★★★★★
k.A.
10.07.2026
ean-shopping.de
Wir haben das Buch für die Einführung in die Philosophie bekommen und es liegt gut in der Hand. Der Druck ist solide und die Seiten sind gut lesbar. Für uns als Familie ist es eine solide Grundlage, um mit dem Lesen zu beginnen. Wir finden es passend für den Einstieg.
Der Titel ist tatsächlich auf den ersten Blick für Laien wie mich irreführend: Das Buch bietet kein "Who is who" der Philosophie, keine Philosophiegeschichte o.ä, sondern eben einen grundsätzlichen Zugang zur Philosophie, wie auf dem Cover präzisiert.Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Philosophische Lektüre, Philosophisches Gespräch, und Philosophisches Schreiben. Zorn beschreibt - unter anderem - die (möglichen/sinnvollen) Aufgaben und Ziele innerhalb dieser Themen, sowie mögliche/sinnvolle Vorgehensweisen, diese Aufgaben zu Lösen, die Ziele zu erreichen. Alles ohne Indoktrination, aber im Sinne eines "one possible and reasonable (safe?) way to do it".Zorn scheint dabei einer von mir bisher als inexistent verschrienen Spezies anzugehören. Trotzdem er offenbar Dozent ist, sieht er die Studenten nicht automatisch als faule, einfältige, (der Philosophie) unwürdige Deppen an, die das Rad gefälligst selber erfinden sollen, wenn sie fahren wollen. Er scheint - so interpretiere ich sein Buch - offenbar nicht vergessen zu haben, welchen Problemen ein Student (in welchem Fach auch immer) gegenübersteht; bezüglich Bologna. Bezüglich Fach. Bezüglich Mitstudenten (und, so meine persönliche Wahrnehmung, vor allem der selbstverliebten Mitstuderpel). Bezüglich der Vorgesetzten und deren Hintergründe und Abgründe. Unter anderm.Er unterscheidet fachlich z.B. zwischen denjenigen Bereichen, die mit einer systematischen Vorgehensweise einfacher angegangen werden können, und denjenigen Bereichen, die man sich schlicht und einfach im Schweisse seines Angesichts erarbeiten muss.Die beschriebenen Vorgehensweisen sind dabei m.E. universell, (u.a. zum Beispiel das Hinterfragen von stillschweigenden Voraussetzungen). Problemlos könnte man deshalb in diesem Buch die Worte "Philosophie" oder "philosophisch" durch "Medizin" (oder wahrscheinlich jedes beliebige anderen Fachgebiet) ersetzen. Die Gültigkeit, soweit ich sie überblicken kann, bliebe gleich. Somit bietet Zorn Grundlagenwerkzeuge zum unvoreingenommenen Lesen, Sprechen, Schreiben in jedem Fach.Gemeinsam mit Mortimer Adlers „Wie man ein Buch liest“ und z.B. Ernst Otts „Schneller lesen - mehr behalten“ gehört für mich die „Einführung in die Philosophie“ zu denjenigen Büchern, die ich zum Thema „Erarbeiten eines Themas/Faches“ gerne schon vor Jahrzehnten, zu Beginn des Gymnasiums, gekannt hätte. (Dann aber vermutlich noch nicht hätte schätzen können).
Wer sich versucht fühlt die Zehen in die tiefen Wasser der Philosophie zu tauchen, am Ende vielleicht sogar schwimmen zu lernen, der sollte meiner Meinung nach hier beginnen.
Weil ich schon seit 20 Jahren an einem Gymnasium Philosophie unterrichte, haben mich der Titel und sein Versprechen interessiert. Nachdem ich das Buch von Herrn Zorn gelesen habe, bin ich einigermaßen entsetzt und enttäuscht. Eine Einführung in die Philosophie und ihre Methoden findet sich dem Buch nicht. Das ganze Buch ähnelt eher einer nicht enden wollenden Predigt über das Richtige und das Falsche, ohne dass man im Verlauf dieser ermüdenden Predigt sich darüber wirklich konkretere Vorstellungen machen könnte. Herr Zorn zieht es vor, sein abstraktes Gedankengebäude, das in die Methoden der Lektüre, des Gesprächs und des Schreibens in der Philosophie einführen soll, ohne jedes philosophisches Beispiel aufzubauen. Wer erwartet, hier Anschauungsmaterial zu bekommen für die Frage, was es konkret heißt, einen Text von Hobbes oder Kant etc. zu lesen, wird enttäuscht. Nichts als Gemeinplätze. Wer beim Thema Gespräch erwartet, vielleicht einmal mit den Methoden des Sokratischen Dialogs vertraut zu werden: Fehlanzeige. Usw usw. Mir ist nicht klar geworden, was Zorn damit beabsichtigt.Sehr unangenehm und überhaupt nicht plausibel ist sein Verortung der Philosophie. Herr Zorn kämpft gerne gegen Windmühlen. Zum einen sind das die diktatorisch Selbstgerechten und zum anderen die destruktiven Zweifler. Wen er damit genau meint, verrät er uns nicht. Als abstrakter Popanz hilft das überhaupt nicht. Herr Zorn sucht lieber die Mitte, in der wir uns mithilfe einer dann doch irgendwie zwingenden Vernunft aufhalten sollen. Die Funktion der Philosophie sieht er im fundamentalen Zweifel an allem und bestreitet, dass die Natur- und Kulturwissenschaften dazu in der Lage seien. Offensichtlich hat der Autor die Theorie- und Methodendebatten in diesen Disziplinen schon seit langem nicht mehr verfolgt.Unangenehm ist auch, wie Zorn Positionen von anderen beschreibt: Kolleg*innen an der Uni, die dem Bologna-Prozess doch Sinn abgewinnen können, beschreibt er als "respektlos, ignorant oder sogar verächtlich". dass die Philosophie an der Uni ein Fach unter anderen ist, behagt ihm nicht. Er hasst die "Sophisten", diese Schlauberger, und vergisst, was für geschickte Sophisten Sokrates und Platon etc. waren. Er warnt immer wieder davor, die eigene Sicht auf die Dinge zu "verabsolutieren", macht davon aber selbst reichlich Gebrauch usw. Daneben gibt es noch jede Menge Lebensweisheiten wie "Je näher man einem Problem ist, desto eher neigt man dazu, es von sich wegzuschieben." Mag sein. Aber warum und wo ist das wichtig? Poltische "Rede" sucht bei ihm nur nach Mehrheiten und verweigert sich allen Argumenten und auch Herr Habermas ist ein "diktatorische Selbstgerechter." Wer hatte das geahnt.Insgesamt also ein klare Empfehlung, das Buch nicht! zu kaufen. We nach Einführungen in die Philosophie wird andernorts sicherlich schnell fündig. Ich auf jeden Fall habe mich über diese schaumschlägerische und aggressiv-selbstgerechte Publikation doch ziemlich geärgert.