★★★★★
k.A.
21.06.2026
ean-shopping.de
Super!
Hanns Heinz Ewers war ein Vertreter einer eher trivialen, deswegen jedoch damit nicht weniger unterhaltsamen Schauerromantik. Eines seiner bekanntesten Werke "Alraune" handelt von einer jungen Frau, die geschaffen wurde mit dem Samen eines zum Tode verurteilten Lustmörders und einer damit künstlich befruchteten Hure. Die Erwartung geht dahin, dass sich aus dieser Verbindung eine Schauergestalt entwickelt, nach eugenischen Prinzipien. Als Stummfilm und später mit Hildegard Kneef als "Alraune" wurde dieses Werk verfilmt. Skandalträchtig, denn Ewers sparte schon bei der literarischen Vorlage dieser Verfilmungen nicht mit erotischen Anspielungen, was sich als verkaufsfördernd erwies. Sozialkritik erscheint dabei nur als flankierende, als Alibi dienende Maßnahme."Die Spinne" ist eine Kurzgeschichte, die sich dem Metier der Kurzgeschichte entsprechend auf einen Kernsachverhalt konzentriert und aus diesem die Schauerlichkeit schöpft. Dabei erweist sich Ewers als ein Meister im Aufbau einer schauerlichen, schwarzen Romantik noch einem seiner Vorbilder E.T.A. Hoffmann.Die Angst vor Spinnen, tief verwurzelt in der menschlichen Erfahrung findet sich immer wieder in lit. und anderen Werken, so bei Stephen Kind "Es", Harry Potter "Die Kammer des Schreckens" oder bei "Herr der Ringe", um nur einige Beispiele zu nennen.Die Hörspielfassung von Ewers Kurzgeschichte greift motivisch deutlich auf Hoffmann zurück. So ist doch die Figur, die weibliche Anziehung verkörpernd nah an der künstlich geschaffenen Figur in "Der Sandmann". Ewers Spinne ruft einen Wahn hervor, der wiederholt im Tod endet. Anspielungen auf die kannibalische Natur der Wolfsspinne verstärken den gewünschten Schauer noch. Die Aufbereitung im Hörspiel mit einer gedrückt verhalten Erzählweise, die unaufhaltsam auf eine zu erwartende Katastrophe zusteuert entspricht der Intention der Geschichte Ewerts vollkommen. Musikalisch sparsam unterlegt wird der Spannungsbogen gekonnt aufgebaut. Ein Kabinettstückchen des Grusels aus der Hörspielschmiede Titania mit voller Sternzahl.
1.) Diese Längre Erzählung (LE) kannte ich bisher weder als Story noch als Hör-CD2.) Konnte sie also ganz unbefangen hören, "genießen"3.) Der Titel "Die Spinne" klingt "harmlos" man denkt vllt an Monsterspinnen ab Kap. 8 war mir jedoch schon klar als "Grusel-Horror-Fan-experte und selbst Hobby-Autor, in welche Richtung sich das Drama wohl entwickeln würde! Yep, recht behalten!Ergebnis: Toll! Super! Megageil! Note: 2+wenn Hörer/in: klassische Grusel-Literatur als Hör-Literatur schätzt.Die Geschichte spielt 1910 in Frankreich in einem kleinen Hotel (eher wohl eine Art "Pension") .Es gibt 3 Suizide, die allesamt freitags stattfinden.Und ein Medizin-Student will der Sache selbstbewußt auf den Grund gehen.Die Geschichte an sich ist schon spannend, "lieblich" und dann hätten Psychologen (die wir ja alleheimlich sind!) ihre helle Freude!Hach, muß Liebe schön sein. Muß Dominanz schön sein. Zumindest für eine Seite.Es gibt zwar 2 kleine Schwachstellen (1x der Logikfehler, ob es vorher schon zu Vorfällen kam in speziellenHotelzimmer) und am Ende hätte man auch noch etwas nachschieben können (zur Erklärung für den Hörerwarum und wie es seit wie lange schon so geht...)Ich wurde wirklich angenehm überrascht mit dieser sehr perfiden, subtil und vor allem gnadenlos gemachten Werke. In Zukunft noch größeren Bogen machen um: Spinnen, Heuschrecken und eben solche Zweibeiner...
hier stimmt einfach alles. Ich kann diese Folge wirklich nur empfehlen, auch wenn sie vielleicht auf den ersten Blick etwas langatmig erscheinen mag, da in der ersten Hälfte nicht viel passiert. Genau das macht es aber auch so spannend, weil man die ganze Zeit über unbedingt wissen will, wie es weitergeht, was noch passiert und warum sich die Menschen in dem Zimmer nach und nach selber umbringen. Ich finde die Folge klasse, die Musikuntermalung ist einfach gut gelungen, die Sprecher muss man gar nicht mehr erwähnen, die machen wie immer einen guten Job.Dieses Hörspiel kommt etwas ruhiger daher und wirkt vor allem im Nachgang! Weiß man erst einmal um des Rätsels Lösung, lässt einen diese einfach nicht mehr los und offenbart seinen tiefgründigen Horror unheimlich intensiv. Denn die Lösung ist der blanke Horror, unbegreiflich wenn man sich vor Augen führt, was dort tatsächlich geschehen ist....und genau das mag ich an Gruselgeschichten, wenn sie denn gut gemacht sind. Subtiler Horror, der sich in seinen fürchterlichen Ausmaßen erst dann richtig erschließt und nachwirkt, wenn man ihn erst einmal richtig begriffen und verarbeitet hat.Das Ende ist meiner Meinung nach perfekt, genau so wie es ist, denn nur so ist es wirklich Grusel, die eigene Phantasie baut den Horror noch weiter aus, als es die Geschichte selber könnte. Das wäre bei einem anderen Ende jedoch nur schwer möglich.