Im April 2017 hatten wir diesen Führer in Schottland dabei. Die ausgewählten Touren sind (zumindest die wir gemacht haben) allesamt sehr schön und dem Schwierigkeitsgrad entsprechend beschrieben. Ich kann hier einige Beurteilungen nicht nachvollziehen. Wenn der Autor im Frühjahr für den Weg auf und über den Ben Nevis Steigeisen und Pickel empfiehlt, sollte doch allen klar sein, in welchem Terrain man sich bewegt. Wir sind nur die "Touristenvariante" hoch und wieder runter gegangen und es lag reichlich Schnee und harter Firn, wir mussten auf einigen kurzen Passagen Stufen mit den Wanderschuhen "treten". Doch dies war auch so angekündigt. Über die Genauigkeit wurde hier schon ausreichend geschrieben. Wir nehmen grundsätzlich noch ein GPS zur groben Orientierung mit und haben uns auch nicht verlaufen. Wir leichte Wanderwege mit kleinen Kindern sucht, sollte besser auf einen anderen Führer ausweichen. Wer es jedoch sportlich mag, ist hier goldrichtig. Uneingeschränkte Empfehlung!
Gerade zurück vom Wandern in Schottland möchte ich unsere Erfahrungen mit dem Rother Wanderführer Schottland in der 2012er Auflagezum Besten geben.Zunächst generell zum "Routefinding": Dies ist in Schottland nicht so trivial, da es nahezu keine ausgeschilderten und bezeichnetenWanderwege gibt, mann läuft also grundsätzlich immer Nach Karte/GPS/eigenem Orientierungsvermögen. Die GPS Tracks sind ein nettes Add-on,der Download läuft völlig problemlos, entgegen der Erfahrung aus anderen Rother Wanderführen sind sie auch vollständig. Jedoch sind die Tracks nicht unbedingt besonders reich an Wegpunkten, so dass der Track gerne mal 50-100m neben dem eigentlichen Weg verläuft.Das Wanderbuch bietet 50 Touren in ganz Schottland (Süden, Highlands und auch auf mehreren Inseln), grösstenteils Eintageswanderungen aber auch 2-3 Mehrtagestouren in allen SchwierigkeitsgradenDie Übersichtskarten im Buch geben einen Eindruck von der Orientierung, vollständig ausreichend sind sie zumindest nicht bei jeder Wanderung. Meistlässt sich die Route in Kombination mit den Hinweisen im Text bestimmen, bei einzelnen Touren irrten wir aber auch trotz GPS inklusive downgeloadederTracks und aktueller digitaler Schottlandkarte auf Graten herum und suchten den Auf- bzw. Abstieg. Zumindest grobes, Stunden kostendes Verlaufen, bliebuns jedoch durchwegs erspart.Die Tourenauswahl im Buch ist ebenso vielfältig wie grossartig und jede der Touren, die wir gegangen sind (10 der 50 vorgeschlagenen) war jeden Meter wertmit toller Landschaft und abwechlungsreichem Gelände. Mehr geht eigentlich nicht. Der Schwierigkeitsgrad der Touren ist SEHR unterschiedlich. Dieblauen Touren sind wirklich Spaziergänge, die von jedemann zu machen sind. Problematisch wird es bei den roten Touren, da sie sich über ein rechtweites Schwierigkeitsspektrum erstrecken. Es sind recht einfach 3h Touren mit leichter Orientierung und gutem Geländer aber auch anstrengende 6 StundenTouren mit Aufstiegen über Geröllfelder und schwieriger Orientierung. Hier sollte man sich wirklich vorher den Text zur Tour gut durchlesen und danachabschätzen, ob man dazu in der Lage ist. Ohne Warnung schickt der Autor die Wanderer nie in schwieriges Gelände.Die schwarzen Touren wiederum sind wie der Autor es auch selbst am Anfang des Buches ausdrückt "am Rande dessen, was noch als Wandern durchgeht". Diewunderschöne Ben Nevis Tour über die Rückseite des Berges abseits des Touri-Trails ist mit ihren 9-10h und gut 1600hm "nur" anstrengend und technisch unschwierig.Alle anderen schwarzen Touren erfordern absolute Schwindelfreiheit und teilweise Kletterausrüstung und entsprechende Kenntnisse.Der "familienfreundlichere" Wanderführer ist wohl das Konkurrenzprodukt Wanderführer Schottland: Die 40 schönsten Wanderwege mit Wanderkarte, Höhenprofil und kostenlosen GPS Download, das wir ebenfalls dabei hatten. Die abwechlungsreicheren und schöneren Touren bietet mMn aber der Rother.Alles in Allem kann ich den Wanderführer von der Tourenauswahl absolut uneingeschränkt weiterempfehlen. In Verbindung mit einem GPS ist die Orientierung keinProblem, ohne GPS sollte man zumindest bei den härteren Touren zusätzlich Kartenmaterial dabei haben (Empfehlungen im Buch), um sich nicht zu verlaufen.Man sollte jedoch die Touren und schottische Berge als Wandergebiet keinesfalls unterschätzen und als besseres Mittelgebirge abtun. Es ist aber für jedenetwas dabei! Wegen der manchmal etwas suboptimalen Beschreibung der Route, die viel auf die eigene Orientierung setzt ziehe ich einen Stern ab.