★★★★★
k.A.
06.07.2026
ean-shopping.de
Gut
Dieses Buch kann unter Umständen nicht "geeignet" für Kinder erscheinen, wenn man diese beispielsweise damit alleine lässt. Es ist meiner Ansicht nach wichtig sich als Erwachsener die Gedanken, Fragen und aufkommenden Sorgen mit dem Kind gemeinsam anzuhören, zu diskutieren, erklären und zu reflektieren. Dieses Buch mag auf den ersten Blick provokant mit einigen Ausdrücken erscheinen, aber die meisten Menschen verschließen viel zu gerne die Augen, wenn soziale Mißstände aufgezeigt werden, die sie vielleicht selbst nicht erlebt haben.Die Grundlegenden Themen dieses Werkes sind nicht nur soziale Milieus, unterschiede zwischen arm und reich, sondern auch Umweltschutz, Religion, Sucht, Familie, Freundschaft und Gesellschaft.Es ist durchzogen von Humor und geht mit liebevoller Ironie auf schwierige Themen zu, sodass einem die Last "abgenommen" wird.Wahre Literaur, auch für Erwachsene.
Gleich zu Beginn: das Buch war ganz anders als ich erwartet hatte.Es geht um das Mädchen Jamie-Lee, welches in einer Gegend aufwächst, welche wohl eher zur sozialen Unterschicht angehört. Sie geht in eine Klasse mit ihrer Freundin Ebru, die dem muslimischen Glauben angehört. In der Schule ist sie zwar nicht die fleißigste und nicht die hellste, aber sie ist sehr aufgeschlossen gegenüber Neuem.Das Elternhaus von Jamie-Lee sieht leider auch nicht sehr toll aus. Die Mutter ist alleinerziehend und leider Alkoholikerin. Jamie-Lee kümmert sich oft um sie. Zur Familie gehören auch noch ihr Bruder Baron Chuck und die Oma. Diese ist jedoch meistens auf Männersuche.Eigentlich möchte Jamie-Lee mit ihrer Freundin Ebru die Welt retten, aber dann kommt alles anders. Sie trifft vor einem Supermarkt das Mädchen Fee und sofort steckt sie in einer Geschichte drin, aus der sie nicht so schnell wieder heraus kommt. Im Gegenteil: es wird an mehreren Stellen ziemlich brenzlig.Im Buch kommen noch weitere wichtige Personen vor und natürlich - wie Cover und Titel schon verraten - der Jagdleopard.Die ziemlich spannende und an manchen Stellen lustige Geschichte wird immer wieder durch allerlei Probleme unterbrochen. Diese Probleme betreffen wahrscheinlich viele Kinder in Deutschland. Jedoch ist es sehr ungewöhnlich, dass es in einem Kinderbuch um diese geht. Denn eigentlich erwartet man doch eher die heile Welt in einem Buch für Kinder, oder? Ich jedoch finde es toll, dass es auch mal ein Buch über Kinder aus der sozialen Unterschicht gibt. Diese fühlen sich verstanden und merken, dass sie nicht alleine sind, denn Jamie- Lee spricht zu ihnen, sie ist eine von ihnen. Schade nur, dass Kinder aus der sozialen Unterschicht dieses Buch wahrscheinlich nie in die Hand nehmen werden, weil lesen wahrscheinlich nicht zu ihren Hobbys gehören wird.Wer ein Kind hat, was etwas zart besaitet ist, sollte es vielleicht nicht allein lesen lassen. Nicht, dass hier grausame Dinge beschrieben werden. Aber für manche Kinder ist es vielleicht verstörend, wenn es liest, dass Jamie-Lee ihre Mütter in der Entzugsklinik besucht, oder dass die Kinder sich abgelaufene Lebensmittel aus einem Container besorgen, weil sie einfach kein Geld mehr für Nahrung haben.Neben diesen Problemen gibt es aber auch viel Positives: nämlich wahre Freundschaft, füreinander einstehen usw.Trotz des ungewöhnlichen Inhalts kann ich dieses Buch empfehlen. Wobei ich es lieber mit erwachsener Lesebegleitung lesen würde.
Die zehn Jahre alte Jamie-Lee hat keine einfache Kindheit. Ihre Muter ist Alkoholikerin und liegt den ganzen Tag betrunken auf dem Sofa, ihr Bruder Baron Chuck treibt sich nur mit seinen Kumpels rum und schwänzt die Schule und ihre Oma kümmert sich auch lieber um ihr eigenes Liebesleben als den Enkeln beizustehen. Damit Oma in den Urlaub fahren kann, lassen sie die Mutter sogar kurzerhand ins Krankenhaus einweisen. Jamie-Lee ist nun ganz alleine und möchte Gutes tun. Sie nimmt die gleichaltrige Fee bei sich auf, die von zu Hause weggelaufen ist. Fee kommt aus reichen Verhältnissen und ihre Eltern vermuten eine Entführung. Dann trifft Jamie-Lee noch auf den Obdachlosen Wildeck mit seinem Jagdleopard. Auch diese beiden nimmt sie mit in ihre Wohnung. Ein Versteckspiel vor Jugendamt und Polizei beginnt...Ich habe das Buch zusammen mit meiner Tochter (10) zusammen gelesen. Meine Tochter ist im gleichen Alter wie Jamie-Lee. Solche Verhältnisse sind ihr noch gänzlich unbekannt.Der Einstieg in die Geschichte fiel uns recht schwer. Die Probleme, die angesprochen werden, sind gleich so viele, man wird förmlich davon erschlagen.Jamie-Lees Sprache ist auch gewöhnungsbedürftig, sie spricht ehr schlechte Umgangssprache und gibt sehr viele Flüche und Schimpfwörter von sich. Wir hatten auch öfter den Eindruck, dass sie etwas zurückgeblieben ist, ihre Gedanken waren oft sehr naiv.Die Handlung bietet viel Diskussionsstoff, ich habe oft und lange mit meiner Tochter darüber gesprochen. Das Thema hat sie doch sehr beschäftigt und traurig gemacht.Kirsten Boie ist ja für ihre gesellschaftskritischen Bücher bekannt, sie sollen nachdenklich machen und aufrütteln. Doch für ein Kinderbuch finden wir die Handlung doch too much. Es werden so einige Klischees bedient, es wird gelogen, gestohlen, zerstört, erpresst, es schwirrt nur so vor Ausdrücken, das Kind wird für den Absturz der Mutter verantwortlich gemacht...Jüngere Kinder würden ich das Buch nicht alleine lesen lassen, sondern begleiten. Ab etwa 12 Jahren könnten Kinder es meiner Meinung nach alleine lesen.Das Buch hat auch interessante, spannende und witzige Szenen aber für unseren Geschmack war "Entführung mit Jagdleopard " doch harter Tobak.Meine Tochter hat das Buch sehr lange beschäftigt und sie meinte, dass sie es nicht noch einmal lesen möchte und es auch Freunden nicht empfehlen würde.