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Hubertus C. Feldmann
13.05.2024
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… als Zugabe Messwerte über die Rußbelastung der Atmosphäre auf den beiden Flugrouten. Die erste (Januar – April 2012) führte rund um den Äquator, mit „Ausschlägen“ Richtung Nordamerika (Florida, Kalifornien), Antarktis, Australien, Mount Everest und Südafrika, die zweite über Nordeuropa, Nordpol und die Westküste Nordamerikas. Auch wenn der Pilot, „studierter Biologe“ und Fotograf Matevž Lenarčič hauptsächlich mit den Wetterkapriolen sowie den diversen Flugsicherungs- und Zollstellen zu kämpfen hatte, so war doch die Ausbeute mit 100.000 Fotos enorm. Aus diesen wurde eine beeindruckende Fotodokumentation erstellt. Diese orientiert sich an den einzelnen Etappen der Flugreise und wird jeweils mit einem zweiseitigen Text zu landeskundlichen Besonderheiten der überflogenen Gebiete sowie aufgetretenen „Flughindernissen“ lebhaft beschrieben.Neben den herausragenden Leistungen (von „Mensch und Maschine“) sind es besonders die persönlichen Statements des Piloten und Autors, die einerseits die Schönheit des Planeten beschreiben, andererseits aber auch auf dessen Fragilität hinweisen: „Die Fotos, die ich während meines Fluges um die Erde gemacht habe, zeigen unseren Wasserreichtum in all seiner Schönheit und der erstaunlichen Wassermengen in den endlosen Flüssen, Ozeanen und Gletschern der eisigen Kontinente sowie seine Spuren in den größten Wüsten der Welt. Aber sie bringen auch die dunkle Seite des Menschen ans Licht: Zusammenballung, Einzäunung, Zerstörung und Ausbeutung. Auf diesen Bildern sieht man die Menschheit in ihrem ganzen Elend. Die Fotos zeigen die Haltung der Menschheit zu dem, was sie trägt, und unsere unglaubliche Ignoranz, unsere grenzenlose Dummheit sowie unseren Mangel an Mitgefühl. Die Heilung liegt im Bewusstsein eines jeden Einzelnen von uns.“Dem ist nichts hinzuzufügen. Das angesprochene „Bewusstsein“ erhält jedenfalls mit diesem Bildband genügend Nahrung, um weiterhin für die Bewahrung dieses einzigartigen Himmelskörpers einzutreten.
Der vorliegende Bildband aus dem Delius Klasing Verlag dürfte ziemlich einmalig sein. Wie der Untertitel schon andeutet, werden hier Aufnahmen von Meere, Seen und Flüsse von oben gezeigt. Dies ist an sich nichts Besonderes, wenn man an gängige Fotografien von durchaus spektakulären Blickwinkeln von einer Anhöhe auf Landschaften mit Seen und Flüssen oder aber auch an Meeresgestade denkt. Hier jedoch wurden alle Aufnahmen aus der Luft geschossen, in einer Weise, die mehr als sensationell ist.Der studierte Biologe, Pilot, Alpinist, Gleitschirmflieger, Umweltforscher und Fotograf Matevz Lenarcic hat sich dazu eines Ultraleichtflugzeuges bedient, mit dem er die ganze Welt umrundet, und dabei neben seinen phantastischen Aufnahmen auch immer wieder die Luftverschmutzung auf diesem Globus gemessen hat. Das wirklich bemerkenswerte dieses Bildbandes ist die Darstellung der gewaltigen Mengen an Wasserflächen, die unseren Planeten bedecken oder aber mittels großer Ströme sich in die Meere ergießen. Immerhin werden 70% der Erde von Wasser bedeckt. Was sich so leicht anhört, einmal um die Welt zu fliegen, mag ja mit einem modernen Verkehrsjet heutzutage nichts besonders sein, mit dem Flieger den Lenarcic genommen hat, ist es eine wirkliche Herausforderung.Die Maschine vom Typ Pipistrel Virus-SW wiegt leer 290 kg, hat eine Spannweite der Tragfläche von 10,71m, ist 6,50m lang, mit einer Höhe von 1,85m, erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 273 km/h, verbraucht dabei 17,8l in der Stunde und landet bei einer Geschwindigkeit von 64km/Std. Jeder Normalsterbliche würde damit bei schönem Wetter gerade einmal sich um den heimischen Kirchturm fliegen lassen. Nicht so Matevz Lenarcic, er hat, nachdem die Maschine Langstrecken tauglich modifiziert wurde in 15 Etappen den Erdball umrundet. Dabei hat er Ozeane überquert, mit zum Teil widrigsten Wetterbedingungen gekämpft, stundenlange Teilstücken