Im Altenheim erlebe ich immer wieder Leid. Und viel Leid ist selber gemacht. Das Alter wird oft als größte Katastrophe dargestellt, die uns passieren kann.Markus Müller liefert gegen alle Schwarzmalerei einen angenehmen Gegenentwurf. Und das tut er durchaus differenziert. Er betrachtet das Alter nicht verklärt durch die rosarote Brille. Er kennt die Fakten und nennt diese auch, etwa rund ums Thema Demenz.Aber Müller entpuppt sich als wahrer Mutmacher. Und zwar mit vielen Beispielen, die er als Seelsorger und Heimpfarrer erlebt hat. So hat mich die Frau beeinduckt, die sich nicht mehr vor einer Demenz fürchten muss. Denn – so zitiert sie der Autor - sie hat ihr Leben geordnet. Also brauche sie keine Angst mehr davor zu haben, dass etwas ans Licht komme, was ihr eigentlich peinlich sein müsste...Ein mutiges Buch, das notwendig ist. Not-wendig, weil es von einer anderen Seite auf das Alter blickt und damit manche Not wendet.Uli Zeller, Autor der Kolumne „Uli & die Demenz“ auf die-pflegebibel.de
Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die jetzt 50- bis 65-Jährigen sind die größte Gruppe der Gesellschaft. Was kommt auf sie in den nächsten Jahren zu?Dr. Markus Müller weiß es. Er arbeitet mit alten und sterbenden Menschen zusammen. Und er macht dabei die Erfahrung: „Restzeit ist Bestzeit!“. Das Buch ist ein echter Mutmacher fürs Altwerden. Immer wieder springt es einem in Großbuchstaben an: Altwerden hat ein großes Potential. Im Teil 1 hinterfragt Müller gängige Alters-Anschauungen. Er entzaubert Lügen wie „Jugend ist schön, Alter bloß eine scher zu ertragende Last“ oder „Die Jüngeren sind den Älteren in allen überlegen.“ Er beschreibt fünf Phasen des Älterwerdens und stellt sieben Schlüssel vor, wie die Königsklasse des Alterns bestanden werden kann. Im Teil 2 lädt der Pfarrer ein, hilfreiche und weniger hilfreiche Lebensmuster zu betrachten. Er stellt die Frage: Was haben wir eintrainiert oder auch nicht? Einfühlsam und ehrlich schildert er das Finale, denn auch das Beste und gesündeste Leben hat ein Ende. Sein Credo lautet: „Sterben und Tod sind ein letzter, geheimnisvoller Reifeprozess im Leben eines Menschen.“ Im Teil 3 spielt der Autor seinen Part des Zukunftsforschers aus. Müller geht den Fragen nach: Was gilt es in den kommenden Jahren zu tun? Worauf wird es gesellschaftlich und kirchlich ankommen? Und: Welchen Beitrag kann ich selbst dabei leisten?Das Buch atmet viel Humor und Weisheit. Es lädt ein zur Gelassenheit und zur Reife. Es zeigt auf, dass das Beste noch vor einem liegt. Ob das allerdings wirklich die hochgezüchtete CHAMPIONSLEAGUE ist, wo man mit Dreißig eigentlich schon zum alten Eisen gehört? Hier hätte das Lektorat dem Autor in sein Lieblingsbild grätschen und eher auf Bilder wie Trainer, Manager oder Nachspielzeit setzen müssen. Mehr Jupp Heynckes als Ronaldo wäre stimmiger. Auch wirkt das Buch mit seinen Längen an manchen Stellen etwas „spielverzögernd“. Alles in allem ist „Die Championsleague des Lebens“ eine gewinnbringende Trainingslektüre für Leute ab 46, die um die Meisterschaft in der dritten Halbzeit noch mitspielen wollen.Rüdiger Jope