★★★★★
k.A.
29.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine wunderbare Einführung in die faszinierenden Welten von Flechten und Moosen und sehr empfehlenswert für alle Interessierten. Die Darstellung ist sehr informativ und anschaulich.
Ein Buch von Spezialisten geschrieben. Die Autoren Wirth, Düll und Caspari haben sich einem sehr schwierigen und doch faszinierenden Thema gewidmet. 290 Arten an Flechten und Moosen, damit wir einen Eindruck bekommen, wie wunderbar spannend und Artenreich unsere Fauna ist.Jede Art ist mit einem sehr guten Bild dokumentiert, mit seinem lateinischen und deutschem Namen versehen. Jeder Steckbrief beinhaltet Merkmale, Reaktionen, Ökologie und Verbreitung. Piktogramme, wo man die jeweilige Art vorfindet runden den Steckbrief ab.Eine eigene Welt für sich und wer sich wirklich der exakten Bestimmung hingeben möchte, wird nicht umhin kommen, mit einem Mikroskop vor Ort zu bestimmen. Da Flechten sehr sensibel auf Luftveränderung, Wärme oder auch Luftfeuchtigkeit mit Veränderung reagieren, wie man in diesem Buch erfährt.Alleine fünf Seiten an Begriffserklärungen zeigen, wie komplex so scheinbar einfache Pflanzen in Wirklichkeit sind. So mancher kann da schnell an seine Grenzen kommen und eine gewisse Überforderung spüren. Wen jedoch das Thema wirklich fesselt, wird dieses Buch lieben und gerne zur Hand nehmen und auf Entdeckungsreise gehen, wann immer er in der Natur unterwegs ist.Fazit:sehr lehrreich und informativ, Fotos sehr hilfreich zur Bestimmung, spannend. Von Spezialisten gemacht und umfassend. Preis Leistung top.
Dieses Buch befasst sich mit den beiden sehr interessanten Artengruppen der Moose und Flechten, neben den Pilzen und Farnpflanzen als "Kryptogame" bezeichnet. Kryptogamen sind, aus dem griechischen übersetzt, "Pflanzen, die im Verborgenen heiraten". Per Definition sind es Pflanzen, die sich ohne Blüten vermehren. Stattdessen erfolgt die Vermehrung über Sporen. Hierzu sei betont, dass es sich bei der Gruppe der Flechten nicht um Pflanzen handelt, sondern um eine Symbiose aus einem oder mehreren Pilzen und Algen. Oder Bakterien. Also schwierige Organismen. Verwandt sind die beiden Artengruppen nicht, aber beide stehen sinnbildlich für ursprüngliche und naturnahe, vor allem aber auch ökologisch intakte Lebensräume und Landschaften.Für beide Artengruppen gibt es eine vergleichsweise überschaubare Menge an Literatur. Spontan fallen mir hier die beiden Veröffentlichungen aus dem Verlag Quelle & Meyer ein: "Moose einfach und sicher bestimmen" von DÜLL & WUNDER-DÜLL (2012) sowie "Flechten einfach bestimmen" von WIRTH & KIRSCHBAUM (2. Aufl. 2016). Darüber hinaus existieren einige Bücher für Einsteiger, und natürlich die eher für "Profis" geeigneten, wertvollen Standardwerke zu den Moosen und Flechten in Baden-Württemberg (Ulmer Verlag) sowie dem einzigartigen Werk über "Die Flechten Deutschlands" von WIRTH, HAUCK & SCHULTZ (ebenfalls Ulmer Verlag).Das vorliegende Büchlein stellt eine sehr gute Einführung in die beiden Organismengruppen dar. Nach den Organismengruppen getrennt erhält man hier umfangreiche grundlegende Informationen und des Weiteren sehr ausführliche Beschreibungen und Bestimmungsschlüssel zu ausgewählten Arten.In den jeweils einführenden Teilen werden allgemeine Informationen zu den beiden Artgruppen gegeben, unter Berücksichtigung u. a. der ökologischen Fähigkeiten und Leistungen, Aufbau, Wuchsform und Lebensraum. Dann folgt der jeweilige Artenteil. Von den ca. 1.000 Moosarten in