★★★★★
k.A.
14.06.2026
ean-shopping.de
Das Buch bietet einen interessanten Einblick in die Lebensrealitäten von Schriftstellern in dieser Zeit, ist aber nicht immer vollständig.
★★★★★
k.A.
14.06.2026
ean-shopping.de
Das Buch bietet einen interessanten Einblick in die schwierige Zeit der Schriftsteller im nationalsozialistischen Deutschland und ist eine gute Lektüre. Allerdings gibt es einige Bereiche, die man gerne tiefer beleuchtet hätte.
★★★★★
k.A.
14.06.2026
ean-shopping.de
Klasse!
Durch den Filmessay von Dominik Graf zu diesem Thema taucht auch das Buch, auf dem der Filmer seine Geschichte basiert, wieder auf. Die höchst spannende Thematik beinhaltet selbstverständlich Namedropping, ist aber sehr gescheit und informativ strukturiert, chronologisch aufgebaut und beschreibt, wie das totalitäre Regime mit seiner indoktrinären Politik, von ganz oben bestimmt, beobachtet und entschieden, übernimmt, alles bestimmt und dem freien Denken / Schreiben einen Riegel schiebt. Dann gibt es die Schriftsteller (Gottfried Benn, Erich Kästner z.B.) und Schriftstellerinnen (Ina Seidel z.B.), die mitmachen, später dann davon nichts mehr wissen wollen. Gewisse Schriftsteller zerbrechen an den Zeiten (Ernst Wichert, Jochen Klepper, Kurt Tucholski). Niemand kommt ungeschoren davon, ohne zeitweise oder ständig um seine berufliche Tätigkeit / seine schriftstellerische Tätigkeit / sein Leben fürchten zu müssen. Die einzelnen Schicksale sind zum Teil so berührend geschildert, dass mir beim Lesen die Tränen kommen.Die Geschichten der Überlebenden nach dem Krieg. Besonders interessant Erich Kästner. Bei Ina Seidel, die trotz ihrer Bewunderung für Hitler, nach dem Krieg einen Literaturpreis erhalten soll, taucht Herbert Hupka (auf Seite 386) auf, der sich gegen die Verleihung dieses Preises an Ina Seidel gewehrt hatte.
Unter Schriftstellern.Verdrängungsgetümmel im Dritten Reich.Wer als Autor im Dritten Reich publizieren wollte, mußte sich offiziell als Mitglied der Reichsschriftttumskammer registrieren lassen. Der wurde als Teil des nationalsozialistischen Systems überprüft, zensiert, bei falscher Gesinnung ausgestoßen, mit Schreibverbot bestraft, oftmals Schlimmeres.Während über die Schriftsteller, die rechtzeitig fliehen und Deutschland verlassen konnten, die sogenannten „Verbrannten Dichter“, eine Fülle von Literatur entstand und bis heute zu finden ist, ging über die Dagebliebenen die Zeit hinweg. Dabei waren die, die damals die völkische Stimmung literarisch aufheizten, viel gelesen, große Namen, die ihrerseits Politik machten. Darunter nicht nur überzeugte Nazis, sondern zahllose, die sich den Oberen schlicht andienten, im Verdrängungsgetümmel einander den Rang abzulaufen suchten. Wer waren sie?Anatol Regnier lässt in diesem Buch die Protagonisten für sich selbst sprechen. Er zitiert aus ihren Briefen, Tagebüchern und Protokollen, aus Gesprächnotizen und Verlagskorrespondenzen. Die Befunde zeigen sich dem Leser als entlarvend. Oft erschreckend in ihrer Verblendung. Manchmal rührend in späten traurigen Erkenntnissen. Wer hier zu Wort kommt, aus der langen Reihe der Repräsentanten, Hans Fallada, Erich Kästner, Ina Seidl, unter anderen, gibt, so unterschiedlich die Charaktere und ihr Schicksal sich auch darstellen, dem Leser von heute ein individuelles Beispiel des damals herrschenden Verhaltensmusters. Ein Rudolf Georg Binding glaubt das Richtige zu tun und tut das Falsche. Ein Erwin Guido Kolbenheyer unterzeichnet mit 87 anderen eine Ergebenheitsnote an Hitler. Gottfried Benn, zunächst flammender Nazi, zieht sich in Verbitterung zurück. Viele versuchen trotz allen Drucks, integer zu bleiben. Vielen gelingt es nicht.Ein Buch, sorgfältig recherchiert, historisch belegt, das den Leser von heute in reichen Farben, das gesamte Spektrum menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen der Diktatur erfahren lässt. Lebensdramen, die sich ausnehmen wie ein spannender Roman.Veronika