★★★★★
k.A.
22.05.2026
ean-shopping.de
Das Buch bietet einen sehr tiefgehenden und hilfreichen Einblick in den Trauerprozess, auch wenn es für manche Leser anspruchsvoll sein kann. Die Texte von Roland Kachler sind sehr authentisch und ermutigend.
★★★★★
k.A.
22.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine unglaublich tiefgründige und wichtige Ressource für jeden, der sich in Trauer befindet; Roland Kachlers Erfahrungen bieten einen echten Weg zur Bewältigung von Verlust.
In den letzten Jahren habe ich keinen eigenen Trauerfall erlebt. Da dieses Buch zum einen Trauernden immer wieder empfohlen wird, wollte ich es - berufsbedingt - lesen, bevor ich es ggf. empfehle oder Übungen hieraus anwende. Zum anderen ist dieses Thema immer aktuell; von Tod und Trauer sind wir umgeben, sie gehören zum Leben dazu."Meine Trauer wird dich finden" sagt mir - wie auch ein weiteres (gelesenes und rezensiertes) Buch von Roland Kachler - sehr zu, auch wenn ich keinen kompletten "neuen Ansatz" bzgl. Trauerarbeit finden kann. Statt einer "radikalen Neusicht der Trauer", wie Kachler selbst es nennt, sehe ich seine Arbeit als eine Art Schwerpunkt-Umsetzung von jemandem, der betroffen ist, und daher einen unbehinderten Blick auf die Thematik hat. Meines Erachtens sind die bisherigen therapeutischen Methoden und Interventionen nicht allesamt schlecht (was er in dieser Deutlichkeit auch nicht sagt). Es hängt auch hier, wie man weiß, der überwiegende Wirkungsanteil der Therapie vom Therapeuten ab; bezüglich der Trauer spielt sicherlich die Haltung und die Erfahrung des Therapeuten eine Rolle (die Erfahrung hängt im übrigen nicht zwangsläufig vom Alter ab!). Beispielsweise knipsen Verhaltenstherapeuten nicht ihren Kopf und ihr Herz aus und arbeiten 100% verhaltenstherapeutisch.Was Kachler als "neu" und ich als "Blickpunkt- oder Schwerpunktverschiebung" ansehe, ist unter anderem Folgendes: dem Hinterbliebenen soll erlaubt sein, die Beziehung zum Verstorbenen weiterzuleben, statt ihn quasi zurückzulassen ("lieben statt loslassen"; validieren ...). Kachler weist immer wieder wohlwollend darauf hin, dass sich der Trauernde z.B. die Zeit zum Trauern lassen sollte/darf, die hierfür nötig ist und dass z.B. keine "Dauer-Trauer" nötig ist, sondern auch Pausen vom Trauern erlaubt sind - ohne dass dies als Vermeidungsverhalten angesehen werden muss, wie dies streng verhaltenstherapeutisch arbeitende Therapeuten sehen würden bzw. zumindest irgendwann einmal gelernt haben.Kachler bietet durch sein Buch Hilfen hierfür und nimmt Druck und Schuldgefühle - man spürt, dass er weiß, wovon er spricht. Nach meinem Empfinden ist das Buch gut, wenn auch nicht ganz einfach geschrieben. Es ist teilweise recht analytisch und hypnotherapeutisch geprägt, teils hat es einen religiösen Touch, aber das ist ok - wenn man diese Stellen nicht mag oder Übungen nicht zu einem passen, kann und sollte man dies überlesen. Herr Kachler bringt zu Beginn mancher Kapitel eigene Erfahrungen/Gedanken ein. Er gibt Anregungen, wie mit bestimmten wichtigen Themen (z.B. der Grabsteinpflege) umgegangen werden kann und verweist immer wieder darauf, dass die Tipps für manche Leser hilfreich sind, für andere nicht und propagiert, selbst heraus zu finden, was einem gut tut und was nicht. Enthalten sind auch Übungen (z.B. Imaginationen), die man sich ggf. auch von jemand anderem vorlesen lassen kann. Stellenweise sind auch Gedichte aufgenommen, z.B. von Rose Ausländer. Am Ende mancher Kapitel befindet sich ein Kasten mit einer Art (leicht therapeutisch angehauchten) Zusammenfassung des Gesagten.Herr Kachler wurde quasi durch sein schweres Schicksal befähigt, das Thema Trauer von einer anderen Perspektive (nicht "nur" der des Therapeuten, sondern auch des Betroffenen) zu sehen und dieses Buch zu schreiben und konnte somit manchem Betroffenen eine Unterstützung zu bieten. Ich freue mich, dass er und seine Familie den Mut und die Kraft dazu aufgebracht haben und etwas sehr Wertvolles entstanden ist. Nützlich ist das Buch natürlich - trotz meiner Kritik oben - für alle Therapeuten; gearbeitet werden sollte aber meines Erachtens vorwiegend an der eigenen therapeutischen Einstellung und Haltung. Insgesamt vergebe ich für dieses Buch 4 bis 5 Sterne; ich denke, dass jemand, der sehr stark oder lange unter einem Verlust leidet, hier Trost und Hilfe finden kann. Und wenn nicht, ist es auch ok, dann gibt es für Sie etwas "Passenderes"!
Herr Kachler beschreibt anschaulich, wie unterschiedlich es ist, wenn man als erfahrener Trauerbegleiter und Seelsorger plötzlich selbst von einem schweren Trauerfall betroffen ist. Er entwickelt daraus eine neue Perspektive auf die Trauerbegleitung und ein neues Modell, das nicht widerspruchsfrei, aber originell ist.