Deutschland werden hier ca. 130 und von den ca. 1.700 Flechtenarten Deutschlands werden ca. 160 Arten beschrieben. So die Beschreibung auf dem Buchrücken. Nachgezählt habe ich nicht, aber das klingt glaubhaft. Es wird also jeweils nur ein kleiner Teil behandelt. Vorgestellt werden häufige und besonders interessante Arten. Man bekommt also schon einen guten Einblick in beide Organismengruppen. Nach den jeweils einführenden Teilen steht ein Bestimmungsschlüssel zu den vorgestellten Arten. Die Bestimmungsschlüssel sind nachvollziehbar, aber man muss sich hier schon regelrecht in die Materie einarbeiten, sich mit Fachausdrücken und der besonderen Morphologie der Organismen auseinander setzen, um zu einem Bestimmungsergebnis zu kommen. Mit zunehmender Erfahrung wird das auch immer besser gelingen.Dann folgt der Artenteil. Am Beginn jeder Artbeschreibung steht jeweils ein Foto. Die Fotos sind durchweg von sehr guter Qualität, scharf, hell, aussagekräftig und von ausreichender Größe. Am unteren Bildrand ist jeweils sogar der Vergrößerungsfaktor angegeben, so dass man eine sehr gute Orientierung hat, was die Größenverhältnisse angeht. Zum Teil sind die Fotos schon bekannt aus dem o. g. Werk "Die Flechten Deutschlands" (WIRTH et al, 2013). Die folgenden textlichen Erläuterungen sind recht ausführlich und für eine Einführung in die Thematik schon recht tiefgehend, und zudem sehr interessant geschrieben. Sie enthalten den wissenschaftlichen und deutschen Namen der vorgestellten Art, Beschreibungen von Merkmalen, Verwechslungsarten, Ökologie und Verbreitung, chemischen Reaktionen als Bestimmungshilfe der Flechten, Name und Nutzung sowie zur Heilkunde oder als Nahrungspflanze ("Rentierflechte") - hier werden oftmals Hinweise gegeben auf besondere Eigenschaften oder Verwendungen. Die Artenkapitel sind nach den Wuchsformen und den bevorzugten Wuchssubstraten (auf Rinde von Bäumen und Sträuchern, auf Holz, auf Naturgestein, auf Mauern, Dächern, Denkmälern usw. und auf Erdboden, erdverkrustetem Fels, Bodenmoosen) geordnet. Die jeweils besiedelten Substrate sind mit kleinen Symbolen neben den Ausführungen im Text dargestellt. Die hervorragenden Fotos und die präzisen und überraschend ausführlichen Beschreibungen lassen eine Bestimmung sicher in vielen Fällen zu. Die Chemikalien, die man zur Bestimmung von Flechten anhand der Reaktion benötigt, dürften überwiegend relativ einfach zu beschaffen sein.Als Hilfsmittel zur Bestimmung werden Lupe und die angesprochenen Reagenzien (für die Flechten) vorausgesetzt. Natürlich ist nur ein Teil der Arten so eindeutig bestimmbar. Bei vielen Arten brauchte es schon ein Mikroskop zur genauen Identifizierung. Von der Vielzahl der Flechten- und Moosarten wird eben auch nur ein kleiner Teil vorgestellt, so dass man auch deswegen mit dem vorliegenden Buch zwangsläufig an Grenzen stoßen wird.Als Einstieg in die Welt der Flechten und Moose ist das Buch aber wirklich gut gelungen. Viele Arten lassen sich bestimmen, und man erhält schon einen guten Einblick in die Biologie und die Ökologie der beiden Organismengruppen. Wer also den Einstieg wagen will und eigene Beobachtungen von häufigeren Arten nachprüfen möchte, der ist mit diesem Buch gut beraten. Vom Format und Gewicht her ist es zur Mitnahme auf einen Spaziergang oder eine Wanderung gut geeignet. Und stabil genug dürfte es dafür auch sein. Es muss aber klar sein, dass wirklich nur ein Teil der Arten bestimmt werden kann, und damit an manchen Stellen Unsicherheiten verbleiben werden.