★★★★★
k.A.
22.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine wahre Freude und voller spannender Geschichten, das Lachen von Timm Thaler und der Handel mit dem Baron sind absolut fesselnd. Ich kann es jedem empfehlen, der eine tolle Lektüre sucht.
★★★★★
k.A.
22.05.2026
ean-shopping.de
Klasse!
Als Kind schon gelesen, jetzt für Enkelkind gekauft.
Hier ein ganz dringender Lesebefehl, äh, oder besser -empfehlung. Die Geschichte des kleinen Timm Thaler, der sein Lachen an den Teufel verkauft und später alles tut, um dieses zurückzuerlangen ist durch eine Fernsehserie aus den 70ern noch dem einen oder anderen älteren Semester vielleicht noch ein Begriff. Das Buch selber ist mittlerweile aber etwas in Vergessenheit geraten, dabei hat diese Geschichte mit ihrer Mischung aus okkulter Phantastik auf der einen und der realistischen Erzählweise auf der anderen Seite absolut ihren Reiz. Dabei wird der Besuch einer Pferderennbahn, wo seine Erinnerungen an den verstorbenen Vater am stärksten in ihm aufkommen, für den kleinen Jungen zum Verhängnis. Der Teufel tritt hier als global agierender Großunternehmer auf, da braucht man kein Genie zu sein, um eine gewisse politische Aussage zu durchschauen, aber wen das nicht stört, der erhält einen wirklich durchtriebenen, höhnischen Bösewicht, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint, immer wenn man denkt, jetzt hat ihn Timm Thaler auf clevere Weise überlistet, ist der Baron Le Fuet (rückwärts: Teufel) hat man sich getäuscht.Als Gegenleistung erhält der Junge die Fähigkeit jede Wette, die er abschließt zu gewinnen, was für viele kuriose Situationen führt, aber alle materiellen Gewinne nutzen dem Jungen letztlich wenig ohne seine Fähigkeit des Lachens und der Freude. Und so reist er um die halbe Welt, findet Freunde und dubiose Geschäftspartner des Barons, die ihn teils reinlegen wollen, teils heimlich gegen ihren Meister intrigieren. Keine allzu leichte Handlung, zumindest am Ende geht es viel um Geschäftspraktiken, Aktienkäufe, Firmengründungen, usw. was ein bisschen schade ist, da die erste Hälfte durchaus auch für Jüngere (sieben oder acht Jahre) schon tollen Lesespaß bietet.
Ob ein Kinderbuch gut ist, kann man daran merken, ob es auch für Erwachsene spannend erscheint. Auf "Timm Thaler" trifft das absolut zu. Ein kleiner Junge aus ärmlichen Verhältnissen verkauft dem Teufel einen scheinbar ganz entbehrlichen Teil seiner Persönlichkeit, sein Lachen. Durch dieses Geschäft wird der Junge reich und berühmt. Und zutiefst unglücklich. Erst unter den reichsten Menschen der Welt angekommen, begreift er: mit Geld kann man das, was tatsächlich zählt, also Freude am Leben, Frische der Wahrnehmung und aufrichtige Zuneigung anderer Menschen, gar nicht erwerben. Besonders in der gegenwärtigen Krise erscheint diese Erkenntnis aktuell und zum Nachdenken anregend.Die Moralkeule wird an keiner einzigen Stelle des Buches geschwungen. Die Abenteuer des Timms sind in Gegenteil dermaßen dynamisch, atmosphärisch und spannend, mit so viel Einfühlingsvermögen in die Psyche eines jungen Menschen erzählt, dass man den Roman gar nicht aus der Hand legen möchte, bevor die allerletzte Seite umgeblättert ist.Den erwachsenen Leser werden darüber hinaus die philosophische Gegenüberstellung des Kapitalismus und Sozialismus sowie der Reichtum an literarischen Bezügen (es gibt direkte und indirekte Zitate aus "Faust", "Peter Chlemill" etc.) in diesem wahrhaftig postmodernen Roman erfreuen.