Endlich ein Buch, das mir zeigt, wie ich meine Emotionen auf dem Platz in den Griff bekomme. Ich weiß schon lange, dass es nicht genügt, meine Technik weiterzuentwickeln, denn wenn ich mich über meine Mitspieler ärgere oder über das Flugzeug am Himmel oder über meine eigenen Gedanken, die mir flüstern, ich habe wieder nicht gemacht, was ich eigentlich kann, dann hilft nur eines: einen Weg zu haben, mit diesen Störungen umzugehen. Graf zeigt mir, wie das geht. Denn der beste Schwung nützt nichts, wenn meine Emotionen Macht über mich gewinnen. Das Buch gibt einen fundierten Einblick, wie Emotionen wirken. Die praxisnahen Rituale sind gut umsetzbar und durch die Grafiken und die Fotos leicht verständlich. Endlich ein Buch, das den emotionalen Teil des Golfspiels integriert.
Dass es einen Weg gibt, mit den blöden irritierenden Gedanken und Gefühlen auf dem Platz umzugehen, das ist echt eine Bereicherung. Und man kann es lernen. Und der Autor zeigt, dass es auch anderen so geht. Gut finde ich auch die vielen Bezüge zu den Professionals, die haben also das Problem auch. Am besten man fängt mal mit einem Ritual an. Ich hab durch dieses Buch gemerkt, man kann den Umgang mit seinen Gefühlen lernen. Cool.
Ich mag es nicht, wenn Autoren in einem Sachbuch einen Sachverhalt zu vermitteln versuchen und dabei permanent eigentlich ihre eigenen Markennamen (R) vermarkten wollen. K-I-E-Konzept(R) oder die GOLFACT-Rituale(R). Für mich sind die vielen Routinen eher belastend. Als ich vor lauter Ritualen: Relax, Schlag-Ende, Pre- und Post-Shot, Umgang mit Gefühlen, Regulierung von Emotionen, Ressourcen-Anker, Visualisieren, Zieldefinition, Sicher Putten, Innerer Dialog und Traumhafter Turnierstart wie ein Tausendfüßler fast über meine eigenen Füße gefallen wäre, da sagte ich mir, es muss doch noch einen andern Weg geben, um während einer Runde zu sich selbst zu finden und bei sich selbst zu bleiben. Ich kenne einige sehr gute Golfer, die es nicht mögen, dass auf der Runde gesprochen wird und die haben in meinen Augen vollkommen recht. Was ist dann aber mit den vielen Selbstgesprächen, die Richard Graf dem Leser nahelegt? Also mehr als 2 Sterne sehe ich hier nicht am Golferhimmel.