Schon seit 1976 werden Sparmaßnahmen eingeführt. (Ehrenberg, Blüm ) Nachzulesen bei Wikipedia "Gesundheitsreform". Das Buch betrachtet die Situation erst ab dem Jahr 1996. Aber schon seit 1976 wächst der Kostendruck auf Hersteller u.a. wegen verschärfter Wirksamkeitsnachweise. Plagiate (Generika) und Billig Importe aus EU Ländern werden zugelassen.Seitdem findet Produktion von Wirkstoffen für die Generika (Nachahmerprodukte) fast nur noch in China und Indien statt. Corona lässt heute mit Versorgungslücken grüßen.Die aktuelle Nichtlieferbarkeit hat aber noch viele andere Ursachen:Schwellen-EU Ländern werden wichtige Medikamente per Importförderung gestohlen. Originalhersteller antworten mit Teillieferung an Großhandel oder zeitaufwendiger Zwangs-DirektbestellungAltbewährte Medikamente werden vom Markt genommen, weil nicht mehr kostendeckend produziert werden kann oder darf.Im Buch fehlt der Hinweis auf die Lieferverträge welche die Kostenerstattung regeln.Die Rabattverträge verschärfend bestimmen sie jetzt folgendes:Kein Kreuz [X] im aut idem Feld (= Austauschverbot) bedeutet automatisch wirkstoffgleich und preisgünstigst!!!! verordnet! Vor 2020 wurde auch das namentlich verordnete Medikament bezahlt.Die Nichtverfügbarkeit der nicht preisgünstigsten muss der Apotheker dauerhaft dokumentieren! Bei fehlendem Nachweis zahlen die kranken Kassen nicht mal den Einkaufspreis. Begründung: laut Sozialgericht "unrechtmäßige Bereicherung auf Grund nicht vertraglicher Lieferung". Schlaue Juristen der Krankenkassen ziehen die ehrenamtlichen Vertreter der Apotheken regelmäßig über den Tisch.Die Lieferverträge müssen daher wegen unhaltbarer Klauseln z.T. erst im Schiedsverfahren geändert werden.Die Retaxation auf Null wegen formaler Fehler ist eine ganz wichtige "Einsparquelle" und wird in dem Buch nicht erwähnt. So günstig kann die Krankenkasse Medikamente mit keinem Rabattvertrag bekommen.Nachträgliche Korrekturen (Datum, fehlende Unterschrift etc.) schließen vor allem DAK ,Barmer und AOK Bayern aus. Die Sozialgerichte erließen dafür nach dem Grundsatz Kassenwohl = Volkswohl viele haarsträubende Urteile.Auch der Europäische Gerichtshof entscheidet nach dem Grundsatz “Freier Warenverkehr über alles“ grundsätzlich gegen deutsche Industrie und Apotheken.Daher können DOC Morris und Co deutsche Auflagen und Strafanordnungen missachtend weiterhin mit Bonuszahlungen preisgünstig weil ohne Mehrwertsteuer zur Freude der Krankenkassen liefern.-Eine europäische Intervention ist auch die Verpflichtung zur Prüfung auf Fälschungen mit der Securpharm Nummer auf jeder Packung, die wie bei einem Geldschein für jede Arzneimittelpackung einzigartig ist. Die Kosten müssen Hersteller und Apotheken ersatzlos übernehmen. Das Resultat ist dürftig, da bei den vielen Fehlermeldung unterschiedlicher Ursache echte Fälschungen nicht mehr erkannt werden können. (entspricht dem Trick mit Stanniolstreifen beim Bomberangriff auf Hamburg)Profiteure sind die Kassenvorstände der weit über hundert Krankenkassen die mit den Einsparungen fette Boni (ca 80000 Euro) zu Ihren Festgehalt von ca. 250 000 Euro pro Jahr einstreichen.Weitere Interventionen sind in Sicht:Das elektronische Rezept und jeden Tastendruck erfassende Kassenaufzeichnung welche Investitionen im dreistelligen Bereich erfordern.Daher dürfte sich die Schließung von umsatzschwachen Apotheken beschleunigen.Trotzdem ein Lob, dass sich jemand mit dieser frustrierende Geschichte anfängt zu befassen. Ich hoffe auf eine ergänzende Neuauflage.