Für jeden Musiker, der sich Gedanken um eine historisch informierte Aufführungspraxis macht ist dieses Buch eine unerlässliche Quelle und immer wieder lesenswert.Die moderne Schrift und moderne Schlüsselung der Notenbeispiele erleichtern das Lesen und steigern damit deutlich die Freude an der Lektüre!Unbedingt lesenswert!
Leopold Mozart ist nicht "nur" der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart - als Komponist und Geiger, aber auch als Violinpaedagoge hatte er selbst einen guten Namen.Ein Original dieses Faksimiledruckes kann in Wolfgang Mozarts Geburtshaus in Salzburg betrachtet werden. Ich kann mich der Faszination eines Werkes nicht entziehen, das - obwohl ca. 300 Jahre alt - immer noch gueltige und wertvolle Aussagen enthaelt.Die Violinschule ist klar und uebersichtlich gegliedert und bezieht zu allen damals relevanten Fragen der Violintechnik und Auffuehrungspraxis klar Stellung. Viele Notenbeispiele erleichtern das Verstaendnis. Erstaunlich wenig "zopfig" und immer noch relevant spricht Leopold Mozart ueber die Jahrhunderte zu uns.Die heute wichtigsten Kapitel sind wohl die ueber die Bogenfuehrung und die Verzierungen, da man ohne diese Kenntnisse Noten aus der fruehen Wiener Klassik und davor kaum richtig interpretieren wird. Im Gegensatz zu den franzoesischen Komponisten, die Verzierungen akribisch notierten, ist bei Stuecken im italienischen Stil die Kenntnis und der Geschmack des Interpreten gefragt. Leopold Mozart findet harte Worte, wenn Leute "alle Noten verkraeuseln wollen" ohne die noetigen Kenntnisse "der Setzkunst" zu besitzen. Es gibt ungemein viele Verzierungen, die man koennen und richtig anzuwenden verstehen musz.Auch das Kapitel ueber die Stricharten ist sehr informativ und detailliert - viele "Reguln" und auch damals, in der guten alten Zeit, kaum eine ohne Ausnahme.Aber auch in allen anderen Abschnitten findet sich wissenswertes und Leopold Mozart spricht stets eine deutliche Sprache; vor allem gilt sein Miszfallen allen schlechten Violinpaedagogen und eingebildetetn "Quasi-Virtuosen".Keine Angst vor dem etwas ungewohnten Notensatz, den Frakturbuchstaben - man findet sich sehr schnell darein. Nur mit den Abkuerzungen Her. (Herabstrich) und Hin. (Hinaufstrich) stehe ich auf Kriegsfusz, ich habe mich zu sehr an die heute uebliche Notation gewoehnt.Jeder Streicher sollte dieses wertvolle Buch besitzen, und auch anderen Musikern oder Musikliebhabern wird es gewinnbringende Lektuere sein.
Auf Empfehlung habe ich das Werk für meinen Sohn gekauft, der gerade anfängt, Geige zu spielen.Sicher, mögen beide Bände toll für einen Geigenspieler sein, aber sie eignen sich überhaupt nicht zum Lernen für einen Anfänger, zumal sie in altdeutsch geschrieben sind, was wohl kaum ein Kind lesen kann.