Ich möchte jetzt nicht näher auf die Handlung eingehen, die schon zur Genüge hier erklärt wurde, sondern zusammenfassend und ergänzend meine Eindrücke darstellen:Dieses Buch fasziniert durch mehrere Aspekte, denn es ist eine Mischung von Genres:Einerseits wird die Lebensgeschichte von Hiroshi und Charlotte erzählt: Ihre Kindheit, Ihre Studienzeit, Ihr Werdegang. Ihre Lebenswege verlaufen getrennt, doch kreuzen sie sich immer wieder und sie bleiben irgendwie immer miteinander verbunden. Es wird auch die Geschichte einer unerfüllten Liebe erzählt.Andererseits ist das Buch aber auch ein spannender wissenschaftlicher Sci-Fi Roman. Eschbach versteht es, alles miteinander zu verbinden. Der viel kritisierte langsame Anfang stört mich überhaupt nicht.Zugegeben, die Handlung fängt langsam und unspektakulär an, dadurch lernt man die Charaktere kennen und sie bekommen Profil. Hiroshi ist ein ehrgeiziger, brillanter Kopf, dennoch sympathisch und bescheiden. Trotz der Macht, die er gegen Ende erlangt, wird er nicht größenwahnsinnig sondern erkennt die Gefahr und zieht die Konsequenzen. Sowohl seine Besessenheit, alle Menschen reich zu machen, also auch Charlottes Interesse, Anthropologie zu studieren und eine neue Theorie über unsere Spezies zu beweisen, liegen in beider Kindheit begründet. Diese gar so unterschiedlichen Ziele verbinden sich letztendlich zum eigentlichen Plot dieses Romans.Etwa gegen Mitte gewinnt das Buch dann stetig an Spannung und die Sci-Fi-Elemente treten immer mehr in den Vordergrund. Das Buch nimmt öfters überraschende Wendungen und man weiß eigentlich nie genau, wohin es führen wird. Aber letztlich ist alles mit einander verwoben und hat seine Bedeutung, auch wenn es nur ein Nebestrang der Handlung oder ein Nebencharakter zu sein scheint.Das Ende hätte man sich natürlich etwas anders gewünscht.Doch Hiroshis Geschenk am Ende - die ganze Geschichte so wunderbar symbolhaft zusammenfassend- zeugt von Eschbachs kuriosen Ideenreichtum (vergl. auch Die Haarteppichknüpfer) und verleiht dem Roman trotz des bitteren Endes einen fast schon poetischen Abschluss.(1 Stern Abzug, da Eschenbach in seinem Schreibstil gelegentlich zu sehr in die Alltags-und Umgangssprache abgleitet und manche der technischen Phänomene und Möglichkeiten ein wenig übertrieben anmuten.)Fazit: ein gelungener Roman, der auch nach dem Lesen noch lange in Erinnerung bleibt und der jeden, der Eschenbach gerne liest und keine Angst vor langsamen Anfängen hat, sicherlich begeistern wird.