★★★★★
k.A.
22.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Hörbuch ist ein absolut faszinierendes und packendes Erlebnis, das mich tief in die Geschichte der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entführt. Stefan Heyms Erzählstil ist hervorragend und fesselt von Anfang bis Ende.
★★★★★
k.A.
22.06.2026
ean-shopping.de
Gut!
Hatte weder Zeit noch Lust zur Prüfung, ob es einen besatzungsfreien Landkreis Schwarzenberg nach der Kapitulation wirklich gegeben hat. Aber selten hat mich ein (zufällig im Ferienhaus gefundener) Roman derart gefesselt, dass ich ihn bis zur letzten Urlaubsminute nicht aus der Hand legen konnte.Zu Hause sofort bestellt für die Familie.Anschauliche Darstellung, wie schnell eine sozialistische Utopie an der Realität scheitern kann, besser: muss. Bei gelegentlich (wenig) anstrengendem Lesen längst gescheiterter Theorien/Ideologien.Nebenbei eine berührende Beschreibung, wie zwangsläufig persönliche Probleme (auch Traumata) und über Grenzen entstehende Liebesbeziehungen im Sog politischer Gewalt untergehen.
Dieses Werk taucht in einigen Listen zum Thema "Utopie" auf, weshalb auch ich es kaufte und in wenigen Tagen zügig las. Der Ausgangspunkt der Erzählung ist eine kuriose historische Begebenheit: Als im Frühjahr 1945 amerikanische und sowjetische Verbände nach Mitteldeutschland vorrückten, um dort aufeinanderzutreffen, blieb ein kleiner Landstrich, der Kreis Schwarzenberg unbesetzt, einfach weil man sich aufgrund der doppeldeutigen Vereinbarungen, welche die beiden Allierten getroffen hatten, nicht sicher war, von wem das Gebiet denn zu besetzen sei. Von dieser Exposition ausgehend, entwirft Heym die Fiktion(!) einer Art "freien Räterepublik", die versucht, das alltägliche Leben im Chaos des niedergegangenen "tausendjährigen Reiches" wieder zu ordnen, um so ein beispielhaftes Versuchslabor für das ganze Nachkriegsdeutschland zu werden.Das ist aber eigentlich schon alles, was an diesem Roman eine "Utopie" zu nennen wäre; Denn in Wirklichkeit stellt es die utopischen Pläne der Schwarzenberger nur vor, um vor diesem Hintergrund ideeller Bestrebungen das aussichtslose Lavieren eines kleinen Gebietes der Freiheit zwischen den übermächtigen Interessen der Großmächte zu schildern. Wir sind dabei, wenn sich die Schraubzwinge der "politischen Vernunft", der Staatsräson, um die kleine Republik legt und die Freiheit nach und nach, mit mechanischer Notwendigkeit, zermalmt wird. Heyms Roman ist also kein utopischer Roman sondern eine politische Fiktion, die aber in ihrer immer glaubhaften und klarsichtigen Erzählweise mithalten kann mit demn Besten, was wir auf diesem Gebiet von anderen Autoren kennen, z.B. von den Dramen Sartres, an die ich mich gelegentlich erinnert fühlte. Kurzum: Das Lesen lohnt sich!
Bisher kannte ich Stefan Heym nur als Bundestagsabgeordneten Anfang der 90er und hatte irgendwie nie den Drang verspürt, ein Buch von ihm zu lesen. Nun fiel mir Schwarzenberg in die Hände, eine Geschichte über einen kleinen Landstrich nach Ende des zweiten Weltkriegs, der durch Zufall weder durch Amerikaner noch Russen besetzt wurde, und das Bemühen der Bewohner eine Miniaturrepublik nach einem gerechten Ideal aufzubauen. Dabei wird schon früh klar, wie schwierig dieses Bemühen ist, weil jeder ein anderer ist und man sich nie über die Motivationen eines anderen im Klaren/Sicheren sein kann. Sprachlich ist das manchmal ein bisschen bieder, aber gefesselt hat es mich dennoch und die Geschichte ist inhaltlich wirklich stark.