Mit Kleinkindern zu spielen gehört unwidersprochen und selbstverständlich zur Erziehungsaufgabe von Eltern, Großeltern oder pädagogischen Mitarbeitenden in der Kinderkrippe. Zur Ergänzung eigener Spiel- und Beschäftigungsideen, aber auch, um besser vielseitigere und reflektierte Bildungsangebote machen zu können, gibt es dieses Buch.Die Autorinnen stellen neben einer knappen Einführung in die Entwicklung der Kinder und den jeweiligen Anforderungen an Bildungsinhalte dar, wie ihr Konzept die jeweiligen Phasen unterstützt. Sie beschreiben, wie die Spieleinheiten vorbereitet, begleitet und abgeschlossen werden können, welche Spielformen umgesetzt werden und welche Materialien sich für das eigenständige Forschen der Kinder eignen. Dieser Ansatz, dass Kinder selbst ihre Erfahrungen machen können und lediglich angeregt und begleitet werden, gefällt.Besonders wichtig ist der Absatz über die Gefahren der Spielmittel. Da Alltagsgegenstände genutzt werden, greifen bei Produkten der Spielwarenindustrie geltende Sicherheitsstandards nicht, was erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht bei der Bereitstellung von Materialien erforderlich macht. Auf diese Weise entdecken Mädchen und Buben aber frühzeitig, welche Gefährdungen es bei einzelnen Spielmitteln geben kann.Bevor es dann mit der konkreten Forschungs- und Spielpraxis los geht, folgen noch Erläuterungen zur Struktur der vorgestellten Spielangebote sowie Beobachtungen und Erfahrungen aus der Praxis. Der sich wiederholende Ablauf der Spielphasen findet im Spiel mit knapp über 40 verschiedenen Alltagsmaterialien seine Umsetzung. Die Bildungsmöglichkeiten und Förderbereiche, Pädagogischen Anmerkungen und Hinweise, Voraussetzungen und Vorbereitungen, Material, Motivationstipps, Spielimpulse, Abschluss und weitere Praxistipps sind verständlich verfasst, so dass sie eine gute Grundlage bieten, Kinder zur Entdeckung anzuregen.Das übersichtliche Material-Register hilft, zu vorhandenen Spielmitteln schnell die passende Seite in dem sehr anregenden Büchlein zu finden und die Literaturliste ermuntert, selbst auch ein wenig weiter zu forschen. (c) 8/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Spiel- und Kulturpädagoge
Ganz abgesehen von dem ansprechenden Titel, macht das Vorwort der beiden Autorinnen einfach sehr neugierig und Lust auf die gesamte Lektüre. Den beiden Autorinnen gelingt es auf sehr verständliche Weise die unterschiedlichen Zielgruppen (Erzieherinnen, Tagesmütter, Mitarbeiterinnen in Spielgruppen, Eltern und Großeltern) anzusprechen. Ein Buch aus der Praxis für die Praxis mit Spielideen für Kinder ab 12 Monaten. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen und gratuliere den Verfasserinnen zu diesem Werk. Besonders gut gefällt mir das Plädoyer für die Langsamkeit und Zeit im Kindergarten. Ja, Entwicklung von Kindern braucht Zeit. Und die gewährt man den Kindern im durchgetakteten Alltag in der Regel nicht. Insofern auch ein Buch, das neben den Spielideen, Materialien etc. auch Denkanstöße zu einem anderen Alltag und Umgang mit kleinen Kindern gibt. 5 Sterne!