★★★★★
k.A.
29.07.2026
ean-shopping.de
Das Hörbuch bietet eine atmosphärische Einleitung in die Bretagne von 1837, allerdings ist die Handlung an einigen Stellen etwas zerrissen. Die Erzählung ist spannend, aber die Tiefe der Atmosphäre könnte noch besser ausgebaut werden.
★★★★★
Poldis Hörspielseite
03.06.2023
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Der junge Gabriel, der neben dem örtlichen Geistlichen nur mit der gleichaltrigen Carmeille befreundet ist, lebt seine Kindheit unbeschwert, bis er das elterliche Verbot übergeht und das Flussufer nahe seines Hauses überquert. Dort findet er eine wunderschöne Blume, die er zugleich mitnimmt und stolz der Mutter präsentiert. Doch diese reagiert alles andere als erfreut und zerstört die zarte Pflanze direkt. Doch Gabriel ist weiterhin fasziniert von ihrer Schönheit…Nach der hervorragenden 170. Episode mit dem Titel „Eine wirklich wahre Vampirgeschichte“ ist nun bereits zum zweiten Mal eine Geschichte von Eric Stenbock im Gruselkabinett von Titania Mediem umgesetzt worden: „Die andere Seite“. Wieder geht es um die Faszination eines Jungen für die Dunkelheit und die Düsternis, der damit näher an die Abgründe gezogen werden, erzählt wird dies aber auf eine andere Weise. So ist das Überqueren des Flussufers und das Pflücken der Blume Ausgangspunkt für eine Kette von unheilvollen Ereignissen, die immer höhere Wellen schlagen. Ich mag die diabolische Frauenfigur, die dabei einen starken Einfluss hat und die eine furchterregende Aura um sich hat. Aber auch die christlichen Aspekte um Gabriels Gläubigkeit und die Veränderung in seinen Freundschaften sind ein wesentliches Thema der Episode und gut umgesetzt. Das Cover deutet bereits an, welche übernatürlichen Wesen vorkommen – die Umsetzung ist aber geheimnisvoll und makaber geraten, sodass eher leiser, subtiler Grusel denn um Aufsehen heischender Horror entsteht. Mir gefällt die sehr konzentrierte Atmosphäre, die das mitbringt und für eine sehr kurzweilige Episode sorgt – inklusive eines bedrohlichen Ausblicks am Ende.Alle Mitwirkenden machen ihre Sache wieder hervorragend und verleihen ihren Figuren eine sehr präsente Ausstrahlung. So ist Edward McMenemy als junger Gabriel zu hören, der die Lebensfreunde und die Neugier sehr gelungen sehr Geltung bringt. Wie er sich aufgrund der unheimlichen Ereignisse immer weiter verändert, setzt er facettenreich und sehr treffend um – gerade aufgrund seines jungen Alters ist das sehr beachtlich. Als alter Gabriel, der die Erzähltexte übernimmt, ist Jean Paul Baeck zu hören, dessen angenehm warme Stimme für eine dichte Atmosphäre sorgt. Er bringt viel Leben in seine Texte, aber auch die unheimliche Grundstimmung wird durch ihn überzeugend hervorgehoben. Hervorragend ist auch die Rolle der Lilith umgesetzt, Antje von der Ahe bringt eine so geheimnisvolle und mysteriöse Aura mit ein und kann verführerisch und bedrohlich gleichzeitig klingen. Auch Ursula Wüsthof, Kathryn McMenemy und Marlene Bosenius sind zu hören.Neben dem fein geschliffenen Drehbuch und den sehr überzeugenden Stimmen ist auch die akustische Gestaltung wieder liebevoll und sehr passend umgesetzt. So weben zahlreiche Melodien einen dichten Hintergrund für die Dialoge, die dadurch markant, aber nicht aufdringlich betont werden. Ich mag die intensive Atmosphäre, die dadurch entsteht und durch passende Geräusche ergänzt wird.Das Titelbild ist ebenso simpel wie effektvoll, ein riesiger Wolf mit gesträubtem Fell steht in einer bergigen Landschaft vor einem hoch aufragenden Turm. Die vom Vollmond beschienene nächtliche Szenerie erstrahlt in einer dunkelvioletten Farbe, was dem Cover einen besonderen Reiz verleiht. Die restliche Optik in der Steinmaueroptik hat sich seit langem bewährt und sieht nach wie vor sehr ansprechend aus.Fazit: Mit „Die andere Seite“ ist eine sehr eingängige und atmosphärische Episode der Serie, die unschuldig anfängt und sich langsam immer weiter in die gruselige Stimmung eintaucht. Dabei ist die Veränderung des unschuldigen Jungen ebenso gelungen wie die Darstellung des Bösen. Sehr überzeugende Stimmen und eine wie immer saubere Produktion runden die 183. Folge des Gruselkabinetts ab.VÖ: 28. April 2023Label: Titania MedienBestellnummer: 9783785785294
Märchenhafte Geschichte ohne Gruselelemente. Gut produziert, tolle Sprecher, aberdie Geschichte zieht sich etwas hin. Es fehlt leider auch das Gruseln in der Folge.Schade.
Als lauschte man einer knisternden alten Schallplatte, nimmt einen die Atmo des Hörspiels gefangen. Die Produktion klingt in jeder Hinsicht stimmig. Nur: Märchen und Sagen im Gruselkabinett nehme ich zwar zur Sammlung, doch nach einmal hören stauben sie dort ein. Ich hoffe auf eine Rückbesinnung auf Geister- und Spukgeschichten aus der viktorianischen Zeit. Diese Inhalte sind spannend und lassen einen mühelos in die Handlung eintauchen. Und man hört sie immer wieder - ich mag Episoden wie "Die Spinne", "Verhext", "Der Fall Charles Dexter Ward". Bitte gebt uns wieder mehr Lovecraft, M.R. James und Edith Warthon!