Wozu eine Neuausgabe dieses Titels? War alles schon da, auch die historischen Bilder aus der französischen Originalausgabe finde ich sehr schön (die neue Gestaltung dieses Bandes aber auch!) Was ich allerdings bisher nicht gefunden habe ist eine Textfassung, die angenehm zu lesen ist. Und die liegt hier nun endlich vor! Gerade in Billigausgaben des Titels ist das Deutsch holprig, mit Ausdrücken und Satzkonstruktionen, die es eigentlich gar nicht gibt. Endlich macht das Lesen des Textes nun Spaß! Damit ich nicht falsch verstanden werde: Die Sprache ist anspruchsvoll und nicht simplifiziert, aber eben richtig und auch gut vorzulesen. Dabei kommt der Band als bibliophile Ausgabe daher, die von den Zusatzmaterialien (Karte, kleine Einleger etc ) gefällt.
Jules Vernes 1873 veröffentlichter Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen" ist ein Klassiker, den fast jeder kennt und der den Leser auf eine fesselnde Reise rund um den Globus mitnimmt.Phileas Fogg, der Hauptcharakter, bricht zu einer scheinbar unmöglichen Reise um die Erde auf, um eine Wette zu gewinnen und das Unbekannte zu erkunden, er bedient sich zur Umsetzung des Plans der modernsten Technologien (Dampflok und Dampfschiff).Während Fogg die Welt bereist, trifft er auf verschiedene Kulturen, Menschen und Traditionen. Der Roman illustriert die kulturelle Vielfalt der Welt und zeigt, wie Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen Ländern zusammenkommen und kooperieren können, was ihn auch heute noch lesenswert macht. Die Darstellung der indigenen Völker der Vereinigten Staaten wirkt in der Szene eines Eisenbahnüberfalls zwar etwas stereotyp, verglichen mit vielen Zeitgenossen kann man Verne aber als Menschenfreund betrachten.Der Autor stellt zudem Fragen zur Kolonialisierung, zur Rolle der Frau in der Gesellschaft und zur Macht des Geldes. Der Roman des französischen Schriftstellers kann als eine kritische Betrachtung bestimmter Aspekte der viktorianischen Gesellschaft im Vereinigten Königreich und ihrer Werte gelesen werden.