Politthriller, der jedoch auch die Qualitäten des Thrillers, dem es primär um das Erzeugen von Spannung geht, mit denen des historischen Romans verquickt. Gab es eine "Operation Schneewolf", einen geheimen Plan des amerikanischen Geheimdienstes, Josef Stalin zu ermorden? Und wie starb der sowjetische Diktator im März 1953 tatsächlich? Auf diese Fragen stößt William Massey, als er den Nachlass seines verstorbenen Vaters 40 Jahre nach dessen Tod zu Gesicht bekommt. Angeblich starb Jakob Massey durch Selbstmord. Doch unter dem angeblichen Todestag, 20. Februar 1953, findet sich noch eine Tagebucheintragung des zu diesem Zeitpunkt angeblich schon Toten. Von da ab ist Massey auf der Suche nach der Wahrheit, nach den mysteriösen Geschehnissen in Moskau Anfang 1953. Er stellt fest, dass das Schicksal seines Vaters mit dem von Josef Stalin verwoben war. So trifft er sich mit der einzig noch lebenden Person, die in dem Nachlass des Vaters erwähnt wird, Anna Chorjowa, die aus einem sowjetischen Gulag floh und Auskunft geben kann - über das Schicksal Stalins und des Vaters von William Massey. Denn eines steht fest: "Stalin ist gestorgen, sicher, aber nicht so, wie es in den Geschichtsbüchern steht" (S. 34). Schritt für Schritt wird nun die Geschichte Jakob Masseys erzählt und die Geschehnisse von Winter 1952 bis zum März 1953 aufgerollt..."Operation Schneewolf vereint die Kraft und Genauigkeit eines historischen Romans mit der gnadenlosen Spannung eines Thrillers, der von einem Höhepunkt zum nächsten jagt" - so urteilt "Cosmopolitan" auf dem Buchrücken.Nun war ich zunächst etwas skeptisch über diese enthusiastischen Kritiken. Doch ich muss sagen: das Lesen hat sich gelohnt: ich habe seit Frederik Forsyths: "Des Teufels Alternative" keinen so spannenden Politthriller mehr gelesen; die Rezensionen auf dieser Seite geben ja auch ein eindeutiges Bild ab.Spekulationen über Stalins Tod haben im übrigen niemals aufgehört. Schon Robert Harris hat in "Aurora" Stalins Tod zum Thema eines spannenden Politthrillers gemacht. Historisch ist bis heute nicht geklärt, wie Stalin wirklich starb. Stalin-Biograph Robert Payne geht ebenso wie Prof. Abdurachman Awtorchanow in: "Das Rätsel um Stalins Tod" (Ullstein 1976)von einem unnatürlichen Ableben des sowjetischen Diktators aus. Auch die neueren Biographien über den Nachfolger Lenins können - auch nach Öffnung der russischen Archive - keine definitiven Auskünfte über diese Frage geben, auch wenn sowohl Dimitri Wolkogonow, Robert Conquest und Heinz-Dietrich Löwe in ihren Biographien übereinstimmend von einem natürlichen Tod des Diktators ausgehen. Da niemand wagte, sein Zimmer zu öffnen, kam jede Hilfe zu spät. Die Umstände seines Todes waren bezeichnend für das System der lähmenden Angst und des Entsetzens, welches der Diktator zu seinen Lebzeiten geschaffen hatte.Diese Angst kommt auch gut in dem vorliegenden Buch zum Ausdruck. Der Autor, Glenn Meade, beeindruckt durch seine Fähigkeit, sich in die russische Mentalität einzufühlen. Schon das als Motto seines Buches gewählte Sprichwort: "Das schwierigste Unterfangen ist nicht, die Zukunft vorherzusagen, sondern die Vergangenheit" zeigt dies exemplarisch.Die Charaktere sind lebensecht gezeichnet. Mich hat beim Lesen fasziniert, wie einfühlsam der Autor die düstere Atmosphäre jener Jahre nachgezeichnet hat. Dieser Thriller hat mich nicht mehr losgelassen und ist meines Erachtens in der Tat der beste Thriller seit Frederik Forsyths: "Schakal" und "Des Teufels Alternative".
Operation Schneewolf habe ich vor Jahren zum 1. Mal gelesen. Nun habe ich diesen Roman noch mal während eines "Ernteurlaubs" meist auf dem Spargelacker als Hörbuch gehört. Es ist eines der besten Bücher überhaupt. Die Handlung ist von Beginn an auf das Ziel, das sehr spannende Ende, ausgerichtet. Kein Drumherum, keine überflüssigen Passagen.Die Figuren sind gut gezeichnet. Teilweise schwarz-weiß. Das ist OK. Schön ist der Zwiespalt in den der Leser gerät. Man fiebert mit Slansky und Anna mit, dass sie möglichst weit kommen mögen. Andererseits wünschtm an Major Lukin auch nichts böses. Er liebt seine schwangere Frau über alles und wünscht sich lediglich ein normales Leben. Dennoch muss es schlimm enden. Schließlich kann nur eine Partei ihr Ziel erreichen.Die "Nebenstory" um den Agenten Massey, der diese Operationen organisiert, ist ebenfalls hochspannend. Wie er den Franzosen für sein Unternehmen gewinnt und wie er mit seinen Fehlern umgeht, ist gut geschrieben. Leider macht Massey etwas zu viele fahrige Fehler. Insbesondere während des Trainingsaufenthalts. Aber das mögen andere Lesen anders beurteilen.Die Atmosphäre sucht ihresgleichen. Die Story ist düster. Selten gibt es was zu lachen. Die Anspannung und Verzweiflung der handelnden Personen ist zu greifen und immer nachvollziehbar. Vor allem die Macht des KGB und die Angst der Menschen in Rußland und Lettland vor der Geheimpolizei und ihren Spitzeln ist immer zu spüren.Der Aufbau der Geschichte hat etwas episches. Es beginnt mit der Gegenwart etwa im Jahr 1990. Durch traurige Umstände wird der Reporter Massey endlich mit der Geschichte seines Vaters vertraut gemacht. Diese Geschichte wird ihm von Anna an einen kalten und regnerischen Tag in Rußland erzählt. Annas Erzählung bildet also den Kern dieses hervorragenden Romans.Es gibt viele Stellen im Buch die unglaublich spannend sind. Vor allem wenn Anna und Slansky Russland betreten gibt es einige scheinbar ausweglose Situationen zu meistern. Es spricht für den Autoren, dass er das Paar nicht immer entkommen läst wie James Bond.Freilich werden die Russen meist einseitig unsympatisch dargestellt. Insbesondere durch Romulka und die Drohung mit Berias Bestrafung. Romulka ist es auch, der in einer Folterszene ein grausiges Highlight setzt. Stichwort Genitalklemme. Der Autor steigt jedoch noch rechtzeitig aus ohne sich an Details zu laben.Abschließend kann ich sagen, dass ich Operation Schneewolf nach dem 1. Lesen in den 90er Jahren jeden Freund und Bekannten empfohlen habe. Nicht einer war dabei, der von diesem Werk nicht begeistert war.Es ist ein überragender Roman. Ich werde ihn in einigen Jahren sicher nochmal lesen oder hören.