Auf Großwildjagd in Afrika..nicht erst seit Hemingway beflügelt diese Vorstellung die Herzen vieler Jäger und Naturfreunde. Für den berühmtesten Jäger Siebenbürgens wurde dieser Traum gleich zweimal Wirklichkeit: einmal 1936 und dann 1938. Beide Expeditionen führten ihn in die Wildnis der Tanganyika, dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika, in den 30er Jahren noch britische Kolonie. Mehr noch als die Beschreibung der Jagdbeute fasziniert die Art und Weise, wie der schon recht betagte Oberst a.D. die Großwildjagd in Afrika beschreibt: für ihn ist sie ein Weg, diese für Europäer so fremde Welt besser zu verstehen, damit der Wildreichtum auch in Zukunft geschützt werden soll. Akribisch notiert er die ihn umgebende Tier-und Vogelwelt, und geht auch auf die jeweiligen historisch-geographischen Besonderheiten ein. Es ist der Standpunkt des kultivierten "Gentleman Hunter", der anders als der "Macho Hunter" nicht nur auf Trophäen aus ist.Nicht weniger real ist die Beschreibung der Strapazen, denen man als Jäger in Afrika nun mal ausgesetzt war, wollte man zum Abschuß gelangen. Da wird der ganze Mann gefordert, der neben seinem jagdlichen Können viel Ausdauer und Leidensfähigkeit mitbringen muß, außerdem eine gute Dosis Diplomatie und Verständnis für die lokalen Gegebenheiten. Vieles von dem, was Oberst von Spiess hier schreibt, ist auch heute noch gültig.Leider steht die Großwildjagd in Afrika unter keinem guten Stern-die politische Instablilität, gefördert durch die häufigen Bürger-und Stammeskriege, der wirtschaftliche Raubbau an Rohstoffen, der nur zerstörte Wüsteneien zurückläßt, sowie nicht zuletzt der Klimawandel setzen dem "schwarzen Kontinent" arg zu und führen vielerorts zur Dezimierung der lokalen Fauna. Nicht unerwähnt sollen hier auch die Abschussorgien mancher neureichen "Macho Hunter" bleiben, gefördert durch lokale Korruption. Oberst von Spiess erahnte diese Gefahr bereits 1938.Umso wertvoller erscheinen uns heute seine Erinnerungen.