★★★★★
k.A.
15.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine wunderbare und sehr persönliche Erinnerung an Irvin D. Yalom und bietet tiefe Einblicke in seine Gedanken. Ich empfehle es jedem, der sich für Psychologie und menschliche Existenz interessiert.
★★★★★
k.A.
15.05.2026
ean-shopping.de
Als ich dieses Buch bekommen habe, war der Zustand nicht schlecht. Die Bindung hält gut und der Druck ist solide. Man kommt schnell mit dem Lesen zurecht, auch wenn mir am Anfang etwas unklar war, wie die Struktur der Zusammenhänge aufgebaut ist. Für den Einstieg in dieses Thema ist es eine brauchbare Quelle.
Das Buch trifft zweifelsohne auf das Interesse derer, die schon was von Herrn Yalom gelesen haben.Er streift (wie auch anders bei einer Biografie) durch sein Leben und nimmt die Fäden seiner Bücher auf, berichtet, wie sie entstanden sind, von welchen Leitideen sie getragen wurden. Das gefällt (zumindest mir). Auch bekommt man sozusagen eine Kurzfassung des jeweiligen Buches (nebst der darin auftretenden Personen - ob Patienten oder der historischen Persönlichkeiten) geboten. Es ist wie eine kleine Vergegenwärtigung dessen, was man mal gelesen hat. Die Erinnerung wird wieder lebendig.Im Sinne eine selbstinszenierten Gesprächstherapie zwischen Dr. YALOM und dem jungen IRVIN bekommt man auch introspektive Ansichten vom Autor vermittelt und lernt ihn auch durch die Brille des Therapeuten ein wenig besser kennen. Eine schöne Idee, wie ich finde.Der Schreibstil von Herrn Yalom ist über alle Zweifel erhaben. Man fliegt förmlich über die Zeilen des Buches, von der Eleganz des Geschriebenen getragen. Also eine große Leseempfehlung möchte ich hier aussprechen.Einen Stern Abzug möchte ich aber doch geben: Mit Sicherheit ist Herr Yalom ein weit überdurchschschnittlicher, ja exzellenter Denker (wer wollte daran auch zweifeln, ich jedenfalls nicht). Was mir aber nicht so gefällt, ist, wenn Herr Yalom manchmal indirekt, manchmal aber auch sehr direkt explizit auf seine intellektuellen Fähigkeiten hinweist.Schon ganz zu Beginn des Buches im Sinne eines Traumes, wo er auf Anraten seines Lehrers zur Privatschule wechseln soll, weil er halt so wahnsinnig intelligent ist. Kann man ja machen, meinetwegen.Wenn solche Anspielungen aber mehrfach im Buch erfolgen, berührt mich das doch mit etwas Befremden, fast möchte ich sagen: schon mit Fremdschämen. Irgendetwas in mir möchte dem bekannten Psychotherapeuten zurufen: Lass es sein, du beschädigst dich damit mit solcher - na ja - Selbstbeweihräucherung. Nun gut, geschehen ist geschehen.Insgesamt überwiegt aber die Begeisterung für das Buch und führt das Befremden als leidliche Fußnote mit sich.Von einer gewissen Melancholie ist das Buch getragen oder zumindest schimmert sie da und dort auf, denn es ist ein gelebtes Leben, von dem berichtet wird, ganz fraglos erfüllt, aber gelebt! Der Blick in die Zukunft verheißt nicht mehr viel. Der Körper macht nicht mehr alles mit (mit 85 zieht Herr Yalom keine Laufschuhe mehr an, beruflich ist das Meiste auch getan). Was immer auch noch kommen mag, ein Abschied steht irgendwann, vielleicht auch bald an. Ich meine, diesen Abschied in den Zeilen zuweilen zu erkennen. Und es klingt jedes Mal ein Bedauern an, mit dem der Autor sich ganz aktuell einbringt in das Geschehen. Die gelieferte Retrospektive ist vom gegenwärtigen Gefühlsleben bedingt, will mir scheinen. Es ist wie eine stumme Trauermelodie, die zwischen den Zeilen schwingt, kaum wahrnehmbar, aber doch präsent.Ich möchte eine Leseempfehlung aussprechen.