Im Prolog wird der Leser Zeuge, wie ein Lehrer bei einem morgendlichen Ausflug in einer abgelegenen Landschaft Schleswig-Holsteins ermordet wird. Die Leiche wird einige Zeit später in einem Löschwasserteich eines Bauernhofs gefunden, dessen Bewohner jedoch spurlos verschwunden sind. Darüber hinaus wird in einem Erdloch die Leiche einer vermissten Jugendlichen entdeckt. Kurze Zeit darauf wird eine weitere Jugendliche vermisst gemeldet und es scheint ein Wettlauf gegen die Zeit zu werden, um sie noch lebend zu finden.„Ostseesühne“ ist der neunte Fall mit der Lübecker Kommissarin Pia Korritki. Obwohl ich die Vorgänger-Krimis nicht kannte, hatte ich keine Probleme bei der Lektüre. Die Person der alleinerziehenden Kommissarin ist sehr gut beschrieben, auch die anderen Handlungsträger sind sehr gut charakterisiert. Die Balance zwischen dem Privatleben der Ermittlerin bzw. ihres sympathischen homosexuellen Kollegen Heinz Broders und der Aufklärung des Falls ist gut geglückt. Alles in allem ist „Ostseesühne“ ein Regionalkrimi mit einem recht sympathischen Ermittlerteam, so dass mir der Lektüre eigentlich ganz gut gefallen hat.Der eigentliche Kriminalfall bzw. dessen Lösung mochten mich jedoch leider nicht so recht überzeugen. Irgendwie konnte ich bei der Suche nach einem Täter keine überzeugende Spur entdecken und die verschwundene Familie der Landwirte des Bauernhofs, auf dem die Leiche des ermordeten Lehrers gefunden wurde, wollte sich auch nicht so recht ins Bild fügen. Auch die Lösung fand ich nicht sonderlich plausibel. So stellte sich bei mir kaum rechte Spannung ein, die für einen guten Krimi aber eigentlich unabdingbar ist. Falls ich noch einen weiteren Krimi aus der Reihe mit der recht sympathischen Kommissarin Pia Korritki lesen werde, so wird dies sicher nicht der achte Fall sein - dessen Lösung wird von der Autorin in „Ostseesühne“ nämlich ziemlich genau verraten.