★★★★★
k.A.
15.08.2026
ean-shopping.de
Gut!
Wer wissen will - wie Vertrauen aus sozialwissenschaftlicher Perspektive verstanden werden kann - der sollte dieses Buch lesen.Natürlich darf nicht vergessen werden, dass man augenblicklig zum Subjekt der luhmannschen Systemwelt wird, wenn man dieses Buch lesen sollte. Es existieren keine Akteure nur über Kommunikation prozessierende Sytemeinheiten. Und es geht wie immer darum - wie in einem System oder wie Systeme eine Möglichkeit finden Komplexität zu verringern, um in der Lage zu sein - miteinander anschlussfähig kommunizieren zu können. Die Welt der Systeme ist so komplex, da kann nur über die Reduzierung von Komplexität eine logische Struktur erreicht werden und Vertrauen als systemimmanente Komponente soll Komplexität reduzieren helfen - dies wird zu einem "Problem der riskanten Vorleistung" und eine kognitive Vorleistung sollte auch der interessierte Leser mitbringen. Luhmann ist für den Luhmannfan geschrieben nicht für den Fussballfan!Das nenne ich Reduzierung von Leserschaft durch komplexen literarischen Inhalt.
Luhmann gelingt, was vielen Klassikern (auch vielen der letzten 20 Jahre) oftmals nicht möglich ist: Er setzt sich kritisch mit der Thematik auseinander, lässt etwas aber auch nicht zu viel Raum für Interpretationen zu und verwendet dennoch einen Sprachstil, den auch Nicht-"Kopfwxxx" noch verstehen können. Manches von dem geschriebenen würde Luhmann heute mit Sicherheit anders schreiben; die Prägung der damaligen Zeit ist an vielen Stellen spürbar.Empfehlenswert, nicht nur für Soziologie-Begeisterte!