Wer sich gerne eine halbe Stunde Zeit nimmt, um ein leckeres Omelett zu zaubern, ist hier richtig. Hier lernt man einiges über die japanische Falttechnik.
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Fuchs Werner T. Dr
08.04.2024
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Jeden Sommer werde ich in meinem Vorurteil bestätigt, dass Grillen Männersache ist. - In der Schweiz nennt man diese archaische Kochkunst übrigens Grillieren. - Und weil man in der Masse leicht untergeht, hält sich der Applaus für grillende Männer in engen Grenzen. Für mehr Aufsehen könnte man als Omelettkönig sorgen. Zumal auch Frauen nur wenige Varianten dieser Eierspeise kennen. Aber ohne externe Schubser ändert sich auch in der Privatgastronomie nur wenig. Diesen Impuls könnte Gero von Randow liefern. Denn unter einer Omelettenmanie leidend hatte der bekannte Journalist in der ZEIT alle vierzehn Tage eine Kolumne veröffentlicht, deren einziger Inhalt ein Omelettenrezept war. Und weil seine Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf erstaunlich großes Interesse stießen, gibt es nun dieses Buch.Selbst wer schon bei einem Spiegelei scheitert, wird die Anweisungen des ungelernten Kochs Gero von Randow verstehen. Und das ist schon bei den Basics notwendig. Denn die Randow’sche Omelett ist nicht so simpel, wie jemand meinen könnte, der gelegentlich nur Würste auf Heizschlangen wirft. Nur ein Omelett, das aus feuchten Schichten besteht und wie ein Baumkuchen aussieht, kann Komplimente einheimsen und als Experimentierfeld dienen. Hat man dies begriffen und die Basis-Omelett im Griff, steht höheren Weihen nichts mehr im Wege.Etwas gewagt geht Gero von Randow davon aus, dass selbst unbeaufsichtigte Lehrlinge nur Eier von glücklichen Hühnern kaufen. Würde er öfters in die Einkaufskörbe anderer schauen, wäre es vielleicht weniger zuversichtlich. Aber der fehlende Hinweis auf die Notwendigkeit bester Zutaten ist vielleicht auf die Textsorte zurückzuführen. Denn im Vorwort steht: „Eine Kolumne schreibt sich anders als ein Artikel oder ein Buch.“Da Omeletts in einigen Haushalten zur Kategorie „Fast Food“ gehören, hält der Autor gleich zu Beginn fest, dass die vorgestellten Rezepte und Methoden etwa 30 Minuten Aufmerksamkeit beanspruchen. Zack-Zack-Fertig-Liebhaber werden mit diesem Buch also nicht glücklich.Mein Fazit: Selbst wer nicht allen 30 Lektionen folgt, wird es nicht bereuen Gero von Randows Omelettschule besucht zu haben. Denn hat man die Basis-Omelett im Griff, sind auch unzählige Eigenvarianten möglich. Und damit lässt sich vielleicht noch besser punkten als mit Würsten in unterschiedlichen Verkohlungsgraden oder Steakes aus exotischen Ländern. Müßig zu sagen, dass ein Journalist wie Gero von Randow auch die Kunst des Schreibens beherrscht und ein Buch aus dem Prestel Verlag schön gestaltet ist.
wer unter diesem titel diverse möglichkeiten erwartet, ein omelett zu kreieren, wird enttäuscht sein. das ganze buch dreht sich um eine einzige art, in 30 variationen, ganz besonders feine omeletts zu zaubern. ich kenne die japanische methode, so war ich nicht gar so verwundert über diese aufwendige schichttechnik - und die will gelernt bzw geübt sein. es ist eher ein ehrfürchtiges zelebrieren denn das fabrizieren einer einfachen eierspeise. lassen sie sich überraschen, ein ganzes buch ein paar eiern zu widmen.der autor, als zeit- kolumnist, versteht es zu schreiben. ob man diesen leicht süffisanten, elitären ton / schreibstil als amüsant oder nervend empfindet, wird jedem selbst überlassen. ich selbst war etwas hin- und hergerissen, doch insgesamt find ich es höchst spannend und eben besonders.besonders hervorzuheben ist auch das ästhetische layout- eben prestel.