In dieser Biographie eines „ganz normalen Nazis“ begibt sich der Autor Lenz Prütting anhand von Briefen und Tagebucheinträgen auf die Suche nach seinem Vater Michael Prütting, der Adolf Hitler und seiner Ideologie treu ergeben war und wie so viele andere dafür an der Front starb – noch bevor sein Sohn ihn kennenlernen konnte. Die vom Autor exemplarisch ausgewählten und kommentierten Tagebucheinträge des Vaters sowie Briefe der Eltern liefern einen ganz konkreten Einblick in den nationalsozialistischen Alltag der Jahre 1934–1942. Zugleich zeichnet Lenz Prütting anhand der biographischen Dokumente das Psychogramm eines jungen, intelligenten, der Poesie zugeneigten Mannes, der sich die menschenverachtende Ideologie der Nazis scheinbar problemlos zu eigen machte und in Folge dessen begeistert für „Führer, Volk und Vaterland“ als Offizier in den Krieg zog. Es wird deutlich, dass kein perfider oder besonders stumpfer Charakter nötig ist, um der nationalsozialistischen Ideologie, dem Charisma Adolf Hitlers und den soldatischen Ritualen der Verbrüderung zu verfallen! Diese Erkenntnis ist im Angesicht von Rechtsruck, AfD, Identitärer Bewegung etc. erschreckend aktuell.Eine unbedingte Leseempfehlung für alle Geschichtsinteressierten!