Gustav Schwabe war Professor für alte Sprachen am "oberen Gymnasium" in Stuttgart und dadurch prädestiniert für das Werk, durch das er bis heute -zurecht- bekannt ist: Die Sagen des klassischen Altertums. Von 1838 - 40 hat er die großen Epen der Antike übersetzt, von grausamen Schilderungen und und erotischen Passagen gesäubert und sie dann für die Jugend in der hier vorliegenden Fassung vorgelegt: ein Hochgenuss.Allerdings muss man beachten, dass die heutigen Jugendllichen mit dieser klassischen Sprache evtl. Probleme haben werden - voll echt, ey Alter! Allerdings verführt sie vielleicht doch der spannende Inhalt dazu, sich dieser Herausforderung zu stellen; und Eltern sollten zu Beginn Hilfestellung leisten. Es lohnt die Mühe!Da es sich um ein Werk mit 640 Buchseiten handelt, das vor Informationen über Schauplätze und handelnde Personen schier birst, ist es wahrscheinllich zu empfehlen, es nicht in einem Rutsch zu lesen, sondern einzelne Kapitel auszusuchen. Und damit bin ich bei den Vorzügen der digitalen Version:1. Das Buch enthält ein Inhaltsverzeichnis, durch das man schnell alle gewünschten Stellen im Buch aufsuchen kann.2. Durch die Suchfunktion ist es möglich, gezielt Informationen über Götter und deren Handlungen zu finden, die natürlich über das ganze Buch verteilt sind. Auch erleichtert sie herauszufinden, in welcher Beziehung zueinander die Personen stehen. Da kann man leicht mal etwas vergessen oder noch gar nicht gelesen haben3. Die Möglichkeit der Markierung von Textstellen und anzufügenden Kommentaren vertiefen das Verständnis.Fußnoten: Vom Autor oder Herausgeber angefügte Fußnoten sind in einer grauen Schrift angezeigt, damit sie sich gut vom fließenden Text abheben, da sie eben nicht am Fuß der Seite stehen, was durch die Schriftgrößenänderung nicht funktionieren würde, denn manche Seite würde dann "fußlos" enden oder den Fuß in der Leibesmitte haben. Das ist angenehm, muss man nicht erst wieder die Textstelle finden, auf die sich die Fußnote bezieht.Das Buch schließt mit einem Anhang bestehend aus 14 Sagen, die der Herausgeber der 14. (!) Auflage, Gotthold Klee, 1881 stilistisch adäquat geschrieben hat.Dank an Amazon, uns diesen zeitlosen Text in der digitalen Form zur Verfügung zu stellen - und noch dazu GRATIS!!!Anmerkung: Alle Kindle-Benutzer sind natürlich auf die Leser neidisch, die Texte nur wahrhaftig aufnehmen können, wenn sie ein Buch in der Hand halten. Da ist kostenloses Armtraining inbegriffen, vor allem, wenn man auch noch die gebundene Ausgabe wählt. Mir reicht es allerdings, den Hirnmuskel zu trainieren.