Kurz zusammengefasst:Eduard Hanslick wurde einer etwas breiteren Öffentlichkeit durch seinen Disput mit Richard Wagner bekannt, der ihm bekanntlich als die Figur des Beckmesser in den Meistersingern von Nürnberg vorgeschwebt haben soll. Diese Vorstellung ist heftig umstritten, ob das so war. Generell kann man aber dazu anführen, dass das dann eine an den Fakten vorbeigehende Zeichnung des brillanten Kopfes Hanslick wäre.Während Wagner sich als dichtenden Musiker sah, die absolute Musik, das absolute Kunstwerk, war für ihn eher nicht denkbar, so plädierte Hanslick für die Musik als absolute Kraft, die nie eines inhaltlichen Unterbaus bedürfte. Diese sei eine ästhetische Einheit der kompositionsstrukturellen Art und richte sich nicht an das Gefühl, sondern an die Phantasie.Damit brach Hanslick mit den bestehenden Vorstellungen. In seiner Schrift begründet er ausführlich, brillant logisch überzeugend.Für Hanslick sind Gefühle zur Musik Ergebnis von Lernprozessen, eingebunden, also sozialisiert im Zeitgeist.Zentral ist für Hanslick, die Fähigkeit zu erwerben, mittels ästhetischer Qualitätsgrundierung, Urteile über Kompositionsstrukturen zu erlangen. Der naive Geist hätte keinen Zugang zu qualitativ hochwertiger Musik, benutze sie als Kompensation von Gefühlsdefiziten.Er unterscheidet in Zuspitzung sogar zwischen der Fähigkeit zu ästhetischem Genuss, der entsprechendes Wissen voraussetze und der Verarbeitung von Musik als reines Gefühlssurrogat pathologischer Genese.Die Durchdringung der Materie Oper verlange Intellekt, nicht Gefühl.In seinen Darlegungssträngen widerlegt er Richard Wagners Vorstellung von der altgriechischen Musik im Rahmen eines Gesamtkunstwerkes als qualitativ hochstehend. Diese sei nur kommentierend, ergänzend gewesen und keineswegs als künstlerisch bedeutend anzusehen.Für Hanslick richtet sich Musik an die Phantasie im Rahmen eines sich erarbeiteten Wissenshorizonts. Intellekt und Wissen sind die wesentlichen Aspekte dabei.Der Musik könne man praktisch jeden Inhalt unterlegen, weil Tonalität nicht auf einen konkretisierbaren Inhalt hin allein zu deuten sei. Musik entbehre des Inhalts, der nicht notwenidig sei.Eine rein gefühlszentrierte Wahrnehmung eines Kunstwerks sei tendenziell pathologisch, weil Gefühle ambivalent, wendehälsig wären, abhängig von der Sozialisierung und Konditionierung von Menschen sowie deren neurophysiolgischer Verfasstheit.Insgesamt ein brillantes Statement in Sachen absolute Musik.