absolviert und was vielleicht die größte Herausforderung für den Abenteurer war, mit jeder Menge bürokratischer Hindernisse zu tun gehabt, gleichgültig auch wo er auf der Welt zwischen gelandet ist. Noch nie war ein solches Leichtflugzeug über den verkehrsarmen Südpazifik von Chile nach Neuseeland geflogen. Lenarcic hat die Herausforderung angenommen und dabei wunderbare Aufnahmen machen können.Bevor die Gesamtroute hier vorgestellt wird, muss unbedingt noch einmal auf die einmaligen Fotografien hingewiesen werden, die dieser Bildband enthält, hatte der Fotograf doch die besondere Möglichkeit immer sehr erdnah über seine Aufnahme-Objekte zu fliegen. Dies gilt sowohl für die Überquerung von Wüsten und Meere, aber auch von den größten Gebirge dieser Erde mit seinen Gletschervorkommen, wie z.B. den Anden oder des Himalaya. Wenn jetzt die einzelnen Flugrouten aufgelistet werden, soll noch einmal auf das Mini-Flugzeug aufmerksam gemacht werden, mit dem der Autor und Fotograf sich auf den Weg gemacht hat. Hier also die 15 Teilstücke, die natürlich noch mehrmals unterbrochen werden mussten. Neben der Entfernung wird auch noch die addierte Flugzeit genannt und die Staaten, die überflogen wurden:Südatlantik: Slowenien-Italien-Spanien-Marokko-Mauretanien-Senegal-BrasilienEntfernung: 8122 km Flugzeit: 31;34 StundenKaribik: Brasilien-Französisch Guayana-Surinam-Guinea-Barbados-Martinique-Dominikanische Republik-Puerto Rico-Bahamas-FloridaEntfernung: 6677 km Flugzeit: 25.37 StundenNordamerika: Florida-Alabama-Mississippi-Louisiana-Texas-New Mexico-Arizona-Kalifornien Entfernung:3570 km Flugzeit:16:48 StundenZentralamerika: Kalifornien-Mexiko-Guatemala-Honduras-Nicaragua-Costa Rica-Panama-Ecuador Entfernung: 5837 km Flugzeit: 23.04 StundenEcuador-Peru: Ecuador-Peru-ChileEntfernung: 3162 Flugzeit: 14:30 StundenAnden-Buenos Aires: Chile-Brasilien-ArgentinienEntfernung: 5918 km Flugzeit: 23:20 StundenPatagonien: ArgentinienEntfernung: 3734 Flugzeit: 17:30 StundenAntarktis: Argentinien-ChileEntfernung: 3429 km Flugzeit: 13:36 StundenGletscher der Anden: Argentinien-ChileEntfernung: 1911 km Flugzeit: 09:26 StundenSüdpazifik: Chile-Französisch-Polynesien-Cook-Inseln-NeuseelandEntfernung: 12354 km Flugzeit: 46:03 StundenAustralien: Neuseeland-AustralienEntfernung: 6157 km Flugzeit: 24:10 StundenIndonesien-Thailand-Indien: Australien-Indonesien-Malaysia-Thailand-Myanmar-Bangladesch-IndienEntfernung: 6940 km Flugzeit: 30:01 StundenMount Everest und Indischer Ozean: Nepal-Indien-Malediven-Seychellen-TansaniaEntfernung: 9843 km Flugzeit: 40:21 StundenSüdafrika-Namibia: Tansania-Mozambique-Südafrika-NamibiaEntfernung: 5021 km Flugzeit: 21:21 StundenAfrika-Südeuropa: Namibia-Angola-Zentralafrikanische Republik-Tschad-Nigeria-Libyen-Malta-Italien-Kroatien-SlowenienEntfernung: 8328 km Flugzeit: 33:08 StundenUnd weil alles so schön spektakulär war, hat Matevz Lenarcic ein Jahr später im April 2013 noch einen draufgesetzt, indem er mit dem gleichen Flieger eine Lufterkundung folgender Art gemacht hat:Europa-Nordpol: Slowenien-Österreich-Tschechien-Deutschland-Schweden-Norwegen-Kanada-Irland-England-FrankreichEntfernung: 15900 km Flugzeit: 61:10 StundenFür die erste Weltumrundung 2012 war er von Januar bis April unterwegs. Dem Autor ging es bei seinen Exkursionen nicht allein um die spektakulären Bilder, gleichzeitig sollte damit ein Forschungsprojekt verbunden werden, in Form von Rußmessungen in der Atmosphäre auf beiden Reisen. Unter der Überschrift: Der Klimawandel durch das Fenster eines Ultraleichtflugzeuges betrachtet, ist ein Kapitel von Dr. Grisa Mocnik in diesem Buch diesem Phänomen gewidmet. Er war es auch, der die gesamten technischen Voraussetzungen im Flugzeug installiert hat, damit die Messungen überhaupt möglich waren. Insgesamt sind alle Details in diesem Bildband bestens erklärt worden,und zusammen mit den wunderbaren Aufnahmen lässt sich hier eine ganz besondere Weltreise antreten, die der Delius Klasing Verlag mit dem Autor Matevz Lenarcic möglich gemacht hat.Sehr empfehlenswert