★★★★★
k.A.
29.04.2026
ean-shopping.de
Dieses Hörbuch von Jasmin Schreiber ist einfach wunderbar und fängt die Geschichte von Paula und ihrer Familie sehr emotional ein. Ich habe es sehr begeistert und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
★★★★★
k.A.
29.04.2026
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Dieses Hörbuch über Paula und ihre Familie ist wunderschön und sehr berührend; es hat mich tief berührt und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
Marianengraben war für mich einer dieser heißersehnten Romane, von denen man hört und sofort weiß, dass man sie lesen muss. Für mich hing das zum einen mit der Autorin selbst zusammen, die mir bereits von Twitter ein Begriff war und dort tagein tagaus viele Dinge von sich gibt, die ich sehr gut finde, aber zum anderen auch mit der Thematik des Romans, die für meinen Geschmack viel zu wenig oder auch falsch in den deutschen Kulturmedien beleuchtet wird.Die Prämisse von Marianengraben ist schnell erzählt. Biologin Paula leidet an Depressionen, verursacht durch den plötzlichen Unfalltod ihres zehnjährigen Bruders Tim. Bei ihrem Kampf gegen die Depressionen bringt das Schicksal sie mit dem grantigen Rentner Helmut zusammen, der auf einer ganz eigenen Mission unterwegs ist. Gemeinsam begeben sie sich daraufhin auf einen irrwitzigen Roadtrip, der den beiden neue Perspektiven auf das Leben, das Sterben und auch einander eröffnet.Marianengraben ist in seinem Kern ein Roman über Trauerbewältigung und Depressionen. Das klingt zunächst einmal sehr deprimierend und wie ein perfektes Rezept für schlechte Laune. Ich hatte mich schon darauf vorbereitet, als emotionales Wrack in der Bahn zu sitzen und mir sehr rotzlastig die Seele aus dem Leib zu flennen. Worauf ich mich nicht vorbereitet hatte, war, dass ich auch so viel lachen würde. Schreiber gelingt eine perfekte Gratwanderung zwischen emotional niederschlagend und hoffnungsvoll aufmunternd. Im einen Moment teilt Marianengraben brutale Schläge in die Magengruben seiner Leser*innen aus, im nächsten kackt ein Huhn in ein Wohnmobil.Und natürlich ist der absurde Roadtrip, in dem zwei grundverschiedene Menschen einander kennen und verstehen lernen, ein abgedroschenes Motiv, das die deutsche und auch internationale Literatur- und Filmszene bereits zu genüge bedient hat. Aber ich weigere mich, das als negativen Kritikpunkt zu werten, denn auch wenn in der rohen Prämisse wenig Innovation steckt, brilliert die Umsetzung auf so grandiose Weise, dass sich alles weitere wie Jammern auf hohem Niveau anfühlen würde.Worauf mein Fokus wirklich lag, war Schreibers Darstellung von Depressionen. Der titelgebende, mit 11km (wie ich in dem Roman gelernt habe!) tiefste Punkt des Meeres ist eine wundervoll schmerzhafte Metapher für diese Krankheit. Depressionen heißen eben nicht unbedingt, dass man dauerhaft traurig ist. Es ist mehr als das und weniger als das. Es ist ein kleiner Tod. Die Trauer und der Schmerz ebben nach einer Zeit ab, aber an ihre Stelle tritt kein Glück, sondern nur Leere. Dieses Gefühl bzw. manchmal auch diesen Mangel an Gefühlen nachvollziehbar rüberzubringen ist alles andere als leicht, aber Jasmin Schreiber vermittelt einem bildlich, wie Depressionen sich mit ihren Widerhaken im Hirn festbeißen und einen (wie Tentakel) nicht mehr loslassen wollen.In Paula hat man zudem auch ein Surrogat, um eine objektivere Perspektive auf die eigenen Depressionen einzunehmen. Paula hat einen Berg von Pizzakartons in ihrer Wohnung? Paula kommt in der Uni nicht voran? Das ist verständlich. Man verurteilt Paula nicht dafür, dass sie krank ist. Sich selbst aber häufig schon und diese neue Sichtweise hilft (in meinen Augen zumindest), ein wenig nachsichtiger mit sich selbst umzugehen. Ich habe mich von Paula und ihrer Erschafferin verstanden gefühlt und auf diese Art und Weise spendet Marianengraben jede Menge Trost, klärt aber auch Nichtbetroffene vielleicht ein wenig auf und sensibilisiert sie für das Thema.Der Roman an sich ist simpel gehalten. Wir haben zwei Hauptfiguren, nur wenige Nebencharaktere und erzählt wird das Ganze aus Paulas Perspektive. Dadurch bleibt allerdings mehr Platz für die Introspektive, die in Marianengraben gefühlt größeres Gewicht hat, als die äußeren Umstände, in denen sich Paula und Helmut bewegen. Gleichzeitig verzichtet die Autorin auf zu hochtrabende Sprache und hat eine sehr schöne Ausdrucksweise, was den Roman leicht lesbar macht, ohne dabei schlecht geschrieben zu sein. Die beiden Figuren sind schön gezeichnet und besitzen vorallem Tiefe, was auf gerade einmal 254 Seiten keine einfache Leistung ist.Marianengraben erfindet in all seiner bezaubernden Schlichtheit zwar das Rad nicht neu, aber das muss es auch nicht. Es unterhält, es regt zum Nachdenken an, es spendet Trost und weckt eine Vielzahl an Emotionen. Es erzählt eine wunderschöne Geschichte, die jede*r mal gelesen haben sollte.
Seit langem mal wieder ein Buch, das mir so richtig gut gefallen hat. Eine sehr nette Geschichte, mit ganz feinem Humor geschrieben, aber auch traurig. Da ich auch sonst immer sehr nah am Wasser gebaut bin, sind auch hier einige Tränen geflossen. Trotzdem ist das Buch sehr positiv und keinesfalls deprimierend oder bedrückend. Ich werde es weiterempfehlen!