Angelika Kauffmann war die erste Künstlerin von europäischem Rang. Sie lebte von 1741 bis 1807. Sie war international anerkannt und ihre Karriere war beispiellos. Als Historienmalerin und Porträtistin war sie eines von zwei weiblichen Mitgliedern der Royal Academy of Arts bei deren Gründung im Jahr 1768. Goethe und Herder bewunderten die Künstlerin und Könige und Kaiser beauftragten sie.Das Buch thematisiert 100 ihrer Gemälde und Zeichnungen und präsentiert diese komplex und sachlich in Wort und Bild - stellt damit auch ihr Leben und Wirken dar.Gliederung:=========GrußwortVorwortLeihgeber/DankDie ganze Welt ist verrückt nach AngelikaDie Elemente der Kunst: Vier Deckengemälde für die Royal Academy of Arts im Somerset HouseAngelika Kauffmann und Antonio Canova - Eine KünstlerfreundschaftAngelika Kauffmann und das klassizistische Bild - Material, Technologie und MalprozessKatalogbearbeitet von Bettina BaumgärtelSelbstinszenierungenAusbildung in ItalienDie Historienmalerin Homer- und Shakespeare-RenaissanceDas Gründungsmitglied der Royal Academy of ArtsDie Porträtmalerin als ModemacherinNeue HeldinnenSchöne Jünglinge als beau idéalDer Parnass der Musen - Maskerade und RollenspielRom, Residenz der Künste, und internationale AuftraggeberDas Buch ist sozusagen Ausstellungskatalog zur Ausstellung in Düsseldorfs Kunstpalast, deren Kuratorin Bettina Baumgärtel ist.Die Überblicksausstellung läuft vom 30.1. - 24.5.2020 - kann leider momentan nicht besucht werden, hoffen wir, dass sie noch ein paar Tage im Mai zu besuchen ist. Aber dieses Buch ist ideal, um sich zuhause mit der Künstlerin und ihrem Wirken sowie Leben zu beschäftigen.Herder bezeichnete Angelika Kauffmann als „vielleicht kultivierteste Frau in Europa“. Der mir vorliegende Bildband wird dem voll und ganz gerecht und würdigt diese Ausnahmekünstlerin ihrer Zeit in hohem Maße. Die fotografischen Abbildungen ihrer Werke sind von hoher inhaltlicher und aussagekräftiger Qualität und geben ihr vielfältiges Schaffen wider.Zu den Abbildungen der Gemälde ist jeweils zu lesen:InventarnummerGrößeMaltechnikwo man das Gemälde normalerweise betrachten und bewundern kannsowie Literaturangaben zum GemäldeDas mir vorliegende Buch ist von hoher Qualität auch in der Bindung und äußeren Erscheinungsform. Die textlichen Beiträge sind sehr verständlich und informativ geschrieben und passen sich perfekt an die untermalenden Abbildungen an, die sich beiderseits perfekt ergänzen.Leseprobe:========aus dem Beitrag zu Bildnis Mary Lennox, geb. Bruce, Duchess of Richmond im türkischen Gewandvor Juli 1774Mary Bruce (1740 - 1796), einziges Kind des Charles Bruce, 3rd Earl of Ailesbury und 4th Earl of Elgin, und seiner dritten Frau, Lady Caroline Campbell, heiratete am 1. April 1757 Charles 3rd Duke of Richmond (1735 - 1806) von Goodwood House. ....Man sieht, durch die Texte wird man umfassend sachlich informiert, zum Gemälde, dessen Entstehung, Inhalt und historischer bzw. personeller Fakten. Sehr informativ porträtieren die Texte die Gemälde umfassend, komplex und topp recherchiert, verständlich für Jedermann und auch nicht unterfordernd und uninformativ für Kenner.
Halb Europa lag ihr vor über zweihundert Jahren zu Füßen: Nun präsentiert das Düsseldorfer Museum Kunstpalast in einer neuen Schau 100 Bilder der Malerin Angelika Kauffmann (1741-1807). Ihr erstaunlicher Aufstieg vom Wunderkind zur Karrierefrau fasziniert bis heute. Und so heißt der Titel der Ausstellung auch „Die Macht, was ihr gefällt – Angelika Kauffmann. Künstlerin, Powerfrau, Influencerin“. Unter den etwa 100 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen werden etliche erstmals öffentlich gezeigt. Auch Druckgrafik und Kunsthandwerk nach Motiven Kauffmanns geben Einblick in eine Zeit, in der es hieß: „Die ganze Welt ist verrückt nach Angelika“!Im Hirmer Verlag ist der reich illustrierte Begleitkatalog zu dieser bemerkenswerten Ausstellung erschienen, der im ersten Teil vier fachkundige Essays zu Angelika Kauffmann und ihrem Werk bringt. Zunächst beleuchtet die Kunsthistorikerin Bettina Baumgärtel die Biografie der Künstlerin - von ihrer Ausbildungszeit in Italien bis zu ihrem religiösen Spätwerk. Kaufmann hinterließ ein breitgefächertes Euvre von etwa 800 Ölgemälden, rund 400 Zeichnungen, 40 Radierungen, eine Freskoserie und wenige Pastelle. Helen Valentine setzt sich dann mit den vier Deckengemälden für die Royal Academy of Arts im Somerset House auseinander. Kauffmann hatte hier vier ovale Deckengemälde mit den Allegorien „Erfindung“, „Farbe“, „Zeichnung“ und „Komposition“ geschaffen. Ein weiteres Thema ist die Künstlerfreundschaft zwischen Angelika Kauffmann und Antonio Canova, wobei auch der römische Kunstbetrieb der damaligen Zeit betrachtet wird. Die Restauratorin Inken Maria Holubec analysiert dann Material, Technologie und Malprozess von Kauffmanns Werk. Durch neue künstlerische Techniken konnte sie innovative Bildideen verwirklichen.Der Katalogteil ist in neun thematische Kapitel unterteilt - von Selbstinszenierungen über Porträtmalerin bis hin zu internationalen Auftraggebern. Alle ausgestellten Werke werden mit einer (meist ganzseitigen) Farbabbildung dargestellt und mit einer ausführlichen Beschreibung erläutert.