Mir hat dieses Hörspiel sehr gut gefallen. Auch mit den Änderungen bin ich zufrieden. Alexandra Lange-Baehr macht ihre Rolle als Erzählerin super, sie hat deutlich mehr Text als in Folge 71 der regulären Serie - und eine hervorragende Stimme, die so richtig Grusel-Atmosphäre aufkommen lässt. Dietmar Wunder als John ist gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Minuten nimmt man ihm die Rolle des jungen Geisterjägers auch ab. Was mich an der Umbesetzung des Hauptsprechers stört ist nur, dass es nicht schon am Anfang der Classics-Serie geschehen ist. Die Classics hätten gleich mit Wunder starten sollen (man hätte Johns Part in der Anfang einfach neu mit Wunders Stimme abmischen sollen). Glaubrecht ist ein sehr guter Sprecher, aber mit fast 70 Jahren hat man ihm das höhere Alter schon hin und wieder recht deutlich angehört - gerade dann, wenn er den Erzählerpart übernommen hat. So ist Wunder eine gute Wahl - und es bleibt in der Familie, immerhin hat Wunder den Glaubrecht ja auch als Stimme von James Bond abgelöst. Auch die Nebenrollen sind allesamt mit erstklassigen Sprechern und vielen bekannten Hörspiel-Größen besetzt.Was mich besonders gefreut hat: Die erneute Umgestaltung des Intros, denn das konnte mich bei Folge 71 noch nicht so ganz überzeugen. Die Erzähltexte im Intro gingen mir auch schon in der Döring-Ära irgendwann mächtig auf den Keks. Jetzt, wo das Intro nur instrumental ist, gefällt es mir eigentlich recht gut.Noch ein Tipp: Hört dieses Hörspiel unbedingt mit einem Kopfhörer! Während der Vorgänger-Regisseur Oliver Döring vom Radio kommt und daher die Sinclair Hörspiele bisher primär für einfachere Sound-Systeme konzipiert waren, klingen die Abmischungen des neuen Regisseurs auf tragbaren CD-Playern und Auto-Lautsprecherboxen eher suboptimal, einige Stimmen könnten leise klingen, Soundeffekte sind dezenter und daher schwerer zu hören. Das liegt aber daran, dass Dörings Nachfolger massiv Gebrauch vom Raumklang macht und eben andere Abspielgeräte beident. Daher: Greift zu Kopfhörern! Nur per Kopfhörer kann man die Abmischung so richtig genießen - dann klingt es auch nicht B-Movie-haft (wie es in einigen Rezensionen hier angekreidet wird), sondern noch deutlich aufwendiger abgemischt als die bisherige John Sinclair Edition 2000.