Die Tourenauswahl des Führers hat mir gut gefallen. Die meisten Touren sind Tagestouren zwischen 1000 und 1800 Hm. Es ist eine gute Mischung aus anspruchvollen Touren auf die bekannten Gipfel der Region und einfacheren Touren, die auch bei Schlechtwetter und erheblicher Lawinengefahr möglich sind. Es gibt einige Touren mit Seilbahnbenutzung. Einzig die Kartenausschnitte sind schlecht lesbar. Als Ergänzung hilft hier eine ausgedruckte Karte aus dem Internet (geo.admin.ch) oder eine App (z. B. Swiss Map)
Die Info-Tafeln und die Kartenskizzen sind brauchbar, die Fotos zum grossen Teil informativ.Die Auswahl der Ziele wirkt willkürlich, offenbar aufgrund der begrenzten eigenen Erfahrung des Autors in diesem Gebiet. Die Texte sind sprachlich nicht besonders ansprechend (Grammatik, wo war der Lektor?), und bieten auch wenig Hintergrundinformation.Vor allem, und gerade bei einem Autor, der angeblich im Umweltschutz ambitioniert ist: Es wird bei fast jeder Tour auf die Anfahrt mit dem Auto hingewiesen (Parkmöglichkeit, Schneeketten etc.), die Möglichkeit mit Bus und Bahn anzureisen allenfalls erwähnt, an zweiter Stelle. Herr Pröttel scheint selbst das Auto zu bevorzugen. Sonst käme er auch darauf, dass man bei einer viel grösseren Zahl der vorgestellten Ziele mit Vorteil nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren muss. Am gravierendsten bei der Tour aufs Rheinwaldhorn von Vals aus (Nr. 27); da würde man bei der Abfahrt kaum dem Anstiegsweg folgen-sehr mühsam und flach, wenn man das Gebiet kennt und nicht zum Auto zurück müsste. Auch beim Piz Platta (Nr. 4) sollte der Autor die Abfahrtsmöglichkeit nach Mulegns zumindest als Variante erwähnen.Daniel Anker hat es doch mit seinen drei Auswahl-Skitouren-Führern Schweiz so schön vorgemacht (Steiger-Verlag), dieser gesetzte Massstab wird hier leider weit verfehlt. Schade.