★★★★★
k.A.
09.07.2026
ean-shopping.de
Ein spannender Krimi in bester skandinavischer Tradition, der gut inszeniert ist. Allerdings empfand ich die Auflösung als etwas zu schnell.
Kriminalkommissar Niklas Zetterberg, Band 2: Auf einen gemütlichen Abend an einer Kunstvernissage in Kivik folgt für Rosa Møller der absolute Alptraum – als sie erwacht, liegt ihr Freund Kjell Sondberg tot neben ihr; er wurde erstochen! Rosa kann sich aber nicht mehr an alles vom Vorabend erinnern. Kriminalkommissar Niklas Zetterberg und seine Partnerin Emma Steen werden von Malmö abberufen, um in Kivik zu ermitteln. Niklas ahnt nicht, dass dies für ihn ein sehr persönlicher Fall wird…Erster Eindruck: Ein zum vermeintlich idyllischen Küstenort passendes Cover – gefällt mir.Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig von Band 1 gelesen werden.Niklas und Emma sind nicht nur Kollegen, sondern auch ein Liebespaar. Dass diese Konstellation nicht immer konfliktfrei abläuft, versteht sich von selbst. Emma will dies thematisieren, aber Niklas will am liebsten erst nach dem kurz bevorstehenden Urlaub darüber sprechen. Und dass dieser Urlaub durch ein Verbrechen in Kivik – einem Ort, an den Niklas nicht so schnell freiwillig hingefahren wäre – in der Schwebe steht, ist schnell klar. Warum reagiert Niklas so sensibel auf Kivik, dieses malerische Küstenstädtchen? Nun, seine Eltern, mit denen er seit Jahren so gut wie keinen Kontakt hat, wohnen dort. Es wird sich daher nicht vermeiden lassen, sie aufzusuchen. Doch zuerst die Arbeit:Wer könnte Sondberg ermordet haben? Leidet Møller wirklich an Gedächtsnisverlust oder spielt sie Theater? Wieso wurde Sondberg, der ursprünglich als Künstler für die Vernissage vorgesehen war, kurzfristig durch einen seiner Kollegen ersetzt? Die Gäste der Vernissage machen zum Teil widersprüchliche Aussagen über die Geschehnisse des Abends. Die Ermittlungen haben kaum begonnen, als ein zweiter Toter vermeldet wird…Einblicke in die Kunstszene, familiäre Geheimnisse, Wahn und Rache – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Den Einstieg fand ich – wie beim ersten Band – verwirrend, und als die Ermittlungen aufgenommen wurden, war mein Versuch, die Geschichte zu überblicken, sehr herausfordernd. Das Buch liess sich flüssig lesen und es blieb bis zuletzt spannend – von mir gibt es aufgerundete 5 Sterne.
Es ist für Rosa ein Albtraum, in dem sie sich gerade befindet und aus dem es wohl kein Aufwachen gibt - sie liegt neben ihrem toten Freund, die Hände voller Blut, aber erinnern kann sie sich nicht. Einzig, dass sie am Abend vorher eine Vernissage besucht haben, findet noch in ihrem Gedächtnis einen kleinen Platz. Niklas und Emma werden mit der Klärung des Mordfalles beauftragt, aber ein Motiv für Rosa scheint es nicht zu geben. Die kleine Örtchen Kivik wird aber plötzlich Schauplatz für weitere Verbrechen und diese greifen Niklas Privatsphäre an. Aber was steckt hinter all diesen grausamen Taten ?Jobst Schlennstedt lässt sein alter Ego Jesper Lund wieder die schwedische Autorenfeder schwingen und entführt seine Leser;innen in die malerische Landschaft, die plötzlich Blut durchtränkt und voll dunkler Geheimnisse ist. Der Einblick in die Kunstfälscherszene ist mehr als gelungen und lässt bei mir die Frage aufkommen, in wieweit die hier geschilderte fiktive Vorgehensweise nicht doch auch in der Praxis vorkommt, um ordentlich Geld in die Kasse zu spülen. Ist es wirklich so einfach, Kunstwerke herzustellen, um sie dann auf dem Markt zu utopischen Preisen zu verkaufen ?Die Recherchen haben sich auf jeden Fall gelohnt, denn dieser Fall ist nicht nur vom Erzähltempo rasant, sonder er hat auch eine gewisse Dynamik, die sich in einer sehr gekonnt gesetzten Spannungsspirale hochschraubt. Dadurch, dass Zetterberg persönlich betroffen ist, wird alles gleich noch brisanter, emotionaler und authentischer. Emma und Niklas wühlen in einem Konstrukt aus Lügen, Intrigen und Geheimnissen, die auf den ersten Blick scheinbar nichts miteinander zu tun haben und doch irgendwie verbunden sind.So erscheinen mögliche Verdächtige auf dem Whiteboard der Ermittelnden und auch die eigenen Notizen füllen sich mit immer mehr Stichpunkten, aber die Lösung bleibt bis zum Ende des Buches unter Verschluss. Der Showdown ist wirklich ein gelungener Schachzug des Autors, denn hier werden die dunkelsten Geheimnisse offenbart, die in einem Menschen schlummern können. Fassungslos lese ich, wie sich die Wahrheit ans Tageslicht kämpft und bin ehrlich schockiert, wie jemand so stoisch gelassen ein Verbrechen gesteht.Der zweite Band ist nochmal eine Klasse besser als der Start in diese neue Krimi-Reihe und ich bin neugierig, wie der Schreibende mit dem nächsten Band seine eigene, sehr hoch gelegte Messlatte wieder toppen wird. Klare Leseempfehlung !