★★★★★
k.A.
12.06.2026
ean-shopping.de
Das Hörbuch bietet eine sehr interessante und tiefgründige Reflexion über die Individuation, auch wenn ich mir für die Musikbegleitung etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Die Inhalte sind jedoch sehr inspirierend und beschäftigen den Geist sehr gut.
Christina Berndt gelingt es in ihrem Buch, dem Leser eine relativ komplexe Materie in einem gut strukturierten,schlüssigen, flüssigen und deshalb leicht zu lesenden Stil darzubieten.Der landläufig verbreitete Irrglaube daran, dass sich ein Mensch im Prinzip "nie ändert", wird durch eineVielzahl an Beispielen widerlegt und mit Hinweisen auf entsprechende Studien wissenschaftlich sauber untermauert.Durch die Feststellung, dass man den einen oder anderen Aspekt im zwischenmenschlichen Bereich selber schonöfter vorgefunden hat, kann sich das Buch als "Mutmacher" für die eigene Lebenspraxis erweisen.Klare Leseempfehlung!
Das Buch bietet eine informative Auseinandersetzung mit einem wirklich spannenden Thema: Wie wir zu der Person werden, die wir sein wollen. Genau recherchiert, mit Studien belegt, sachlich also sehr fundiert. Das ist durchaus anspruchsvoll, aber gut verständlich dargestellt. Am spannendsten fand ich das Kapitel über den Einfluss des Körpers, etwa des Darms, auf die Persönlichkeit. Auch wer mehr über Resonanz wissen möchte, findet hier reichlich Stoff. Hilfreich sind die Tests, etwa zur eigenen Persönlichkeit, und die konkreten Anregungen zu Veränderungen.
Wie sind wir eigentlich der Mensch geworden, der wir sind? Und können wir auch, wenn wir wollen, ein anderer werden?Dass unsere „technischen Daten“ wie Name, Staatsangehörigkeit, Sprache, Religion, Aussehen, ja unter Umständen sogar das Geschlecht, veränderbar sind, wissen wir. Und wie sieht es mit unserer Persönlichkeit aus? Die ist zum Teil genetisch bedingt und wird von Erziehung und äußeren Einflüssen geprägt. Ist es wahr, dass sich ab ca. 30 nicht mehr viel in der Persönlichkeitsentwicklung des Menschen tut? Dass sich höchstens noch im Alter manche Charakterzüge verstärken?Anscheinend stimmt das nicht, auch wenn der Volksmund es behauptet und selbst die Wissenschaft lange davon überzeugt war. Es wäre auch schlimm, wenn unsere Persönlichkeit bereits in jungen Jahren in Stein gemeißelt wäre. Wir wären der Möglichkeit beraubt, uns zu entwickeln und uns an veränderte Lebensumstände anzupassen. Dafür muss zwar nicht zwingend der Ochs‘ zum Esel werden, aber mitunter muss man schon sehr weit aus seiner Komfortzone herausgehen um in neuen Situationen klarzukommen.„Für alle Menschen gilt: Wir verändern uns, wenn sich die Welt um uns herum verändert. Wenn wir eine neue Rolle in der Gesellschaft einnehmen, am Arbeitsplatz oder in der Familie, dann verändern wir uns ein Stück weit. Und da sich die Welt ständig wandelt, wandelt sich andauernd auch unser Selbst.“ (Seite 111)Die grundlegenden Eigenschaften, aus denen eine Persönlichkeit aufgebaut ist, nennt man die „Big Five“. Das sind:• Neurotizismus, oder, positiv ausgedrückt, emotionale Stabilität• Extraversion/Introversion• Offenheit für Erfahrungen• Verträglichkeit• GewissenhaftigkeitAuf Seite 101 ff kann man testen, wie stark die einzelnen Dimensionen bei einem selbst ausgeprägt sind. Danach weiß man, wo man (derzeit!) steht. Und, wichtig: So, wie wir sind, sind wir vollkommen in Ordnung. Keines der Persönlichkeitsmerkmale ist ein Makel. Es gibt also keinen Zwang zur Veränderung. Aber für den Fall, dass man will oder muss, erfährt man hier, wie es geht. Man kann es tatsächlich lernen.„Dazu muss man keinesfalls ab seinem genetischen Code basteln. Die Persönlichkeit besteht nun einmal aus Denken, Fühlen und Verhalten. Wenn sich dieser Dreiklang ändert, wird die Persönlichkeit eine andere.“ (Seite 194)Wie gut einem Menschen das Verhalten außerhalb seines Urcharakters gelingt, ist zum einen eine Talentfrage und zum anderen Übungssache. Übungsaufgaben gibt es ab Seite 227. Ohne entsprechenden Leidensdruck, glaube ich, tut man sich das aber nicht an.Um diese Möglichkeiten zur Veränderung geht es hauptsächlich in diesem Buch. Aber das ist natürlich nicht alles, was man hier erfährt und lernt. Es ist immer hochinteressant und spannend zu sehen, wie der Homo sapiens funktioniert. Dass unsere Persönlichkeit erwiesenermaßen wandelbarer und anpassungsfähiger ist als bislang angenommen, ist durchaus erfreulich – auch wenn wir das aufgrund eigener Erfahrungen irgendwie schon vermutet haben.