★★★★★
Tobias Fabian-Krause
23.09.2024
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Der "Augensammler" war nach "Der Seelenbrecher" und "Die Therapie" das dritte Buch, das ich von Sebastian Fitzek gelesen habe (inzwischen auch noch "Amokspiel" und "Das Kind") und ich war sehr zufrieden.Fitzek versteht es Spannung zu erzeugen, zu gruseln ohne dabei zu sehr ins Splatterfach abzurutschen und er verarbeitet interessante Themen. Im "Augensammler" spielt das Thema "Familie und Beruf" eine sehr wichtige Rolle, was aus meiner Sicht eine spannende Ergänzung zu den sonst überlicherweise in Krimis verarbeiteten Themen darstellt. Natürlich spielt auch das Thema "Kindesmisshandlung" eine Rolle, aber es wird von einem anderen Blickwinkel beleuchtet als gewohnt.Des weiteren beschäftigt sich Fitzek einfühlsam, detailliert und lehrreich mit dem Alltag von blinden Menschen. Auch das auf eine Art und Weise, der man eine gewisse Originalität nicht absprechen kann, auch wenn mir am Anfang etwas zu sehr mit den typischen Blinden-Klischees gespielt wurde (z.B. dass bei Blinden andere Sinne extrem geschärft sind, sie evtl. sogar übersinnliche Kräfte haben, was einfach schon in den zu vielen Krimis behauptet wurde) und auch wenn die blinde Figur am Ende doch irgendwie etwas verloren in der Handlung hing, dann in einer Art Pre-Showdon plötzlich wieder eine tragende Rolle spielte um dann doch wieder in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Hier sehe ich einen kleinen handwerklichen Fehler. Die Hypothese mit den übersinnlichen Kräften wird zwar im Lauf der Handlung irgendwie relativiert bzw. qualifiziert, bleibt aber dennoch irgendwie seltsam.Obwohl es also tatsächlich viele Themen sind, die Fitzek anreißt, gelingt ihm aus meiner Sicht geschickt, diese zu verweben. Die Geschichte wirkt nicht allzu konstruiert (ein wenig natürlich, aber das gestehe ich jedem Krimi-Autor zu).Fitzek erzählt flüssig, hält den Leser gut bei der Stange, hat permanent Spannung drin, also nicht zu viele Seiten, die eigentlich nur Füllmaterial sind, hetzt aber auch nicht krampfhaft von Höhepunkt zu Höhepunkt, wie man das manchmal liest.Mein Lesegenuss war sehr hoch, so dass ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen kann.